aths
2006-06-18, 16:02:39
Das hier ist nur ein Ersteindruck.
Zu Beginn zähle ich die Komponenten auf, dann gibts erste Eindrücke zur Arbeitsgeschwindigkeit und anschließend verliere ich einige Worte zur 3D-Performance. Am Ende die für mich interessanteste Frage: Lohnt das Upgrade von 6600 GT zur 7600 GT?
Meine neuen Komponenten und die Arbeits-Performance
Es ist ein Nforce 4 Ultra Board von Gigabyte, vorerst Singlechannel 1024 MiB RAM (DDR, 400 MHz), Athlon 64 3800+ (2,4 GHz, 512 kiB L2-Cache), als Lüfter einen Arctic Cooling 64 Ultra TC, dazu eine 250-GB-Platte. Als VGA-Karte eine passive 7600 GT von MSI. Die GPU wird im 3D-Betrieb bis zu 90° warm, ich hoffe, dass sie das aushält. Das System ist insgesamt schön leise. Der PC schnurkelt vor sich hin, aber schon die zweite Lüfterstufe meines Laptops war nerviger.
Vom alten PC kommen ein DVD-Laufwerk und ein CD-Brenner, sowie die SB Audigy 2 ZS, um wieder die Creative T5400 einsetzen zu können (5.1-System für Spiele.) Damit sitze ich endlich wieder in der Musik drin, anstatt nur von vorne beschallt zu werden.
Zunächst war ein 3500+ geplant (2,2 GHz, 512 kiB L2-Cache) und ich grübelte, ob ich mir nicht den 3700+ (gleiche Taktung, aber 1 MiB L2-Cache) noch leisten könnte. Dann fiel kurz vor dem Kauf der Preis des 3800-ers auf 3500-er Niveau, ich verzichtete auf die +512 kiB Cache und nahm die zusätzlichen 200 MHz. Weil ich auf den alten Sockel gesetzt habe, bleiben mir große CPU-Upgrademöglichkeiten verwehrt. Wahrscheinlich werde ich mich da noch mal ärgern, aber erst mal sehe ich kein Problem mit dem Singlecore den PC mindestens zwei, eher drei Jahre zu benutzen.
Gegenüber dem Laptop (Centrino, Pentium-M 1,6 GHz, 1024 MiB RAM) laufen die Anwendungen besser. OpenOffice startet schneller. Der Firefox reagiert schneller. Interessanterweise habe ich bisher nicht den Eindruck, dass Seti@Home schneller rechnet. Da muss ich mir noch mal einige zusätzliche Workunits holen. Sobald wieder Geld im Haus ist, soll noch ein zweites Gig RAM nachgerüstet werden, auch eine zusätzliche Platte ist noch vorgesehen. Wenn ich das richtig sehe, bietet das Gehäuse auch noch den Platz für ein optisches Laufwerk – so könnte ein DVD-Brenner nachgerüstet werden.
Das wichtigste Merkmal eines Arbeits-PCs ist aber aus meiner Sicht nicht die Verarbeitungsgeschwindigkeit, sondern das Zusammenspiel aus den drei folgenden Komponenten:
- Bequeme Eingabe (da nutze ich weiterhin mein MS Natural Keyboard)
- Augenschonende Ausgabe (mein 19" TFT von BenQ ist per DVI angeschlossen)
- Ruhige Umgebung (der PC ist nicht lautlos, aber – abgesehen von den Plattenzugriffen – sehr leise.)
Somit kann ich endlich wieder vernünftig arbeiten. Ich hoffe, dass sich das auch in der Artikelfrequenz bemerkbar macht. Wermutstropfen: Bislang ist es mir nicht gelungen, den zweiten Monitor (19" CRT) zum Laufen zu bringen. Er erkennt nicht, dass ein Signal am Kabel anliegen müsste und zeigt kein Bild an (könnte das am DVI->D-Sub-Stecker liegen?)
