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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Welche Wirkung hat eine in die Luft geschossene Kugel?


up¦²
2004-11-15, 14:29:32
Bei dem Begräbnis von Arafat hab ich mich das gefragt?

oktolyt
2004-11-15, 14:50:51
Was nach oben geht, kommt auch wieder runter.
Dabei nimmt die Kugel eine Geschwindigkeit an die ihrem Gewicht und ihrer Fallhöhe entspricht.
Sicher interessant da mal 'ne Geschwindigkeit zu erfahren...

Physiker, anyone? ;)

Klingone mit Klampfe
2004-11-15, 14:51:38
Ich gaube er meint eher was sie für die Trauerfeier bedeuted

oktolyt
2004-11-15, 14:56:17
Uhm... :uponder: ...echt?

:sneak:

up¦²
2004-11-15, 15:00:03
Aber sie müßte doch mit der selben Geschwindigkeit zurück kommen?

oktolyt
2004-11-15, 15:09:37
Aber sie müßte doch mit der selben Geschwindigkeit zurück kommen?Also doch meine Interpretation der Frage? :usweet:

Na, die gleiche Geschwindigkeit wird es nicht sein.
Am Scheitelpunkt, also am höchsten Punkt zu dem die Kugel aufsteigt, steht sie ja theoretisch kurz bewegunslos in der Luft.
Und fällt dann.
Also wenn man etwas aus der Hand fallen lässt, fällt es auch länger als wenn man auf den Boden schießt.

Die genaue Geschwindigkeit beim Aufprall müsste sich errechnen lassen.
Aber meine Physikvorlesungen sind zu lange her. ;(

RuteniuM
2004-11-15, 15:20:10
Aber sie müßte doch mit der selben Geschwindigkeit zurück kommen?
forrausgesetzt die kugel wird exat vertikal nachoben geschossen, würde die kugel mit -9,81m/s² beschleinigt wird bis es stehen bleibt und beim runterfallen wird die kugel mit 9,81m/s² beschleunigt, das hieße sie wäre minimal schneller wenn sie aufdem boden schlägt. ist der schuss nicht exat, dann ist die kugel auch schneller, da es ja noch zusätzlich eine gechwindigkeit in horizontale richtung besitzt, welche mit berechnet wird. so hab ich das ganze in erinnerung...

darph
2004-11-15, 15:32:13
Und wenn da halt zufällig einer steht, dann.... aus die Maus.


Die verwenden doch bei diesen Trauerfeiern sicher keine scharfe Munition, oder doch?

oktolyt
2004-11-15, 15:35:15
forrausgesetzt die kugel wird exat vertikal nachoben geschossen, würde die kugel mit -9,81m/s² beschleinigtEh.....wie jetzt?
Woher kommt denn diese Zahl?
Ich würd da eher die Mündungsgeschwindigkeit der Waffe in Betracht ziehen.... :|

darph
2004-11-15, 15:41:20
Eh.....wie jetzt?
Woher kommt denn diese Zahl?
Ich würd da eher die Mündungsgeschwindigkeit der Waffe in Betracht ziehen.... :|
Das stimmt schon... in dem Moment, in dem die Kugel aus dem Lauf austritt, hat sie eine gewisse Geschwindigkeit, und diese nimmt halt dann stetig ab. Die Zahl ist die Erdanziehungskraft...

Die Kugel fliegt hoch und wird langsamer (negativ beschleunigt), bis ihre Geschwindigkeit 0 ist... wann das tatsächlich der Fall ist, hängt dann tatsächlich von der Mündungsgeschwindigkeit des Projektils ab...

RuteniuM
2004-11-15, 15:45:50
Eh.....wie jetzt?
Woher kommt denn diese Zahl?
Ich würd da eher die Mündungsgeschwindigkeit der Waffe in Betracht ziehen.... :|
die zahl kommt von der gravitation, und wenn ich die mündungsgeschwindigkeit kennen würde, könnte ich dir anhand der gravitation auch berechnen wie hoch die kugel kommt...

edit: ich war zu langsam...

Die verwenden doch bei diesen Trauerfeiern sicher keine scharfe Munition, oder doch?
warscheinlich nicht, und wenn,(achtung, vermutung!) wäre das auch nicht so schlimm, denn die kugel dürfte hoch genug kommen, das sie beim fall duch die reibung weglüht...

