resonatorman
2005-08-06, 07:43:11
Weil ich häufig danach gefragt werde und die meisten Anleitungen im Netz auf englisch sind, hier mal eine praxisbezogene und getestete Anleitung zum Voltmodden der 9800Pro-GPU. Den Voltmod für die RAMs nehme ich nicht mit auf, weil dieser aufwändig, gefährlich (für die Karte) und, nach allem was man hört, auch noch unwirksam ist.
Was wird gebraucht
-ein Elektroniklötkolben mit feiner Spitze (kann man evtl. auch selbst anfeilen)
-Elektrolot (nichts anderes!), dieses schmilzt schon bei ziemlich niedriger Temperatur
-ein regelbarer Widerstand 5 oder 10 Kiloohm, genannt Trimmpoti (die rechteckige Ausführung; die kleine runde ist ungeeignet, da zu ungenau)
-ein Meßgerät ("Multimeter")
Als erstes...
messen wir die Spannung, die der Chip bekommt. Hierzu stellen wir das Meßgerät auf 2 Volt = (Gleichstrom), 5 Volt geht auch. Gemessen wird im eingebauten Zustand der Karte bei laufendem Computer. Die (schwarze) Minus-Meßspitze kommt an Masse (blankes Blech des Gehäuses z.B.), die (rote) Plus-Meßspitze wird an den Punkt angelegt, den ich auf dem Foto mit + bezeichnet habe. Es ist der zweite Lötpunkt, vom Rand der Karte aus gesehen. Der erste Lötpunkt (auf dem Bild mit Tesaband abgeklebt) darf auf keinen Fall mit der Meßspitze berührt werden! Die Messung sollte einen Wert zwischen 1,6 und 1,7 V ergeben.
Default ist 1,7, jedoch bleiben die meisten Karten darunter - ein Grund mehr für den Mod!
http://img226.imageshack.us/img226/8367/9800hint4dd1rx.jpg
Dann...
bereiten wir den Widerstand vor. Die rechteckige Ausführung ist mit einer seitlichen Schraube sehr präzise einzustellen. Ob der Widerstand 5 oder 10 KOhm hat, ist egal. Eines der äußeren Beinchen (keinesfalls das mittlere!) wird jetzt einfach abgezwickt. Dies dient der Sicherheit, damit nicht versehentlich das falsche Beinchen angelötet wird, auf dem der Widerstand 0 ist - die Karte würde nach dem ersten Einschalten des Computers kaputt gehen. Anschließend wird das Multimeter auf 50 oder 100 Kiloohm eingestellt und der Widerstand zwischen den beiden verbleibenden Beinchen gemessen. Er sollte auf maximal stehen, also 5 oder 10 KOhm - wenn nicht, solange an der Schraube drehen, bis der Wert erreicht ist. Mehr Widerstand = weniger Spannung, deshalb beginnen wir zur Sicherheit mit dem hohen Wert.
Nochmal : vor dem Einlöten muß der Widerstand zwischen den zwei Beinchen mindestens 3 Kiloohm betragen!
Jetzt wird gelötet!
Karte ausgebaut und Kühler nach unten vor sich auf den Tisch gelegt, wenden wir uns dem einzig kritischen Lötpunkt zu, auf dem Chip mit der Bezeichnung SC1175 (der ist für die Spannung der GPU zuständig). Der Pin, an den wir einen dünnen Draht anbringen müssen, hat die Nummer 18 (der dritte von links auf der Oberseite, wenn man die Schrift lesen kann). Die Pins werden folgendermaßen gezählt : beginnend an der halbrunden Ausfräsung im Chip im Gegenuhrzeigersinn. Der Pin wird vorher mit etwas Lötfett bestrichen, dann wird das verzinnte, abisolierte Drahtende aufgesetzt und kurz (5-10 Sekunden maximal) mit der Lötspitze angedrückt. Wenn es nicht gleich hält, nicht endlos weiter löten, sondern abkühlen lassen und nochmal probieren! Ist der Draht gut angelötet, muß er einem leichten Zug mit den Fingern durchaus standhalten. Ganz wichtig : auf keinen Fall darf eine Verbindung mit den Nachbarpins entstehen, mit der Lupe kontrollieren!