Spiele-Performance und Qualität
Spiele waren auf dem Laptop mit der Radeon 9700 Mobile durchaus möglich, darunter auch WoW (mittlere Sichtweite) in 1280x1024 mit 2x AAA. (Tatsächlich ist die 9700 Mobile eine 9600, die Taktraten bei mir: Ca. 400 MHz für den Core, ca. 200 MHz für den Speicher)
Jetzt flutscht WoW natürlich auch mit 4x AA.
Die reinen Supersampling-Modi habe ich noch nicht ausprobiert. Was die Antialiasing-Settings angeht, bin ich mit der 7600 GT aber jetzt schon sehr zufrieden: Es gibt 1x, 2x, 4x, was man frei kombinieren kann mit Gamma-adjusted Downfiltering; und es gibt nicht nur "Transparenz-Glättung an oder aus", sondern zwei verschiedene Methoden.
Die Supersampling-Methode wäre als die höherwertigere einzustufen. Die Maschendrahtzäune in HL2 sind mit 4x TSSAA endlich mal vernünftig anzusehen. In WoW hingegen kann auch die TMSAA-Methode durchaus sinnvoll sein, weil die vergrößerten Bereiche damit unscharf werden. Das wirkt dann ein klein wenig wie Tiefenschärfe.
Die MSAA-Methode könnte bei 4x ja eigentlich nur 3 Transparenz-Zwischenstufen (also 4 Stufen insgesamt) erlauben. Um mehr zu bieten, rechnet die G70-Architektur offenbar erst mal mit 16 Stufen, und dithert dann. Naja, das sieht nicht immer gut aus, aber dann nimmt man halt TSSAA und hat scharfe (aber geglättete) Alphatest-Löcher. Dass Nvidia zwei Lösungen anbietet, sehe ich aber als Vorteil. Ebenso, dass man das Gamma-adjusted downfiltering abschalten kann. Denn in einigen Spielen dreht man die Gamma-Korrektur so stark auf, dass das "adjusted downfiltering" dann praktisch schon drin ist.
Die Leistung der 7600 GT ist beeindruckend. Und das, wo der Chip von der Pixelbreite nur ein halber G71 ist, dazu bei moderater Taktung und einem 128-Bit-Interface mit nur zweifacher Unterteilung. Half-Life 2 läuft erwartungsgemäß mit 4x AA und hohem AF-Grad ohne Probleme. Wichtiger für mich die Doom-3-Performance: Ebenfalls sehr gut. Auf dem Doom-3-HQ-Setting (also eine Stufe vor Ultra-HQ) wird die 7600 GT zwar ausgelastet, aber noch nicht überlastet.
World of Warcraft sieht läuft endlich wieder richtig flüssig. Die 9"7"00 Mobility kann WoW in spielbarer Performance rendern, und das bei 2x AA mit Alphatest-Glättung (leider nur inoffiziell zuschaltbar.) Schöner sieht es aus mit 4x AA bei höheren Sichtweiten (ich spiele jetzt mit 3/4 Sichtweite anstatt ständig je nach Ortschaft umzuschalten.
Bei der 7600 GT hab ich erst mal alle "Optimierungen" deaktiviert und anschließend die Systemleistung auf "Hohe Qualität" gesetzt. Trotzdem: Der anisotrope Filter ist nicht auf dem Stand der Technik. In WoW funktioniert die applikationsgesteuerte Einstellung nicht, also schalte ich es per aTuner zu. Mit AF bekommt man aber ein Flimmern rein, was ich so von der Radeon Mobility nicht in Erinnerung habe, obwohl ich dort mit Standard-AI zockte.