Gast
2004-11-15, 15:51:08
forrausgesetzt die kugel wird exat vertikal nachoben geschossen, würde die kugel mit -9,81m/s² beschleinigt wird bis es stehen bleibt und beim runterfallen wird die kugel mit 9,81m/s² beschleunigt, das hieße sie wäre minimal schneller wenn sie aufdem boden schlägt. ist der schuss nicht exat, dann ist die kugel auch schneller, da es ja noch zusätzlich eine gechwindigkeit in horizontale richtung besitzt, welche mit berechnet wird. so hab ich das ganze in erinnerung...Hä?
Eine Rakete, die mit 5000km/h ins Weltall geschossen wird, fällt auch mit 5000km/h wieder runter?
Ob du eine Kugel nach oben feuerst und sie bleibt in 3000 Metern Höhe stehen und fällt dann wieder runter, oder ob eine Kugel von einem 3000 Meter hohen Berg herunter fallen lässt, ist physikalisch das selbe. Jedoch steigt die Kugel selbstverständlich mit der Beschleunigung durch den Treibsatz der Patrone. Durch die Atmosphäre und die Erdanziehung wird der Anstieg aber abgebremst, bis sich die Kräfte gegenseitig aufheben und die Kugel in der Luft stehen bleibt. Dann wirkt die Erdanziehung auf die Kugel und beschleunigt sie in Richtung Boden. Die Atmosphäre bremst jedoch den freien Fall ab. Zum Vergleich: Im Experiment wurde nachgewiesen, dass eine Pennymünze im freien Fall kaum schneller als 40km/h werden kann. Die Abfeuergeschwindigkeit einer Gewehrkugel kann jedoch bei 1000 m/s liegen!

crusader4
2004-11-15, 15:54:56
Moment mal, die Sache ist doch so: Die Kugel hat eine Startgeschwindigkeit an der Erdoberfläche (oder in 2m Höhe). Dann wird sie abgebremst, bis sie eine Geschwindigkeit von 0 hat. Dann fällt sie herunter. Eine Sache die dabei bisher übersehen wurde, ist der Luftwiderstand. Der bremst zusätzlich und ist abhängig von der Kugelform ;D und von der Geschwindigkeit (sogar quadratisch). Also kommt sie nie so hoch wie theoretisch möglich. Aber auch beim runterfallen bremst der Luftwiderstand, so das die erreichte Endgeschwindigkeit laaaaange nicht so hoch sein dürfte wie die Startgeschwindigkeit beim Abschuß.

Mit Zahlen kann ich nicht dienen, meine Physikvorlesung ist zwei Jahre her und seitdem vergessen.

Grüße, Crusader

Edit: Mist zu langsam. Bei meinen Gedanken gehe ich außerdem davon aus, das die beschleunigende Wirkung des Treibsatzes bereits vorbei ist. Wenn die Kugel aus der Mündung tritt unterliegt sie also nur noch der Erdanziehung.

Klingone mit Klampfe
2004-11-15, 15:58:27
http://www.germanft.com/BALLISTIK.html

Bin grade zu faul das alles durchzulesen ;)

RuteniuM
2004-11-15, 16:28:17
Hä?
Eine Rakete, die mit 5000km/h ins Weltall geschossen wird, fällt auch mit 5000km/h wieder runter?
[...]
bei einer rakete ist es anders: sie wird, dank ihrer triebwerke nicht mit -9,81m/s² beschleunigt, und kann deshalb aus dem wirkungsbereich der gravitation fliehen.
kehrt nun die rakete zurück so wird sie wie alle fallenden objeckte mit 9,81m/s² beschleinigt. nur kommt da, wie hier richtig festgestellt wurde, noch die reibung der luft dazu welche objekte mit großen flächen und geringer masse deutlich abbremmst.

oktolyt
2004-11-15, 16:54:00
Das stimmt schon... in dem Moment, in dem die Kugel aus dem Lauf austritt, hat sie eine gewisse Geschwindigkeit, und diese nimmt halt dann stetig ab. Die Zahl ist die Erdanziehungskraft...

