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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Das europäische Shuttle


Monger
2006-10-30, 13:48:43
Grad gelesen: http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltraum/0,1518,443901,00.html

Es wird zwar extra betont, dass man keinen Gegenentwurf zur NASA sein möchte, aber alleine dass es solche Querelen gibt, ist doch schon erbärmlich. Da hat man an der ISS zum ersten Mal alle Nationen halbwegs friedlich unter einen Hut gekriegt, und jetzt kommt doch wieder der nationale Alleingang.

Ich finde es nicht so wahnsinnig prickelnd dass man die Russen ins Boot holen muss, aber was die Raumfahrt angeht haben sie sich ja als deutlich zuverlässiger als die Amerikaner erwiesen.

DrumDub
2006-10-30, 13:51:48
Ich finde es nicht so wahnsinnig prickelnd dass man die Russen ins Boot holen muss, warum? ich seh das eher als vorteil an, gerade wegen der synergieeffekte. schließlich haben europäer und russen (die ja auch zumindest zu einem drittel europäer sind ;)) recht unterschiedliche stärken in der raumfahrt.

Monger
2006-10-30, 14:13:26
Einfach aus moralischen und politischen Gründen. Russland ist immer noch ziemlich instabil, und Sachen wie mangelnde Pressefreiheit usw. finde ich jetzt nicht soooo beruhigend.
Aber wie gesagt: was die bemannte Raumfahrt angeht, ist Russland momentan unschlagbar zuverlässig (was für eine Ironie der Geschichte!). Vom geschäftlichen Standpunkt aus ist diese Kooperation sicherlich eine goldrichtige Entscheidung.

mofhou
2006-10-30, 16:31:21
warum? ich seh das eher als vorteil an, gerade wegen der synergieeffekte. schließlich haben europäer und russen (die ja auch zumindest zu einem drittel europäer sind ;)) recht unterschiedliche stärken in der raumfahrt.
Sehe ich genauso, ich hoffe, dass da jetzt keiner größenwahnsinnig wird und es zu einem soliden, kostengünstigen "Shuttle" kommt, die Sache mit dem Mond halte ich für zweitrangig.
mfg
mofhou
PS: Laut Text hat sich Japan ja auch noch angekündigt.

Gaestle
2006-10-30, 16:37:25
"Hermes", "Buran" und andere...

Ist ja nicht der erste Versuch. Mal sehen wie weit die Europäer (mit den Russen) diesmal kommen.

Light
2006-10-30, 16:49:35
Mir gefällt die Recycling-Idee dahinter nicht sonderlich. Es wäre doch viel angebrachter, vorhandene Technologien zu verbessern und weiterentwickeln, um aus dem vorhandenen "Material" mehr, und vor allem kostengünstiger, herauszuholen.

Monger
2006-10-30, 16:57:05
Mir gefällt die Recycling-Idee dahinter nicht sonderlich. Es wäre doch viel angebrachter, vorhandene Technologien zu verbessern und weiterentwickeln, um aus dem vorhandenen "Material" mehr, und vor allem kostengünstiger, herauszuholen.

Aber genau das machen sie doch!? :|
Sie entwickeln bewährte Technik weiter, und setzen auf Wiederverwendbarkeit. Im Grunde führen sie nur die Stärken der Russen und der ESA zusammen. Unheimlich pragmatisch, aber da Geld ja auch nicht auf Bäumen wächst, finde ich die Entscheidung schon richtig.
Ich finde vorallem interessant, dass man sich von der Infrastruktur her so viel Gedanken macht. Das größte Problem ist nunmal, günstig in den Orbit zu kommen. Erst wenn man da schnell, günstig und häufig hinkommt, kann man auch über größere Projekte nachdenken.
Gerade die Probleme mit der ISS zeigen das ja sehr schmerzhaft.

