Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Geduldsprobe Linux runterfahren
anddill
2007-02-11, 01:22:22
Aus aktuellem Anlaß ist mir heute mal wieder aufgefallen, was Linux (Suse und Ubuntu gleichermaßen) für eine Show abzieht, wenn man den PC ausschalten will. Warum nicht einfach die Platten unmounten und aus die Kiste? Warum wird da jeder Prozeß akribisch runtergefahren? Wozu soll das gut sein?
Sogar wenn das System von einer Live-CD läuft, wird der ganze Aufwand veranstaltet.
Bloß gut, daß man Linux selten neu booten muß, vor allem, wenn man beim Einrichten und Installieren ist, sonst würd ich hier blöde werden.
Wozu soll das gut sein?
Datensicherheit. - Wär doch schade, wenn gerade jemand über das Netz auf deine Festplatte zugreift und dein Dateisystem oder deinen USB-Stick schrottet. Auch gibt es unter Linux einige Anwendungen, die 'Flags' auf der Festplatte setzen. Wenn du dann das nächste mal zB. google-earth starten willst, kriegst du nur einer lapidare Meldung, daß ein entsprechender Prozeß/Session/Server bereits gestartet wurde/noch aktiv ist.
Dann darf man mit der Leselupe losziehen und erstmal die verdammte config-datei finden und löschen, um das Flag wieder loszuwerden. - Du denkst, so schrottige Software gibt es doch gar nicht?
geh mal in google und gib folgendes im Suchfenster ein:
google earth instance running lock
Und da es offenbar unglaubliche Mengen von solch erlesener Software auch für Linux gibt, ist es eigentlich ganz OK, wenn Linux jeden Prozeß ganz offiziell und persönlich tötet, bevor es sich 'zur Ruhe' begibt. Man kriegt schon fast Angst vor einem Rechnerabsturz unter Linux. -> Ich bin schon dabei mir eine Liste mit den Config-Dateien anzufertigen, die man immer von 'Root-Hand' löschen muß, wenn Linux abschmiert. ;)
Lokadamus
2007-02-11, 07:34:22
Aus aktuellem Anlaß ist mir heute mal wieder aufgefallen, was Linux (Suse und Ubuntu gleichermaßen) für eine Show abzieht...mmm...
:confused: Windows zieht doch die gleiche Show ab :confused:
Ganon
2007-02-11, 09:27:46
Jedes System macht das so. Die Programme wissen selbst am besten was zu tun ist, wenn sie ausgehen.
The_Invisible
2007-02-11, 10:02:09
naja, ist ganz "lustig" wenn zb mysql gerade voll rackert und auf einmal aus ist. ;)
mfg
BananaJoe
2007-02-11, 10:46:28
@anddill
Will lange dauert denn der Linux Shutdown bei dir? Bei mir nicht länger als unter Win, oder wenn, dann nur minimal.
Wohl eher 3 - 4 Mal so lange...
gentoo
2007-02-11, 10:56:29
Probier doch mal als root ein:
poweroff -fn
Spätestestens beim Verlassen der Enter-Taste ist dann "Schicht im Schacht".
Ist zwar keine schöne Lösung aber eine schnelle;).
lg,
gentoo
edit:
Verwendet den Befehl nur, wenn die Gefahr besteht dass die CPU überhitzt - da jediglich
ein ACPI-Event ausgelöst wird, dass die Stromversorgung abdreht.
The_Invisible
2007-02-11, 10:59:18
ich frage mich sowieso warum sich manche über die "shutdown" zeit aufregen.
ich kenne eigentlich keinen der seinen pc dabei zusieht wie er runterfährt
mfg
Lokadamus
2007-02-11, 11:10:32
@anddill
Will lange dauert denn der Linux Shutdown bei dir? Bei mir nicht länger als unter Win, oder wenn, dann nur minimal.mmm...
Da man sehen kann, welche Dienste gekillt werden, müsste er sehen können, wo es hängt.
Nebenbei kann er dann noch überlegen, was er wirklich braucht. Einige Distries hauen ziemlich viel nutzloses mit rein in den Start und das will irgendwann auch wieder beendet werden.
ich frage mich sowieso warum sich manche über die "shutdown" zeit aufregen.
das frag ich mich auch.
wenn ich meinen rechner runterfahre drück ich halt den entsprechenden knopf und latsch dann weg. ob der letztendlich 5 sekunden oder 5 minuten braucht ist dabei vollkommen egal.
pancho
2007-02-11, 11:29:02
Linux aus, Windows an. Das wäre eine Situation, wo man zusehen muss.
BananaJoe
2007-02-11, 11:50:16
Wohl eher 3 - 4 Mal so lange...
So, hab mal gebencht.. ;)
* Win XP knappe 15 sek
* XUbuntu knappe 25 sek
anddill
2007-02-11, 12:09:41
Linux aus--wart---wart---wart--Steckerleiste aus
Ok, nochmal zum Verständnis.
Ich bin eigentlich davon ausgegangen, daß der unmount-Befehl bewirkt, daß alle noch offenen Dateien abgeschlossen werden. Und dann könnte man doch einfach gefahrlos "den Stecker ziehen". Aber anscheinend gibt es Programme, die beim Runterfahren gerne nochmal in eine Datei fummeln, ohne daß das System vorher davon was weiß.
Ganon
2007-02-11, 12:29:01
Ich bin eigentlich davon ausgegangen, daß der unmount-Befehl bewirkt, daß alle noch offenen Dateien abgeschlossen werden.