Die Kugel fliegt hoch und wird langsamer (negativ beschleunigt), bis ihre Geschwindigkeit 0 ist... wann das tatsächlich der Fall ist, hängt dann tatsächlich von der Mündungsgeschwindigkeit des Projektils ab...
die zahl kommt von der gravitation, und wenn ich die mündungsgeschwindigkeit kennen würde, könnte ich dir anhand der gravitation auch berechnen wie hoch die kugel kommt...

Ja, diese Zahl an sich ist mir schon bekannt, aber es ging mir eher um die Geschwindigkeit der Kugel im Moment des Laufaustritts und viel weniger um die Flughöhe. (Wobei die ja dann durch die Mündungsgeschwindigkeit limitiert wird...)

RuteniuM
2004-11-15, 17:04:19
Ja, diese Zahl an sich ist mir schon bekannt, aber es ging mir eher um die Geschwindigkeit der Kugel im Moment des Laufaustritts und viel weniger um die Flughöhe. (Wobei die ja dann durch die Mündungsgeschwindigkeit limitiert wird...)
die geschwindigkeit ist v0 :biggrin: , nee im ernst ich weiß, wie gesagt, die geschwindigeit nicht... :(

mrdigital
2004-11-15, 18:27:08
Ein H&K G36 hat eine Mündungsgeschwindigkeit von 920 m/s, das ist ca. 3fache Schallgeschwindigkeit. Ein Projektil, das mit Überschall fliegt wird enorm stark von der Luft gebremst, d.h eine Kugel die nach oben abgefeuert wird, kommt nicht so besonders hoch. Beim runterfallen wird die Kugel auch nicht mehr besonders schnell, weil das Projektil nicht unbedingt mit der Spitze nach vorn fällt, es könnte auch trudeln und rotieren. Trotzdem sollte einem so ein Ding nicht wieder auf den Kopf fallen ;)

Pinoccio
2004-11-15, 18:56:35
Formel:
http://www.lmtm.de/skydive-faq/serve/cache/60.html
Gechoßgewichte:
http://www.waffenhq.de/infanterie/patrone308win.html
cw-Wert:
http://www.matheboard.de/lexikon/Luftwiderstand,definition.htm
Da die Geschoßform keine Kugel ist, wurde hier auf 0,3 geschätzt.
Hier mal exemplarisch für eine Geschoß aus einer 7,62x51 (NATO-Standard)
(maple, sollte aber verständlich sein)
g:=9.81; # Erdbeschleunigung in Meter je Sekundenquadrat.
m:=9.5*10^(-3); # Geschoßmasse in Kilogramm
cw:=0.3; # Luswiderstandsbeiwert, Einheitenlos
d:=(7.62*10^(-3)); # Geschoßdurchmesser in Meter
A:=Pi/4*d^2; # Geschoßfläche in Quadratmeter
rho:=1.2929; # Dichte der Luft in Kilogram je Kubikmeter
vmax:=evalf(sqrt(2*m*g/(cw*A*rho))); #Einheit ist Meter je Sekunde

vmax := 102.6522084


hth, mfg Sebastian

Jenny23
2004-11-15, 19:20:33
Eine Kugel fällt aufgrund ihrer Form schon ziemlich ungebremst nach unten und kann durchaus jemanden töten, was auch schon einige Male vorgekommen ist.

Man müsste zunächst die Flughöhe berechnen, könnte man über den Energieerhaltungssatz machen. Wichtiger ist dann aber wohl dennoch die Luftreibung.

Amarok
2004-11-15, 19:28:41
bei einer rakete ist es anders: sie wird, dank ihrer triebwerke nicht mit -9,81m/s² beschleunigt, und kann deshalb aus dem wirkungsbereich der gravitation fliehen.
kehrt nun die rakete zurück so wird sie wie alle fallenden objeckte mit 9,81m/s² beschleinigt. nur kommt da, wie hier richtig festgestellt wurde, noch die reibung der luft dazu welche objekte mit großen flächen und geringer masse deutlich abbremmst.
Leute...