Light
2006-10-30, 17:27:34
Aber genau das machen sie doch!? :|
Sie entwickeln bewährte Technik weiter, und setzen auf Wiederverwendbarkeit. Im Grunde führen sie nur die Stärken der Russen und der ESA zusammen. Unheimlich pragmatisch, aber da Geld ja auch nicht auf Bäumen wächst, finde ich die Entscheidung schon richtig.
Ich finde vorallem interessant, dass man sich von der Infrastruktur her so viel Gedanken macht. Das größte Problem ist nunmal, günstig in den Orbit zu kommen. Erst wenn man da schnell, günstig und häufig hinkommt, kann man auch über größere Projekte nachdenken.
Gerade die Probleme mit der ISS zeigen das ja sehr schmerzhaft.
Bitte verzeih mir, ich habe mich unklar ausgedrückt.

Dieser Artikel sagt für mich aus, dass die ESA und Russland vorhandene Technologien heranziehen und diese "getrennt" zusammenwürfeln. Ich verstehe darunter, dass das Produkt aus Technologie A und B nicht Technologie C sondern Technologie AB sein wird.
Dazu wollte ich anmerken, dass es mehr Sinn machen würde, wenn man basierend auf den der beiden Seiten bekannten Technologien in die Richtung einer neuen Technologiestufe hinarbeitet.

Auf der zweiten Seite des Artikels wird hervorgehoben, welche Grenzen eine solche Technologie-Zusammenwürfelei hat. Da wird zum Beispiel erwähnt, dass es bei den unterschiedlichen Designs des Wiedereintrittsmodul (klarerweise) unterschiedliche Vor- und Nachteile gibt. Dies würde bedeuten, dass sich die ESA und Russland auf eine Größenordnung von Missionen (plump: ISS oder Mond) spezialisieren müssten.

Wäre es da nicht geschickter, mit dem Vorwissen aus beiden Transportdesigns ein Wiedereintrittsmodul zu kreieren, dass für beide Größenordnungen von Missionen geeignet ist?

Abdul Alhazred
2006-10-30, 17:29:38
@Light - wir reden hier von Ingeneure und Wissenschaftler die Zentimeter von Zoll unterscheiden können... ;)

Jenny23
2006-10-30, 17:48:00
Wäre es da nicht geschickter, mit dem Vorwissen aus beiden Transportdesigns ein Wiedereintrittsmodul zu kreieren, dass für beide Größenordnungen von Missionen geeignet ist?Das wäre dann das Apollodesign. Eine Kapsel die auf die Erde zurückplumpst. Das dürfte zudem auch das sicherere und billigere Konzept sein, zudem ist es bewährt.
Forschen kann man in Stationen im Orbit und Nutzlasten kann man drunterhängen, wenn man sie denn direkt braucht. Dann braucht man auch nicht wie das Shuttle wieder jede Menge Luft in der leeren Ladeluke nach unten befördern. Man kann zwar nicht exakt vorhersagen wo die Kapsel genau herunterkommt, aber die Russen haben das mit Sojus doch gut im Griff. Die Bergung der Kapsel wird nicht teurer sein als Landebahnen bereitzuhalten und den Hitzeschutz immer wieder zu erneuern.
Ich finde, daß eigentlich alles für eine Kapsel spricht und kaum etwas für ein Shuttle. Meiner Meinung nach sollte man Sojus weiterentwickeln. Das Ding ist robust, solide, relativ sicher (sicherer als das Shuttle) und hat sich bewährt. Im Gegensatz zum Shuttle wo es Experten zu Folge schon eher erstaunlich ist, daß so viele Flüge gut geklappt haben. Das Shuttle ist Mist, eine Geldvernichtungsmaschine und eine Fehlkonstruktion in mehrerlei Hinsicht (die seitliche Befestigung, fehlende Fluchtmöglichkeiten für die Astronauten). Für ein Shuttle kann man etwa 10 Sojus starten.

Monger
2006-10-30, 17:49:31
@light: Ich bin kein Raumfahrtingenieur aber ich glaube, nicht immer ist die eierlegende Wollmilchsau die richtige Wahl.