Und weiter gehts...
mit den restlichen Lötungen, was jetzt aber nur noch Kindergeburtstag ist. Man sucht sich eine Massepunkt und lötet dort den zweiten Draht fest. Gut geeignet ist z.B. eine der dicken Lötstellen, wo der VGA-Stecker befestigt ist. Hier kann man nichts kaputtmachen, weshalb der Lötkolben auch ruhig länger aufgedrückt werden darf. Auch dieser Draht muß zugsicher sitzen!
Abschließend werden die Enden der beiden Drähte mit den Beinchen des Widerstands verbunden (nicht untereinander!), welches mit welchem ist ganz egal. Die Verdrahtung muß aussehen wie auf dem Schaubild :
http://img226.imageshack.us/img226/1910/vmod3lu.jpg
Was noch?
Eigentlich ist der Mod jetzt fertig. Man sollte sich Gedanken machen, wo der Widerstand platziert wird, damit man später im laufenden Betrieb daran drehen kann. Man kann ihn natürlich freischwebend belassen, eleganter ist die Befestigung auf der Platine wie auf dem Foto (muß aber nicht sein). Ich habe in dem Fall auf den zweiten Draht verzichtet und ein Beinchen des Widerstandes direkt an den Massepunkt angelötet.
Jetzt wird's ernst...
denn jetzt bauen wir die Karte ein und machen den Computer an. Wenn alles nach Vorschrift gemacht wurde, braucht man keine Angst zu haben, daß irgendwas kaputtgeht. Genau wie zu Anfang messen wir jetzt die Spannung, sie kann vielleicht schon minimal erhöht sein. Durch Drehen der Schraube und ständiges Messen danach tasten wir uns an die gewünschte Spannung heran. Am Anfang wird nicht viel passieren, aber trotzdem nicht leichtsinnig werden - plötzlich steigt die Spannung mit jeder Umdrehung rapide an!
Faustregel :
-1,7 V ist default
-1,8 V sollte mit Luftkühlung nicht überschritten werden
-1,9 V ist mit Wasserkühlung wohl machbar
-2,0 V ist die absolute Obergrenze und kann die Karte schon zerstören.
Durch die Spannungserhöhung entsteht natürlich viel mehr Wärme, so daß unbedingt auf eine gute Kühlung geachtet werden muß! Der Standardkühler ist dafür nicht ausreichend, am besten geeignet ist der Zalman VF-700 (den man auch für künftige Grafikkarten weiterverwenden kann), auf 12V betrieben.
Der ganze Aufwand wird mit besserer und vor allem stabilerer Übertaktbarkeit der GPU belohnt, eine gute Kühlung vorausgesetzt!
Was wird gebraucht
-ein Elektroniklötkolben mit feiner Spitze (kann man evtl. auch selbst anfeilen)
-Elektrolot (nichts anderes!), dieses schmilzt schon bei ziemlich niedriger Temperatur
-ein regelbarer Widerstand 5 oder 10 Kiloohm, genannt Trimmpoti (die rechteckige Ausführung; die kleine runde ist ungeeignet, da zu ungenau)
-ein Meßgerät ("Multimeter")
Als erstes...
messen wir die Spannung, die der Chip bekommt. Hierzu stellen wir das Meßgerät auf 2 Volt = (Gleichstrom), 5 Volt geht auch. Gemessen wird im eingebauten Zustand der Karte bei laufendem Computer. Die (schwarze) Minus-Meßspitze kommt an Masse (blankes Blech des Gehäuses z.B.), die (rote) Plus-Meßspitze wird an den Punkt angelegt, den ich auf dem Foto mit + bezeichnet habe. Es ist der zweite Lötpunkt, vom Rand der Karte aus gesehen. Der erste Lötpunkt (auf dem Bild mit Tesaband abgeklebt) darf auf keinen Fall mit der Meßspitze berührt werden! Die Messung sollte einen Wert zwischen 1,6 und 1,7 V ergeben.
Default ist 1,7, jedoch bleiben die meisten Karten darunter - ein Grund mehr für den Mod!
http://img226.imageshack.us/img226/8367/9800hint4dd1rx.jpg
Dann...
bereiten wir den Widerstand vor. Die rechteckige Ausführung ist mit einer seitlichen Schraube sehr präzise einzustellen. Ob der Widerstand 5 oder 10 KOhm hat, ist egal. Eines der äußeren Beinchen (keinesfalls das mittlere!) wird jetzt einfach abgezwickt. Dies dient der Sicherheit, damit nicht versehentlich das falsche Beinchen angelötet wird, auf dem der Widerstand 0 ist - die Karte würde nach dem ersten Einschalten des Computers kaputt gehen. Anschließend wird das Multimeter auf 50 oder 100 Kiloohm eingestellt und der Widerstand zwischen den beiden verbleibenden Beinchen gemessen. Er sollte auf maximal stehen, also 5 oder 10 KOhm - wenn nicht, solange an der Schraube drehen, bis der Wert erreicht ist. Mehr Widerstand = weniger Spannung, deshalb beginnen wir zur Sicherheit mit dem hohen Wert.