Wenn etwas mit - 9.81m/s² beschleunigt wird bleibt es in der Luft stehen...;)

Pinoccio
2004-11-15, 20:13:21
Wenn etwas mit - 9.81m/s² beschleunigt wird bleibt es in der Luft stehen...;)Doc ...bleib bei deinen Leisten! *g*
Du verwechselst hier vermutlich Ursache und Wirkung. Ursache für den (freien) Fall ist die Erdanziehungskraft, sie äußerts sich halt in der Beschleunigung von 9.81m/s² (ohne Lustwiderstand etc). Wenn etwas stehen bleiben soll, muß man die Erdanziehungskraft ausgleichen, tut man daß, ist die Beschleunigung gleich 0.

mfg Sebastian

Piffan
2004-11-15, 20:54:51
Ihr rechnet alle zu kompliziert!

Die maximale Sinkgeschwindigkeit eines Ojektes in der Luft ist entscheident. Die maximale Sinkgeschwindigkeit ist erreicht, wenn die Gewichtskraft exakt so hoch ist wie die entgegengesetzte Luftreibung. DAnn sinkt die Kugel mit konstanter Geschwindigkeit!

Nun ist die Gewichtskraft wohl bekannt, man kann die Kugel wiegen. Die Reibung ergibt sich aus dem Luftwiderstandsbeiwert (auf gut Deutsch: der Aerodynamik) und der Geschwindigkeit. Ist der Wert bekannt, kann die maximale Sinkgeschwindigkeit leicht errechnet werden. Ne schlichte Auflösung, die jeder Physikstudent im ersten Semester können sollte....Ich persönlich habe ein Semester Vorlesungen in Physik besucht und hätte es damals mit links gekonnt, ist aber leider 24 Jahre her....

ABER: Die Kugel könnte auch trudeln, also müsste man zwei Luftreibungswerte haben: Für glatten Flug oder für Taumelflug...

Die Erdbeschleunigung spielt nur dann ne Rolle, falls die Waffe so schlapp ist, dass die Kugel ihren konstanten Sinkflug nicht erreichen kann, wegen zu geringer Höhe....

Maal
2004-11-15, 22:04:39
hm, ein Artillerie-Ingenieur wollte mal eine riesige Kanone bauen, die es schafft ein Projektil ins Weltall zu schießen. Er erreichte eine höhe von 30 km (?). Soviel dazu ;)


Tjo, was soll ich zu diesem Thema sagen ? :confused:

Amarok
2004-11-15, 22:10:12
Doc ...bleib bei deinen Leisten! *g*
Du verwechselst hier vermutlich Ursache und Wirkung. Ursache für den (freien) Fall ist die Erdanziehungskraft, sie äußerts sich halt in der Beschleunigung von 9.81m/s² (ohne Lustwiderstand etc). Wenn etwas stehen bleiben soll, muß man die Erdanziehungskraft ausgleichen, tut man daß, ist die Beschleunigung gleich 0.

mfg Sebastian
Richtig, man muss die Erdanziehung ausgleichen: f=m*a.

Damit etwas in der Luft "stehen" kann muss ich mit der Beschleunigung von -9.81m/s² entgegen wirken, ansonsten würde der Körper ja hinunter fallen ;)


Ist übrigens ein häufiger Denkfehler: Halte ich etwa z.B. eine Kugel in der Hand so bewirke ich darauf eine Beschleunigung von eben diese -9.81m/s². Werfe ich dies in die Luft so wirkt nur mehr 1 (!) Kraft, eben die die 9.81m/s² + Masse der Kugel, auch wenn sie noch nach oben steigt.....

f=m*a = m* (-a) = Objekt bleibt in seiner Lage..;)

RuteniuM
2004-11-15, 23:22:00
Richtig, man muss die Erdanziehung ausgleichen: f=m*a.

Damit etwas in der Luft "stehen" kann muss ich mit der Beschleunigung von -9.81m/s² entgegen wirken, ansonsten würde der Körper ja hinunter fallen ;)


Ist übrigens ein häufiger Denkfehler: Halte ich etwa z.B. eine Kugel in der Hand so bewirke ich darauf eine Beschleunigung von eben diese -9.81m/s². Werfe ich dies in die Luft so wirkt nur mehr 1 (!) Kraft, eben die die 9.81m/s² + Masse der Kugel, auch wenn sie noch nach oben steigt.....

f=m*a = m* (-a) = Objekt bleibt in seiner Lage..;)
das minus heißt lediglich, dass das objekt mit der geschwindigkeit v negativ beschleunigt, also gebremmst, wird bis v=0, also stillstand. ab da ändert sich das vorzeichen und das objekt wird wieder beschleunigt. wenn ein objekt ruht, dann ist die geschwindigkeit gleich 0. bei diesen rechnungen ist die masse irrelevant,
da alle köper im luftleeren raum gleich schnell fallen.
und es geht bei meinen beispiel rein um die geschwindigkeit, nicht um kräfte.;)
ansonsten ist dein beispiel, abgesehen von dem punkt mit dem abwurf, richtig.