Das Space Shuttle wollte alles sein: Lastesel, Personentransporter, Flugzeug. Mir leuchtet aber die Argumentation im Artikel ein, dass es im Grunde zwei große Anwendungsfälle für die Raumfahrt gibt: Lastentransport (billig, schwer, klobig) und Personentransport (teuer, leicht, extrem hochtechnisiert)

Warum nicht für unterschiedliche Anwendungsfälle auch unterschiedliche Raumfahrzeuge entwerfen? Eine günstige Kapsel hier, ein landefähiger Gleiter da?

Wenn die Amerikaner irgendwas größeres ins All schießen wollen, müssen sie jedesmal ihr Spaceshuttle vorbereiten, was viele Monate Vorbereitungszeit und viel Geld kostet. Die ESA kann einfach mal die Ariane hochschießen, und das zu einem vertretbarem Preis.

Deshalb: warum denn zwei erfolgreiche Konzepte über Bord werfen? Sollen doch beide großen Institute (also ESA und ... wie heißt das bei den Russen eigentlich ?!?) erstmal das weiterverfolgen was sie besonders gut können. Wenn dann irgendwann mal sich die Notwendigkeit für irgendwas ganz neues zeigt, kann man sich ja immer noch zusammentun.

Was hier halt an Raumfahrt betrieben wird, ist halt sehr pragmatisch. Aber damit kommt man möglicherweise deutlich weiter als die NASA mit ihren recht luftigen Fantasien.

Jenny23
2006-10-30, 18:02:29
Zudem: Wann brauchen wir schon unbedingt Astronauten im Orbit? Könnte man etwas wie Hubble nicht auch aus einer Kapsel heraus reparieren, notfalls vielleicht mit einer Kapsel und noch einer Einheit drunter?

greeny
2006-10-30, 18:22:47
"Hermes", "Buran" und andere...

Ist ja nicht der erste Versuch. Mal sehen wie weit die Europäer (mit den Russen) diesmal kommen.
stimmt... leider...
um die buran trauere ich irgendwie immer noch... hätt' echt was draus werden können...
mit hermes konnte ich mich irgendwie nicht wirklich anfreunden...

Light
2006-10-31, 12:28:33
@Jenny23: Da dürfte die Grenze dann wohl bei den Schwertransporten liegen. Direkt benötigte Fracht kann man sicher in einem gewissen Rahmen mittransportieren, aber für die "großen Teile" wird man dann öfters fliegen müssen.
Bezogen auf Personentransport hast du natürlich recht.

Kann man wirklich für 1 Shuttle etwa 10 Sojus starten? Kennt wer genauere Zahlen dazu?

@Monger: Zu Beginn waren für das russische Raumprogramm die "kosmische Streitkräfte" (WKS) zuständig. Später wurde für den zivilen Teil die "Roskosmos" gegründet.
Ich finde es schade, dass man gerade in einer so stark zukunftsweisenden Branche wie die Raumfahrt so pragmatisch handelt. Gerade hier hat man doch genug Gründe, allein wenn wir in Richtung Kosten denken, die bisherige Technik durch bessere zu ersetzen.
Das Spaceshuttle wollte alles sein und hat es doch nicht geschafft. Sind wir (Europäer und Russen) heutzutage nicht in der Lage etwas besseres zu leisten?

Aber vielleicht denke ich auch einfach zu weit in die Zukunft. Mir bereitet nur der Gedanke, für längere Zeit auf der selben Technologie sitzen zu bleiben, kein gutes Gefühl.

Monger
2006-10-31, 13:31:58
Aber vielleicht denke ich auch einfach zu weit in die Zukunft. Mir bereitet nur der Gedanke, für längere Zeit auf der selben Technologie sitzen zu bleiben, kein gutes Gefühl.