Ebenfalls schade ist die winkelabhängige Glättung. Klar, Bodentexturen sehen im Vergleich von 1x AF zu 8x AF sehr viel besser aus. Mein feinnerviges Sehorgan sieht aber auch gerade in WoW trotzdem die Winkel, die weniger AF abbekommen. Nun spiele ich WoW ohnehin eher mit nur 4x AF, weil man sonst auch die Texturwiederholung zu gut sieht – und damit Kachelmuster. Aus meiner Sicht ist das GF7-AF aber ein echter Mangel, die extreme Texelleistung nicht in gleichmäßige Texturschärfe umsetzen zu können.
Mit der FX 5900 XT flimmern die Bodentexturen in WoW so nicht, aber mit der 6600 GT war es dann schon flimmrig. Ein möglicher Ausweg wäre Supersampling-Antialiasing, aber das ist ja Leistungsverschwendung zum Quadrat. Selbst die Radeon Mobile zieht – trotz aktiven "Optimierungen" – meine 7600 GT von der Texturruhe her ab! Auch in Doom 3 könnten die Bodentexturen gerne etwas stärker gefiltert werden.
Bei der Radeon X1000-Serie kostet das gute (da weniger winkelabhängige) AF im Vergleich zur alten, stark winkelabhängigen Methode nur etwa 6% der Framerate. Lassen wir es bei der 7600 GT 15% kosten, oder auch – sind wir richtig großzügig – 25%. (Realistisch hielte ich etwa 15%.) Die Leistung wäre da. ATI beweist, dass es (zur Not mit A. I. off) flimmerfrei und schwach winkelabhängig bei gleichzeitig sehr guter Performance geht.
Upgrade zur 6600 GT?
Wer eine 6600 (ohne GT) hat, für den ist die 7600 GT auf jeden Fall ein erhebliches Upgrade in Sachen Leistung. Die 7600 GT bietet zur 6600 GT noch immer den Vorteil von Alphatestkantenglättung, ohne dafür gleich Supersampling aktivieren zu müssen. Die 6600 GT bringt durchaus WoW mit 4x Supersampling (4x SSAA) in 1280x1024. Mit 4x sparse TSSAA ist es nicht nur schneller, es sieht auch deutlich besser aus (da die Kanten durch die bessere Subpixel-Anordnung glatter sind, und TSSAA weniger Leistung verbraucht als generelles SSAA.)
Dazu kommt die 68% höhere Pixelleistung (durch Architekturbreite und Takt), selbst bei voller Speicherbandbreitenlimitierung gibt es noch 40% mehr Power (da 700 statt 500 MHz Takt.) Pixelshader (PS) werden immer wichtiger, und dank den Verbesserungen in CineFX 4 zum Vorgänger CineFX 3 gibt es pro Pixelpipeline etwa 25% mehr Leistung. Verrechnet mit der breiteren Architektur und der Taktsteigerung sind das 110% mehr reine PS-Leistung.
Die Speicherbandbreite war über Jahre – ATIs HyperZ hin und Nvidias LMA her – der Flaschenhals schlechthin. Bei 4x AA ist es auch heute noch ein Engpass, mit 4x AA wird die 7600 GT in aktuellen Spielen wahrscheinlich überfordert sein (getestet habe ich es mangels aktuellen Spielen nicht.) Um die 7600-GT-Texelleistung ausnutzen zu können, dürften nur komprimierte Texturen zum Einsatz kommen. Auch mit diversen anderen Rechnungen ließe sich belegen, dass das 128-Bit-Interface trotz 700 MHz der Flaschenhals sein müsste. Zumal die Speicherinterface-Hardware der 7600 GT nicht ausoptimiert ist (mit einer 4x-Crossbar könnte man im Vergleich zur 2x Crossbar sicherlich noch etwas rausschinden.) Dass die immer stärkere Verwendung arithmetischer Pixelshader-Rechnungen die Verhältnisse verschiebt, und Speicherbandbreite unwichtiger werden lässt, macht die Spiele nicht schneller – sondern nur weniger langsamer. Mit 22,4 GB/s Speicherbandbreite hat man andererseits eine Menge Power. Zum Vergleich:
GeForce 2 Pro: 6,4 GB/s (4,0 B/Texel)
Voodoo 5 6000: 10,6 GB/s (8,0 B/Texel)
GeForce 6600 GT AGP: 14,4 GB/s (3,6 B/Texel)
GeForce 7600 GT: 22,4 GB/s (3,3 B/Texel)
GeForce 6800 Ultra: 35,2 GB/s (5,1 B/Texel)
Was die Tabelle nicht zeigt ist, dass bei neueren Modellen diverse Verbesserungen die benötigte Speicherbandbreite erheblich reduzieren.