Amarok
2004-11-15, 23:53:47
Nein, es wirkt immer nur die eine Kraft (durch die Masse der Erde "verursacht"), die eben die Beschleunigung bewirkt, eben die +9.91m/s².

Amarok
2004-11-15, 23:54:22
da alle köper im luftleeren raum gleich schnell fallen.
.
Das ist sowieso klar...

Skua
2004-11-16, 00:09:44
schonmal dran gedacht, dass man bei sowas mit platzpatronen schießt? :cool:

RuteniuM
2004-11-16, 00:32:18
Nein, es wirkt immer nur die eine Kraft (durch die Masse der Erde "verursacht"), die eben die Beschleunigung bewirkt, eben die +9.91m/s².
k, hab nachgeguckt: mir ist aufgefallen, das ich paar formel fallsch in erinnerung hatt.:(
aber man rechnet doch mit einen minus. siehe formel für senkrechten wurf.:confused:
hmm :|
formel (http://www.stud.fh-hannover.de/~schrewe/Physik_1_work/Physik_1_PPT_97/sld096.htm)

askibo
2004-11-16, 00:44:42
Aus der "stimmts?" (http://www.zeit.de/stimmts/index) Rubrik der Zeit (allgemein eine gute Quelle für notorische Besserwisser ).


Fatale Freude

Drösser

Bei einem Freudengeballer werden viele Patronen in die Luft geschossen. Die kommen ja nach dem Gesetz der Schwerkraft irgendwo wieder herunter. Ist eigentlich bekannt, ob Menschen durch herabfallende Geschosse zu Tode kamen oder verletzt wurden?
Hermann Babbel, Ellwangen

Vor über zwei Jahren (ZEIT Nr. 5/99) habe ich mich an dieser Stelle mit der Frage beschäftigt, ob eine von einem Hochhaus geworfene Münze lebensgefährlich werden könnte. Die Antwort damals: Eher nicht, die Fallgeschwindigkeit des trudelnden Geldstücks ist mit etwa 40 km/h zu gering. Gewehr- und Pistolenmunition ist aber aerodynamisch "günstiger" geformt. Und das macht einen tragischen Unterschied aus: Am 4. Juli 1999 kam ein 9-jähriger Junge in Los Angeles im "Kugelhagel" der Feiern zum amerikanischen Unabhängigkeitstag zu Tode, und er war beileibe kein Einzelfall: 38 Menschen starben allein im Großraum Los Angeles zwischen 1985 und 1992 durch herabfallende Gewehrkugeln, meist bei ausgelassenen Feiern zum Unabhängigkeitstag oder an Silvester.

Die Physik dahinter: Die Kugel verlässt die Mündung mit einer Geschwindigkeit von etwa 3000 Kilometern pro Stunde und kann bis zu drei Kilometer hoch in die Luft steigen. Die Austrittsgeschwindigkeit ist aber für die Wirkung letztlich nicht relevant. Denn beim Herunterfallen beschleunigt das Projektil so, als hätte man es aus dieser Höhe fallen lassen. Der Luftwiderstand sorgt dafür, dass die Kugel nach einiger Zeit nicht mehr schneller wird und eine konstante Endgeschwindigkeit erreicht. Nach Berechnung der amerikanischen Schusswaffenlobby NRA (und die kennt sich wohl aus) beträgt diese Geschwindigkeit zwischen 300 und 500 km/h. Schon ab 200 km/h kann ein Geschoss die menschliche Schädeldecke durchschlagen.

Da kann man nur froh sein, dass bei uns die Verbreitung von Handfeuerwaffen etwas rigider gehandhabt wird.

up¦²
2004-11-16, 01:09:11
Gerade gefunden:
http://www.estripes.com/photos/17084_817131511b.jpg
Spec. Christensen Cory, 23, a
soldier with the 82nd Airborne
Division, holds a bullet that hit
him in the forearm. The bullet
was likely fired by an Iraqi in
celebration left only a welt that
disappared in a few days.