Ich denke, du hältst sowohl die Sojus Kapseln als auch die Ariane Rakete für uralte Technik. Das ist ein ganz klarer Denkfehler: die Ariane 5 ist State-of-the-Art. Die Antriebstechnik ist absolut wegweisend. Mag sein dass die Sojus Kapseln da etwas altbackener sind, aber zumindest haben die Russen ein Know-How was Personentransporte angeht, wo auch die Amerikaner nicht mithalten können.
ESA und Roskosmos (danke für die Info! ;) ) werden es da ganz sicher nicht an Forschung und Kreativität mangeln lassen, schließlich haben beide ein handfestes Interesse daran, auch weiterhin die besten im Markt zu bleiben.

DrumDub
2006-10-31, 14:04:38
wusste übrings auch noch nicht, dass sojus-raketen wohl ab 2007/2008 von kourou aus starten sollen: http://de.wikipedia.org/wiki/Sojus_%28Rakete%29#Sojus_in_Kourou

die kooperation scheint als schon ziemlich fortgeschritten zu sein...

Jenny23
2006-10-31, 19:54:15
@Jenny23: Da dürfte die Grenze dann wohl bei den Schwertransporten liegen. Direkt benötigte Fracht kann man sicher in einem gewissen Rahmen mittransportieren, aber für die "großen Teile" wird man dann öfters fliegen müssen.Man kann schwere Lasten auch unbemannt ins All schießen und dann dort oben andocken.

Kann man wirklich für 1 Shuttle etwa 10 Sojus starten? Kennt wer genauere Zahlen dazu?Shuttlestart kostet etwa 1 Milliarde Dollar. Ein Sojusstart gut 100 Millionen Dollar.

Ich finde es schade, dass man gerade in einer so stark zukunftsweisenden Branche wie die Raumfahrt so pragmatisch handelt. Gerade hier hat man doch genug Gründe, allein wenn wir in Richtung Kosten denken, die bisherige Technik durch bessere zu ersetzen.
Tja, in früheren Zeiten hat man Geld ohne Ende in die Raumfahrt gesteckt. Leider ist dabei außer schönen Erinnerungen und Fotos nicht viel zurückgekommen. Sehen zumindest viele so. Ich sehe das schon ein wenig anders. Es hat unsere Kultur verändert, es hat tausende Menschen motiviert, hat unsere Sichtweise auf unseren Planeten verändert. Heute sitzt das Geld nicht mehr so locker. Insbesondere das Shuttle hat großen Schaden angerichtet. Es war nicht sonderlich inspirierend, der wissenschaftliche Nutzen war auch nicht grad überwältigend und es wurde einfach viel zu viel Geld für zu wenig Nutzen reingepumpt. Die NASA hat zudem den Ruf weg ein bürokratischer, ideenloser Haufen zu sein, der nur gut im Geld vernichten ist.
Pragmatismus ist eine sehr gute Sache. Man nimmt die Mittel die man hat und versucht den maximalen Nutzen herauszubekommen und stimmt die Systeme auf das ab was man mit ihnen machen will. Und das Shuttle ist einfach ziemlich nutzlos, es ist einer Kapsel in vielerlei Hinsicht unterlegen. Eine Kapsel ist robuster und sicherer, sie ist billiger und man kann, wie im Text beschrieben, auch damit zum Mond fliegen. Alles was man mit dem Shuttle machen kann, das kann man mit einer Kapsel ebenso gut. Naja, außer zielgenau landen, was aber eh kein sonderlicher Vorteil ist (außer man braucht eine besonders sanfte Landung). Die Wiederverwendbarkeit ist auch nicht der Weisheit letzter Schluss. Es wird wahrscheinlich billiger sein eine neue Kapsel zu bauen als eine alte wiederherzustellen.

Aber vielleicht denke ich auch einfach zu weit in die Zukunft. Mir bereitet nur der Gedanke, für längere Zeit auf der selben Technologie sitzen zu bleiben, kein gutes Gefühl.Ein Rad ist ein Rad. Da kann man nicht viel verbessern. Man kann Pneus draufsetzen. Aber es bleibt ein Rad, es bleibt rund. Eine Kapsel ist aber die Technik der Wahl, wenn man in den Orbit oder zum Mond will. Eine Kapsel ist die Technik der Wahl für den bemannten Raumflug.