Wer eine schnelle CPU hat, braucht auch schnelle Vertexshader (VS) um die Transformation nicht zum Flaschenhals werden zu lassen. Die 7600 GT bietet 5 statt 3 VS – und damit erst mal genug Luft. In der Praxis limitieren die VS fast nie, aber wenn doch wäre es Verschwendung damit die (deutlich teureren) PS-Einheiten auszubremsen. Zu guter Letzt bietet die die 7600 GT mehr ROP-Power: 16x Z oder 8x Color/Z, 8 Alphablendings (4 bei FP16-Rendering) gegenüber 8x Z oder 4x Color/Z bzw. 2 Alphablendings (1 mit FP16-Rendering.) Nun limieren die ROPs, was den Pixeloutput angeht, bei der 6600 höchstens in ganz wenigen synthetischen Benchmarks – aber die verbesserte Z-Leistung der 7600-er kommt bestimmten Spielen, wie Doom 3, natürlich trotzdem zugute.
Wer, wie ich, von einem AGP-System auf PCIe umsteigt, und vorher eine 6600 GT hatte, dürfte mit einer 7600 GT erst mal ganz gut bedient sein. Der gewaltige Leistungssprung ist es nicht, das Upgrade lohnt nur dann, wenn man wegen Grafiksteckplatz-Systemwechsel sowieso eine neue Grafikkarte braucht.
Zu Beginn zähle ich die Komponenten auf, dann gibts erste Eindrücke zur Arbeitsgeschwindigkeit und anschließend verliere ich einige Worte zur 3D-Performance. Am Ende die für mich interessanteste Frage: Lohnt das Upgrade von 6600 GT zur 7600 GT?
Meine neuen Komponenten und die Arbeits-Performance
Es ist ein Nforce 4 Ultra Board von Gigabyte, vorerst Singlechannel 1024 MiB RAM (DDR, 400 MHz), Athlon 64 3800+ (2,4 GHz, 512 kiB L2-Cache), als Lüfter einen Arctic Cooling 64 Ultra TC, dazu eine 250-GB-Platte. Als VGA-Karte eine passive 7600 GT von MSI. Die GPU wird im 3D-Betrieb bis zu 90° warm, ich hoffe, dass sie das aushält. Das System ist insgesamt schön leise. Der PC schnurkelt vor sich hin, aber schon die zweite Lüfterstufe meines Laptops war nerviger.
Vom alten PC kommen ein DVD-Laufwerk und ein CD-Brenner, sowie die SB Audigy 2 ZS, um wieder die Creative T5400 einsetzen zu können (5.1-System für Spiele.) Damit sitze ich endlich wieder in der Musik drin, anstatt nur von vorne beschallt zu werden.
Zunächst war ein 3500+ geplant (2,2 GHz, 512 kiB L2-Cache) und ich grübelte, ob ich mir nicht den 3700+ (gleiche Taktung, aber 1 MiB L2-Cache) noch leisten könnte. Dann fiel kurz vor dem Kauf der Preis des 3800-ers auf 3500-er Niveau, ich verzichtete auf die +512 kiB Cache und nahm die zusätzlichen 200 MHz. Weil ich auf den alten Sockel gesetzt habe, bleiben mir große CPU-Upgrademöglichkeiten verwehrt. Wahrscheinlich werde ich mich da noch mal ärgern, aber erst mal sehe ich kein Problem mit dem Singlecore den PC mindestens zwei, eher drei Jahre zu benutzen.