Nochmal : vor dem Einlöten muß der Widerstand zwischen den zwei Beinchen mindestens 3 Kiloohm betragen!
Jetzt wird gelötet!
Karte ausgebaut und Kühler nach unten vor sich auf den Tisch gelegt, wenden wir uns dem einzig kritischen Lötpunkt zu, auf dem Chip mit der Bezeichnung SC1175 (der ist für die Spannung der GPU zuständig). Der Pin, an den wir einen dünnen Draht anbringen müssen, hat die Nummer 18 (der dritte von links auf der Oberseite, wenn man die Schrift lesen kann). Die Pins werden folgendermaßen gezählt : beginnend an der halbrunden Ausfräsung im Chip im Gegenuhrzeigersinn. Der Pin wird vorher mit etwas Lötfett bestrichen, dann wird das verzinnte, abisolierte Drahtende aufgesetzt und kurz (5-10 Sekunden maximal) mit der Lötspitze angedrückt. Wenn es nicht gleich hält, nicht endlos weiter löten, sondern abkühlen lassen und nochmal probieren! Ist der Draht gut angelötet, muß er einem leichten Zug mit den Fingern durchaus standhalten. Ganz wichtig : auf keinen Fall darf eine Verbindung mit den Nachbarpins entstehen, mit der Lupe kontrollieren!
Und weiter gehts...
mit den restlichen Lötungen, was jetzt aber nur noch Kindergeburtstag ist. Man sucht sich eine Massepunkt und lötet dort den zweiten Draht fest. Gut geeignet ist z.B. eine der dicken Lötstellen, wo der VGA-Stecker befestigt ist. Hier kann man nichts kaputtmachen, weshalb der Lötkolben auch ruhig länger aufgedrückt werden darf. Auch dieser Draht muß zugsicher sitzen!
Abschließend werden die Enden der beiden Drähte mit den Beinchen des Widerstands verbunden (nicht untereinander!), welches mit welchem ist ganz egal. Die Verdrahtung muß aussehen wie auf dem Schaubild :
http://img226.imageshack.us/img226/1910/vmod3lu.jpg
Was noch?
Eigentlich ist der Mod jetzt fertig. Man sollte sich Gedanken machen, wo der Widerstand platziert wird, damit man später im laufenden Betrieb daran drehen kann. Man kann ihn natürlich freischwebend belassen, eleganter ist die Befestigung auf der Platine wie auf dem Foto (muß aber nicht sein). Ich habe in dem Fall auf den zweiten Draht verzichtet und ein Beinchen des Widerstandes direkt an den Massepunkt angelötet.
Jetzt wird's ernst...
denn jetzt bauen wir die Karte ein und machen den Computer an. Wenn alles nach Vorschrift gemacht wurde, braucht man keine Angst zu haben, daß irgendwas kaputtgeht. Genau wie zu Anfang messen wir jetzt die Spannung, sie kann vielleicht schon minimal erhöht sein. Durch Drehen der Schraube und ständiges Messen danach tasten wir uns an die gewünschte Spannung heran. Am Anfang wird nicht viel passieren, aber trotzdem nicht leichtsinnig werden - plötzlich steigt die Spannung mit jeder Umdrehung rapide an!
Faustregel :
-1,7 V ist default
-1,8 V sollte mit Luftkühlung nicht überschritten werden
-1,9 V ist mit Wasserkühlung wohl machbar
-2,0 V ist die absolute Obergrenze und kann die Karte schon zerstören.
Durch die Spannungserhöhung entsteht natürlich viel mehr Wärme, so daß unbedingt auf eine gute Kühlung geachtet werden muß! Der Standardkühler ist dafür nicht ausreichend, am besten geeignet ist der Zalman VF-700 (den man auch für künftige Grafikkarten weiterverwenden kann), auf 12V betrieben.
Der ganze Aufwand wird mit besserer und vor allem stabilerer Übertaktbarkeit der GPU belohnt, eine gute Kühlung vorausgesetzt!