Für weitere Reisen braucht man etwas größeres. Da müsste man im Orbit ein großes Schiff zusammenbauen. Es sollte ein großen Schwungrad für künstliche Schwerkraft haben und dicke, metallische Wände gegen die Strahlung. Da wird man einige tausend Tonnen Material und Treibstoff in den Orbit bringen müssen. Außer man mutet den Astronauten extreme Risiken und Lebensbedingungen zu. Denn Monate oder gar Jahre ohne Schwerkraft zerstören die Knochensubstanz und lassen die Muskeln degenerieren. Das wird also problematisch wenn man auf einen anderen Planeten landen will. Die Strahlung erhöht das Krebsrisiko und zwar erheblich, bei stärkerer Strahlung ist man ruckzuck tot. Nebenbei gibt es deutliche Hinweise darauf, daß das Gehirn geschädigt wird. Man braucht also eine große Zentrifuge und man braucht dicke Wände aus möglichst schweren Metallen. Nebenbei braucht man Wasser, Nahrung und ein System das Luft, Wasser und Ausscheidungen wiederaufbereitet.
Der bemannte Raumflug ist ein sehr großer Aufwand, eine große Schweinerei in der Durchführung und der Sinn und Zweck desselben ist fraglich. Um eine lebensfähige Gruppe von der Erde weg zu befördern bräuchte man hunderte Personen die in einem sehr großem Schiff leben müssten mit perfekten Lebenserhaltungssystemen, perfektem Recycling und dann wäre es nicht schlecht, wenn man als Ziel einen Planeten hätte auf dem man ohne gewaltigen Aufwand auch leben kann.
Der Mensch ist für's All nicht geschaffen. Erforschen können wir weit besser mit Raumsonden. Sollten wir irgendwann man bewohnbare Planeten entdecken und die Technik uns dort hinzubringen wäre das großartig und wir sollten es tun. Aber das liegt noch weit in der Zukunft, wenn es überhaupt mal möglich sein wird.

Baalzamon
2006-11-01, 11:07:37
...SNIP...Für weitere Reisen braucht man etwas größeres. Da müsste man im Orbit ein großes Schiff zusammenbauen. Es sollte ein großen Schwungrad für künstliche Schwerkraft haben und dicke, metallische Wände gegen die Strahlung. Da wird man einige tausend Tonnen Material und Treibstoff in den Orbit bringen müssen....SNIP...
Wo ich das gerade lese Frage ich mich ob es wirklich notwendig ist, dicke Metallabschirmungen zu verwenden. Könnte man nicht 'einfach' ein starkes Magnetfeld induzieren um die kosmische Strahlung abzulenken? Auf der Erde funktioniert das doch auch recht gut und wenn es nötig wäre könnte man immer noch eine Metallabschirmung dazunehmen, diese könnte dann aber wohl wesentlich dünner ausfallen. Die benötigte Energie würde man wohl schon auftreiben können.

Monger
2006-11-01, 17:16:03
Wo ich das gerade lese Frage ich mich ob es wirklich notwendig ist, dicke Metallabschirmungen zu verwenden. Könnte man nicht 'einfach' ein starkes Magnetfeld induzieren um die kosmische Strahlung abzulenken? Auf der Erde funktioniert das doch auch recht gut und wenn es nötig wäre könnte man immer noch eine Metallabschirmung dazunehmen, diese könnte dann aber wohl wesentlich dünner ausfallen. Die benötigte Energie würde man wohl schon auftreiben können.