Gegenüber dem Laptop (Centrino, Pentium-M 1,6 GHz, 1024 MiB RAM) laufen die Anwendungen besser. OpenOffice startet schneller. Der Firefox reagiert schneller. Interessanterweise habe ich bisher nicht den Eindruck, dass Seti@Home schneller rechnet. Da muss ich mir noch mal einige zusätzliche Workunits holen. Sobald wieder Geld im Haus ist, soll noch ein zweites Gig RAM nachgerüstet werden, auch eine zusätzliche Platte ist noch vorgesehen. Wenn ich das richtig sehe, bietet das Gehäuse auch noch den Platz für ein optisches Laufwerk – so könnte ein DVD-Brenner nachgerüstet werden.
Das wichtigste Merkmal eines Arbeits-PCs ist aber aus meiner Sicht nicht die Verarbeitungsgeschwindigkeit, sondern das Zusammenspiel aus den drei folgenden Komponenten:
- Bequeme Eingabe (da nutze ich weiterhin mein MS Natural Keyboard)
- Augenschonende Ausgabe (mein 19" TFT von BenQ ist per DVI angeschlossen)
- Ruhige Umgebung (der PC ist nicht lautlos, aber – abgesehen von den Plattenzugriffen – sehr leise.)
Somit kann ich endlich wieder vernünftig arbeiten. Ich hoffe, dass sich das auch in der Artikelfrequenz bemerkbar macht. Wermutstropfen: Bislang ist es mir nicht gelungen, den zweiten Monitor (19" CRT) zum Laufen zu bringen. Er erkennt nicht, dass ein Signal am Kabel anliegen müsste und zeigt kein Bild an (könnte das am DVI->D-Sub-Stecker liegen?)
Spiele-Performance und Qualität
Spiele waren auf dem Laptop mit der Radeon 9700 Mobile durchaus möglich, darunter auch WoW (mittlere Sichtweite) in 1280x1024 mit 2x AAA. (Tatsächlich ist die 9700 Mobile eine 9600, die Taktraten bei mir: Ca. 400 MHz für den Core, ca. 200 MHz für den Speicher)
Jetzt flutscht WoW natürlich auch mit 4x AA.
Die reinen Supersampling-Modi habe ich noch nicht ausprobiert. Was die Antialiasing-Settings angeht, bin ich mit der 7600 GT aber jetzt schon sehr zufrieden: Es gibt 1x, 2x, 4x, was man frei kombinieren kann mit Gamma-adjusted Downfiltering; und es gibt nicht nur "Transparenz-Glättung an oder aus", sondern zwei verschiedene Methoden.
Die Supersampling-Methode wäre als die höherwertigere einzustufen. Die Maschendrahtzäune in HL2 sind mit 4x TSSAA endlich mal vernünftig anzusehen. In WoW hingegen kann auch die TMSAA-Methode durchaus sinnvoll sein, weil die vergrößerten Bereiche damit unscharf werden. Das wirkt dann ein klein wenig wie Tiefenschärfe.
Die MSAA-Methode könnte bei 4x ja eigentlich nur 3 Transparenz-Zwischenstufen (also 4 Stufen insgesamt) erlauben. Um mehr zu bieten, rechnet die G70-Architektur offenbar erst mal mit 16 Stufen, und dithert dann. Naja, das sieht nicht immer gut aus, aber dann nimmt man halt TSSAA und hat scharfe (aber geglättete) Alphatest-Löcher. Dass Nvidia zwei Lösungen anbietet, sehe ich aber als Vorteil. Ebenso, dass man das Gamma-adjusted downfiltering abschalten kann. Denn in einigen Spielen dreht man die Gamma-Korrektur so stark auf, dass das "adjusted downfiltering" dann praktisch schon drin ist.