Nope. Ein unmount klappt nicht, wenn noch Dateien offen sind. Das ist das Problem. ;)
The_Invisible
2007-02-11, 12:55:27
Nope. Ein unmount klappt nicht, wenn noch Dateien offen sind. Das ist das Problem. ;)
ja, das hat mir mitunter schon einige nerven gekostet wenn man mit lsof nach offenen "files" suchen darf weil sich ein device nicht mehr unmounten lässt
mfg
So, rein spasseshalber habe ich auch gerade gestoppt. Zeit vom Anklicken des "Herunterfahrens" bis zum Abschalten des Rechners (Netzteil schaltet aus):
Windows Vista Home Premium - 9 Sekunden.
SUSE Linux 10.2 - 43 Sekunden.
Lokadamus
2007-02-11, 15:31:59
SUSE Linux 10.2 - 43 Sekunden.mmm...
Was für eine Installation von Suse hast du? Standard? Dann hast du viele Sachen am Laufen, die nicht notwendig sind ...
Jo klar Standard.
Ich möchte aber auch nicht wissen was da alles unter Vista läuft, das nicht notwendig ist. Und dennoch fährt das runter wie eine Rakete.
MadMan2k
2007-02-11, 15:45:34
suse benutzt noch das alte init system. Ubuntu ist hier mit upstart schon deutlich weiter - obwohl auch da noch einiges zu tun ist.
anddill
2007-02-11, 19:03:52
Man kann ja beim Runterfahren wunderbar zuschauen. Da werden eine Menge Dinge wie irgendwelche Treiber oder Daemons Stück für Stück einzeln beendet, die eigentlich nur im RAM rumliegen, und nachdem sie geladen wurden -nach meinem bescheidenem Wissen- nix mehr auf der Platte zu suchen haben. Die könnte man doch einfach laufen lassen, bis das System sowieso abschaltet.
Hat sich da noch nie jemand die Mühe gemacht, da mal auszusortieren, oder hat sich schon mal jemand die Mühe gemacht, und es ist schon aussortiert, oder machen sich da gerade welche die Mühe (upstart?)?
ps: Suse 10.2 @ XP1800+, 512MB, 2,5" SATA-HDD ca. 30s
MadMan2k
2007-02-11, 19:28:52
-nach meinem bescheidenem Wissen- nix mehr auf der Platte zu suchen haben.
die legen meist locks auf der platte ab, um mehrere instanzen desselben daemons zu verhindern.
diese locks müssen beim beenden wieder gelöscht werden.
upstart parallelisiert das ganze und startet/ beendet zudem die Dienste nach bedarf.
Lokadamus
2007-02-11, 19:36:18
Hat sich da noch nie jemand die Mühe gemacht, da mal auszusortieren, oder hat sich schon mal jemand die Mühe gemacht, und es ist schon aussortiert, oder machen sich da gerade welche die Mühe (upstart?)?
ps: Suse 10.2 @ XP1800+, 512MB, 2,5" SATA-HDD ca. 30smmm...
Das ist Suse, Suse möchte auf möglichst viele Probleme vorbereitet sein, weshalb es alles mögliche schon im Vorfeld lädt.
Wenn du die Bootzeit optimieren möchtest, dann installierst du nur die Grundinstallation von Suse oder suchst dir eine andere Distri.
Alle Pakete, die du haben willst, must du zwar nachträglich installieren, aber dafür sollten nicht mehr soviele Processe angezeigt werden. "top" bzw. "ps ax" wären 2 Befehle, um mal zu schauen, was im Speicher rumlümmelt.
Anschliessend kannst du überlegen einen angepassten Kernel für deine Kiste zu kompilieren, wodurch die Startzeit kleiner wird, da nur noch die Module geladen werden, die du brauchst.
anddill
2007-02-11, 19:59:51
Nette Tips, aber das ist die Kiste von meinen Eltern. die haben sich jetzt an Suse und KDE gewöhnt, wenn ich da was ändere, gucken die nur noch blöd.
Und Kernel selber kompilieren? Nee, dazu bin ich zu noobisch. Außerdem ist das kein Problem, was unbedingt gelöst werden muß, sondern ist mir halt so beim Rumbasteln mit Compiz, wo man ja doch mal komplett neu starten muß, so nebenbei aufgefallen.
BananaJoe
2007-02-11, 20:20:05
Neu starten? Der X-Server lässt sich auch so neu starten.. ;)
Bzw. Module laden, oder was man da machen muss.
Kannst ja mal mit nen runleveleditor nachschauen was alles rennt und ggebenfalls auch entfernen- wie zBp. Cups wenn kein Drucker, ISDN, samba, nfs, etc. - für sowas muss man nicht extra nen neuen kernel backen.
Nennt sich wohl ksysv unter KDE das Program dazu.
g-string 3
2007-02-12, 20:54:08
Keinerlei! Probleme mit "etch".
Wie wärs wenn du beim nä. mal den Titel "Geduldsprobe Suse runterfahren" wählst.
Das klingt dann nicht so verallgemeinert
Xanthomryr
2007-02-12, 21:08:48
Mit chkconfig kann man imho unter Suse auch die Dienste verwalten.
Simon
2007-02-13, 14:30:20
ps: Suse 10.2 @ XP1800+, 512MB, 2,5" SATA-HDD ca. 30s
Also mein uraltes Thinkpad mit 10GB HDD schaltet in knapp 10 Sekunden aus: Debian testing mit init-ng.
Controller Khan
2007-02-14, 13:39:50
Also mein uraltes Thinkpad mit 10GB HDD schaltet in knapp 10 Sekunden aus: Debian testing mit init-ng.
Debian Etch (testing) mit normalen System V init kommt bei mir auf gleiche Werte, egal ob auf meinen Laptop (Sempron 3000, 512MB Ram, IDE-HDD mit 4200 U/min
oder meinen Desktop-Rechner (AMD k6-2 450, 256MB Ram).
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