Ein starkes Magnetfeld innerhalb eines Metallklumpens zu erzeugen der vollgestopft mit Elektronik ist, könnte möglicherweise keine so tolle Idee sein! ;)

Im übrigen: eins der großen Probleme der Raumfahrt ist nunmal die Energieversorgung. Außer Solarkollektoren kommt da oben ja fast nix in Frage, und die reichen gerade mal so für Heizung und Elektronik. Um irgendwas mit ordentlich Dampf dahinter zu erzeugen (selbst wenn es Sinn machen würde), fehlt einfach die Kapazität.

Jenny23
2006-11-01, 17:23:38
Stimme Monger zu. Energie ist ein kostbares Gut in Raumschiffen. Es gibt immer noch nicht die kompakte Energiequelle für Raumschiffe. Zudem: Was ist, wenn das Ding ausfällt und dummerweise genau dann, wenn es eine Protuberanz auf der Sonne gibt? Dann werden die Astronauten gegrillt.

Baalzamon
2006-11-01, 17:24:06
Ein starkes Magnetfeld innerhalb eines Metallklumpens zu erzeugen der vollgestopft mit Elektronik ist, könnte möglicherweise keine so tolle Idee sein! ;)
Huh, ja da haste natürlich recht. Ist mir auch etwas später eingefallen, war aber zu faul zu editieren. ;) Wobei mein Gedanke dann war, dass das Ganze doch auch für den Menschen nicht sonderlich gesund sein kann. Aber da kenn ich mich jetzt mal nicht so aus. Aber elektronische Bauteile sollte sich doch auch Abschirmen lassen, oder nicht? Allerdings fragt man sich ja, wieviel Sinn es noch macht erste in Magnetfeld zu erzeugen um es dann wieder zu neutralisieren..... Naja, war ja auch nur so ein Gedanke.
Im übrigen: eins der großen Probleme der Raumfahrt ist nunmal die Energieversorgung. Außer Solarkollektoren kommt da oben ja fast nix in Frage, und die reichen gerade mal so für Heizung und Elektronik. Um irgendwas mit ordentlich Dampf dahinter zu erzeugen (selbst wenn es Sinn machen würde), fehlt einfach die Kapazität.Hmmm, ausser Nuklearenergie würde mir jetzt auch nichts einfallen, wie man diese Energiemengen bereitstellen sollte. Und das man einen Reaktor nur ungern von der Erde hochschiesst seh ich auch sofort ein.... Also doch warten bis die Photovoltaik leistungsfähiger ist? Ach mann, das funktioniert doch alles nicht... ;)

eXistence
2006-11-02, 10:45:39
1. Zum Thema "nur" vorhandene Technologien nutzen:
Das Sollte man das wohl nicht zuuu wörtlichen nehmen. Neue/Aktuelle Sachen kommen wohl auf jeden Fall zum Einsatz, nur will man experimentelle Sachen deren Erfolg/Verlässlichkeit nicht sicher ist, wohl lieber vermeiden.

Daran ist auch überhaupt nichts auszusetzen. Haben die Amis beim Apollo-Programm ebenso gemacht. Die Saturn V war (auch für damalige Verhätnisse) eine im Grunde sehr konservativ konstruierte Rakete, da man mit dem vorhandenen KnowHow auf Nummer sicher gehen wollte.

2. Ich sehe bei den aktuellen Bemühungen einen Shuttle-Nachfolger zu bauen (bei NASA und ESA) vor allem Probleme bei der Nutzlast.
Das Spaceshuttle konnte ursprünglich ca. 20t in die Umlaufbahn heben, nach den ganzen Sicherheits-Umbauten (nach Challenger und Columbia) sind es mittlerweile nur noch ca. 15t (afaik).
(mal zum Vergleich: Um zum Mond zu kommen hat man mit der Saturn V 130t in die Umlaufbahn geschossen)

Ich geh davon aus, dass das neue Shuttle ebenfalls eine maximale Nutzlast von 15 bis 20 Tonnen haben wird. Für Satelliten und Menschen mag das vollkommen ausreichend sein, aber wenn man wirklich mal größere Dinge auf dem Mond oder gar dem Mars vorhat, wird man damit nicht weit kommen.