Die Leistung der 7600 GT ist beeindruckend. Und das, wo der Chip von der Pixelbreite nur ein halber G71 ist, dazu bei moderater Taktung und einem 128-Bit-Interface mit nur zweifacher Unterteilung. Half-Life 2 läuft erwartungsgemäß mit 4x AA und hohem AF-Grad ohne Probleme. Wichtiger für mich die Doom-3-Performance: Ebenfalls sehr gut. Auf dem Doom-3-HQ-Setting (also eine Stufe vor Ultra-HQ) wird die 7600 GT zwar ausgelastet, aber noch nicht überlastet.
World of Warcraft sieht läuft endlich wieder richtig flüssig. Die 9"7"00 Mobility kann WoW in spielbarer Performance rendern, und das bei 2x AA mit Alphatest-Glättung (leider nur inoffiziell zuschaltbar.) Schöner sieht es aus mit 4x AA bei höheren Sichtweiten (ich spiele jetzt mit 3/4 Sichtweite anstatt ständig je nach Ortschaft umzuschalten.
Bei der 7600 GT hab ich erst mal alle "Optimierungen" deaktiviert und anschließend die Systemleistung auf "Hohe Qualität" gesetzt. Trotzdem: Der anisotrope Filter ist nicht auf dem Stand der Technik. In WoW funktioniert die applikationsgesteuerte Einstellung nicht, also schalte ich es per aTuner zu. Mit AF bekommt man aber ein Flimmern rein, was ich so von der Radeon Mobility nicht in Erinnerung habe, obwohl ich dort mit Standard-AI zockte.
Ebenfalls schade ist die winkelabhängige Glättung. Klar, Bodentexturen sehen im Vergleich von 1x AF zu 8x AF sehr viel besser aus. Mein feinnerviges Sehorgan sieht aber auch gerade in WoW trotzdem die Winkel, die weniger AF abbekommen. Nun spiele ich WoW ohnehin eher mit nur 4x AF, weil man sonst auch die Texturwiederholung zu gut sieht – und damit Kachelmuster. Aus meiner Sicht ist das GF7-AF aber ein echter Mangel, die extreme Texelleistung nicht in gleichmäßige Texturschärfe umsetzen zu können.
Mit der FX 5900 XT flimmern die Bodentexturen in WoW so nicht, aber mit der 6600 GT war es dann schon flimmrig. Ein möglicher Ausweg wäre Supersampling-Antialiasing, aber das ist ja Leistungsverschwendung zum Quadrat. Selbst die Radeon Mobile zieht – trotz aktiven "Optimierungen" – meine 7600 GT von der Texturruhe her ab! Auch in Doom 3 könnten die Bodentexturen gerne etwas stärker gefiltert werden.
Bei der Radeon X1000-Serie kostet das gute (da weniger winkelabhängige) AF im Vergleich zur alten, stark winkelabhängigen Methode nur etwa 6% der Framerate. Lassen wir es bei der 7600 GT 15% kosten, oder auch – sind wir richtig großzügig – 25%. (Realistisch hielte ich etwa 15%.) Die Leistung wäre da. ATI beweist, dass es (zur Not mit A. I. off) flimmerfrei und schwach winkelabhängig bei gleichzeitig sehr guter Performance geht.
Upgrade zur 6600 GT?
Wer eine 6600 (ohne GT) hat, für den ist die 7600 GT auf jeden Fall ein erhebliches Upgrade in Sachen Leistung. Die 7600 GT bietet zur 6600 GT noch immer den Vorteil von Alphatestkantenglättung, ohne dafür gleich Supersampling aktivieren zu müssen. Die 6600 GT bringt durchaus WoW mit 4x Supersampling (4x SSAA) in 1280x1024. Mit 4x sparse TSSAA ist es nicht nur schneller, es sieht auch deutlich besser aus (da die Kanten durch die bessere Subpixel-Anordnung glatter sind, und TSSAA weniger Leistung verbraucht als generelles SSAA.)