Pinoccio
2004-11-16, 03:06:49
Richtig, man muss die Erdanziehung ausgleichen: f=m*a.

Damit etwas in der Luft "stehen" kann muss ich mit der Beschleunigung von -9.81m/s² entgegen wirken, ansonsten würde der Körper ja hinunter fallen ;)

Ist übrigens ein häufiger Denkfehler: Halte ich etwa z.B. eine Kugel in der Hand so bewirke ich darauf eine Beschleunigung von eben diese -9.81m/s². Werfe ich dies in die Luft so wirkt nur mehr 1 (!) Kraft, eben die die 9.81m/s² + Masse der Kugel, auch wenn sie noch nach oben steigt.....

f=m*a = m* (-a) = Objekt bleibt in seiner Lage..;)
Du verwechselst die Kraft, der ich oder man entgegen wirken muß, mit der Beschleunigung, die aus dieser Kraft resultiert!

fg Sebastian
(der lansgasam dsie Tasten verwechselt!)

betasilie
2004-11-16, 04:03:06
Ich weiß nicht, ob das schon erwähnt wurde, jedenfalls wurden schon ne Menge Leute getötet und verletzt von solchen fallenden Projektilen. Hab eich mal irgendwo gelesen.

Große Projektile wiegen ja einiges und dürften sich beim Fall aerodynamisch optimal ausrichten, also mit der Spitze nach unten. Somit können solche Geschosse durchaus einen Menschen töten, weil sie schwer sind, aus größer Höhe fallen und wenig Luftwiderstand haben. Wenn dann die Spitze den Körper triftt, ist das übel.

Ein Freund hat übrigens seine Doktorarbeit (Medizin) über sowas und Querschläger und deren Wirkung auf dem menschlichen Körper geschrieben. Den müsste ich mal fragen, der wird dann bestimmt stundenlang erzählen. ;)

Snatch
2004-11-16, 08:18:12
Naja auf jeden Fall tut es sehr weh, wenn ein Stahlmatelgeschoss von ca.3 Km höhe einem auf den Kopf fällt. Wenn ich mir mal nur überlege wie das macht wenn ich aus dem 15. Stock ein ähnlich schweres Teil fallen lasse. Da kansnte leicht mal einen erschlagen damit.

Gruß
Snatch

Didi Bouzul
2004-11-16, 16:59:16
so, jetzt gebe ICH mal mein Senf dazu: Die Rückfallgeschwindigkeit wird maßgeblich von der Atmosphäre gedrosselt. So fliegt auch ein Mensch im freien Fall horizontal mit ausgebreiteten Gliedern nicht schneller als 200 km/h; je näher der Boden, desto langsamer die geschwindigkeit, da die Dichte der Luft zunimmt.

nino
2004-11-16, 19:41:29
ich denke mal es hängt auch maßgeblich vom wind ab. wenn es eine leichte kugel ist, kann sie ja leicht verweht werden. dadurch richtet sie sich vll nicht mehr aerodynamisch günstig zum fall aus und fällt noch langsamer

Gast
2004-11-17, 11:54:07
warum redet ihr eigentlich noch so viel, steht doch schon alles da?

RaumKraehe
2004-11-18, 05:25:05
die zahl kommt von der gravitation, und wenn ich die mündungsgeschwindigkeit kennen würde, könnte ich dir anhand der gravitation auch berechnen wie hoch die kugel kommt...

edit: ich war zu langsam...


warscheinlich nicht, und wenn,(achtung, vermutung!) wäre das auch nicht so schlimm, denn die kugel dürfte hoch genug kommen, das sie beim fall duch die reibung weglüht...

Dann müsste sie doch logischerweise auch beim "hochfliegen" verglühen. Nene, da verglüht nix.

Als einer meiner Mitsoldaten mal an nem Freitag nach Hause fahren wollte klang der Motor ganz merkwürdig. Tjo .. da hatte sich eben eine solches Projektil in den Motorblock gewusselt. Muss auch ein Schuß in die Luft gewesen sein. Gut das nicht mehr passiert ist.