Von daher sehe ich ein Trennung zwischen Personen/Satelliten-Transporten (Shuttle-Nachfolger) und unbemannten Schwerlast-Transporten (große Trägerraketen) als durchaus sinnvoll an.

3. (eigentlich OT)
Das Spaceshuttle war von Anfang an ein Kompromiß und es seine Versprechungen zum großen Teil nicht gehalten. Es gibt aber durchaus ein paar Dinge die mit einer normalen Kapsel nicht möglich gewesen wären bzw. deutlich schwieriger wären:
Das "zurückbringen" von Satelliten und die Reperatur von solchen.
Die dafür notwendigen Einrichtungen (Greifarm, Luftschleuse, etc.) müsste man bei einer Kapsellösung jedesmal wegschmeissen, bzw. im All zurücklassen.

Die gelbe Eule
2006-11-02, 10:50:49
Wird Bush sich freuen, da er nun erst recht mehr Mittel bewilligt bekommt, damit die USA vorne dran bleibt. Was die Russen angeht, die brauchen deutsches/französisches Know How was Trägerraketen angeht ...

Monger
2006-11-02, 11:57:31
Hmmm, ausser Nuklearenergie würde mir jetzt auch nichts einfallen, wie man diese Energiemengen bereitstellen sollte. Und das man einen Reaktor nur ungern von der Erde hochschiesst seh ich auch sofort ein.... Also doch warten bis die Photovoltaik leistungsfähiger ist? Ach mann, das funktioniert doch alles nicht... ;)
Afaik gibt es bisher kein Konzept, wie ein Nuklearreaktor in der Schwerelosigkeit funktionieren sollte. Es gibt zwar nukleare Antriebe, aber die machen sich den Strahlungsdruck zunutze. Von einer leistungsfähigen Energiequelle sind die weit entfernt.

Ein Nuklearreaktor muss gekühlt werden. Versuch mal im All einen Kühlkreislauf aufzubauen...
Jetzt vom Gewicht mal ganz abgesehen. Afaik sind die U-Boot Reaktoren so ziemlich das kleinste was man bauen kann, und die sind nicht gerade ein Leichtgewicht.

Genügend Energie auf einem Raumschiff zu haben, wird bis in absehbare Zeit wohl noch ein wirklich, WIRKLICH ernsthaftes Problem sein.

Avalox
2006-11-03, 20:27:13
Hmm. Ich denke beide Seiten hatten im kK mit entsprechenden Reaktoren experimentiert.
Sonden sind mit Radioisotopen Generatoren ausgestattet, klar das sind keine Kernreaktoren. Aber es gab entsprechende Reaktoren und ich denke, Bush hat vor einiger Zeit auch wieder Gelder für Neuentwicklungen bewilligt.

Wikipedia hat auch solch einen Eintrag.
"Es gibt weiterhin einige Sondertypen für spezielle Anwendungen. So wurden kleine Reaktoren mit hochangereicherten Brennstoff für die Stromversorgung von Raumflugkörpern konstruiert, die ohne flüssiges Kühlmittel auskommen. Diese Reaktoren sind nicht mit den Isotopenbatterien zu verwechseln. Auch luftgekühlte Reaktoren, die stets hochangereicherten Brennstoff erfordern, wurden gebaut, zum Beispiel für physikalische Versuche im BREN-Tower in Nevada. Es wurden auch Reaktoren für den Antrieb von Raumfahrzeugen konstruiert, bei denen flüssiger Wasserstoff zur Kühlung des Brennstoffes dient. Allerdings kamen diese Arbeiten über Bodentests nicht hinaus (Projekt NERVA, Projekt Timberwind). Ebenfalls nicht über das Versuchsstadium hinaus kamen Reaktoren bei denen der Brennstoff in flüssiger oder gasförmiger Form vorliegt (Gaskernreaktor)."

http://de.wikipedia.org/wiki/Kernreaktor