Dazu kommt die 68% höhere Pixelleistung (durch Architekturbreite und Takt), selbst bei voller Speicherbandbreitenlimitierung gibt es noch 40% mehr Power (da 700 statt 500 MHz Takt.) Pixelshader (PS) werden immer wichtiger, und dank den Verbesserungen in CineFX 4 zum Vorgänger CineFX 3 gibt es pro Pixelpipeline etwa 25% mehr Leistung. Verrechnet mit der breiteren Architektur und der Taktsteigerung sind das 110% mehr reine PS-Leistung.
Die Speicherbandbreite war über Jahre – ATIs HyperZ hin und Nvidias LMA her – der Flaschenhals schlechthin. Bei 4x AA ist es auch heute noch ein Engpass, mit 4x AA wird die 7600 GT in aktuellen Spielen wahrscheinlich überfordert sein (getestet habe ich es mangels aktuellen Spielen nicht.) Um die 7600-GT-Texelleistung ausnutzen zu können, dürften nur komprimierte Texturen zum Einsatz kommen. Auch mit diversen anderen Rechnungen ließe sich belegen, dass das 128-Bit-Interface trotz 700 MHz der Flaschenhals sein müsste. Zumal die Speicherinterface-Hardware der 7600 GT nicht ausoptimiert ist (mit einer 4x-Crossbar könnte man im Vergleich zur 2x Crossbar sicherlich noch etwas rausschinden.) Dass die immer stärkere Verwendung arithmetischer Pixelshader-Rechnungen die Verhältnisse verschiebt, und Speicherbandbreite unwichtiger werden lässt, macht die Spiele nicht schneller – sondern nur weniger langsamer. Mit 22,4 GB/s Speicherbandbreite hat man andererseits eine Menge Power. Zum Vergleich:
GeForce 2 Pro: 6,4 GB/s (4,0 B/Texel)
Voodoo 5 6000: 10,6 GB/s (8,0 B/Texel)
GeForce 6600 GT AGP: 14,4 GB/s (3,6 B/Texel)
GeForce 7600 GT: 22,4 GB/s (3,3 B/Texel)
GeForce 6800 Ultra: 35,2 GB/s (5,1 B/Texel)
Was die Tabelle nicht zeigt ist, dass bei neueren Modellen diverse Verbesserungen die benötigte Speicherbandbreite erheblich reduzieren.
Wer eine schnelle CPU hat, braucht auch schnelle Vertexshader (VS) um die Transformation nicht zum Flaschenhals werden zu lassen. Die 7600 GT bietet 5 statt 3 VS – und damit erst mal genug Luft. In der Praxis limitieren die VS fast nie, aber wenn doch wäre es Verschwendung damit die (deutlich teureren) PS-Einheiten auszubremsen. Zu guter Letzt bietet die die 7600 GT mehr ROP-Power: 16x Z oder 8x Color/Z, 8 Alphablendings (4 bei FP16-Rendering) gegenüber 8x Z oder 4x Color/Z bzw. 2 Alphablendings (1 mit FP16-Rendering.) Nun limieren die ROPs, was den Pixeloutput angeht, bei der 6600 höchstens in ganz wenigen synthetischen Benchmarks – aber die verbesserte Z-Leistung der 7600-er kommt bestimmten Spielen, wie Doom 3, natürlich trotzdem zugute.
Wer, wie ich, von einem AGP-System auf PCIe umsteigt, und vorher eine 6600 GT hatte, dürfte mit einer 7600 GT erst mal ganz gut bedient sein. Der gewaltige Leistungssprung ist es nicht, das Upgrade lohnt nur dann, wenn man wegen Grafiksteckplatz-Systemwechsel sowieso eine neue Grafikkarte braucht.