Korak
2004-11-18, 09:12:53
Wie groß ist denn der Luftwiderstand von so einer Gewehrkugel? Dann könnte man das doch wirklich mal ausrechnen :)

RaumKraehe
2004-11-18, 09:30:21
Hier noch ein interessanter Link zu dem Thema.

http://www.gym-hartberg.ac.at/gym/physik/rechnungen/senkrechter.htm

Korak
2004-11-18, 09:32:33
Hier noch ein interessanter Link zu dem Thema.

http://www.gym-hartberg.ac.at/gym/physik/rechnungen/senkrechter.htm


Naja, also ohne Luftwiderstand ist das echt zu einfach.

BTW. Wie verhält sich der Luftwiderstand bei Überschall?

RaumKraehe
2004-11-18, 09:37:21
Tjo .. dann viel Spaß beim berechnen mit Luftwiederstand.

Mann bedenke, die Dichte der Luft ist nicht konstant .. und der Luftwiederstand ändert sich noch mit der Geschwindigkeit des Projektils. Verdopplung der Geschwindigkeit ist eine Vervierfachung des Luftwiederstandes und damit der Reibung.

Ich denke da ist ein Physik-Lehrer etwas überfordert und auch ein Prof der nicht in der Materie steckt müsste erstmal ne Weile grübeln.

Somit ist das kein statisches System mehr und die Berechnung müsste wesentlich an Aufwand zunehemen.

Korak
2004-11-18, 14:37:00
Tjo .. dann viel Spaß beim berechnen mit Luftwiederstand.

Mann bedenke, die Dichte der Luft ist nicht konstant .. und der Luftwiederstand ändert sich noch mit der Geschwindigkeit des Projektils. Verdopplung der Geschwindigkeit ist eine Vervierfachung des Luftwiederstandes und damit der Reibung.

Ich denke da ist ein Physik-Lehrer etwas überfordert und auch ein Prof der nicht in der Materie steckt müsste erstmal ne Weile grübeln.

Somit ist das kein statisches System mehr und die Berechnung müsste wesentlich an Aufwand zunehemen.


Also ich kann dir sagen, dass die Profs, dich ich kenn da nicht sonderlich lange 'grübeln' müssten ;)

Hm, die Luftdichte ändert sich nach (s) und V kann auch als Funktion von (s) ausgedrückt werden.

Ich fang mal an - mal gucken was bei rauskommt. X-D

Korak
2004-11-18, 15:20:06
Also das Gedöns was da am Ende rauskam (hab die Änderung der Reibung durch Geschw.änderung und Dichtenänderung berücksichtigt) war mir echt zu viel Arbeit das noch abzuleiten usw.

Deswegen hab ich das wieder vereinfacht und kam auf 2616,30m Höhe. Keine Garantie, dass das stimmt X-D Ich verrechne mich einfach zu oft ;D

RaumKraehe
2004-11-18, 15:53:36
Das wollt ich ja nur sagen. Da aufwand steigt drastisch wenn der Luftwiederstand mit dazu genommen wird.

Pinoccio
2004-11-18, 16:21:35
BTW. Wie verhält sich der Luftwiderstand bei Überschall?
Schaust du hier:
http://home.snafu.de/l.moeller/Weite-Schuesse/Weite-Schuesse-3.htm
Wenn dich das Thema generell interessiert, kann ich dir diese Seite nur wärmstens empfehlen. Der Typ HAT Ahnung!
Ist allerdinsg auch viel zu lesen ...

mfg Sebastian

Korak
2004-11-18, 20:17:04
Das wollt ich ja nur sagen. Da aufwand steigt drastisch wenn der Luftwiederstand mit dazu genommen wird.

Naja, wenn man es ganz genau nimmt, wird es wie gesagt mit dem integrieren etwas tricky.


Pinoccio:

Nein nicht wirklich, sollte mir das nur mal angucken - aus Spass an der Freude quasi.

Amarok
2004-11-18, 21:06:51
Du verwechselst die Kraft, der ich oder man entgegen wirken muß, mit der Beschleunigung, die aus dieser Kraft resultiert!

fg Sebastian
(der lansgasam dsie Tasten verwechselt!)
War ungeschickt ausgedrückt, gebe ich zu.

Meinte: Wenn ich mit einer Kraft dagegenhalte die eine Beschleunigung von 9.81m/s² bewirkt bleibt das Zeugs stehen...;)