Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Genies in der Wissenschaft
Kryp7on
2007-03-11, 01:32:34
Ich weiß nicht ob ich der erste (hier) bin der sich Gedanken drum macht, aber ich überlege gerade was es eigentlich heißt ein wissenschaftliches Genie (gewesen) zu sein.
Der Klassiker ist ja z.B. Albert Einstein. Für seine Relativitätstheorie wird er überall als IQ-Hero gefeiert, aber was war so genial daran? Er hat doch eigentlich nur die Natur erforscht, also in unserem Fall das ungewöhnliche Ergebnis des Michelson-Morley-Experiments erklärt und wurde dadurch unsterblich. Aber wenn es ihn nicht gegeben hätte, hätte doch sicher ein paar Jahre (oder meinetwegen auch Jahrzehnte / Jahrhundert) später das gleiche herausgefunden.
Schließlich erforschen Wissenschaftler nur die Natur - klar ist dazu eine gute Intelligenz von Nöten oder zumindest von Vorteil, aber im Prinzip ist der verantwortliche Wissenschaftler austauschbar.
Anders sieht es ja offensichtlich in Literatur, Kunst, Musik aus: Ein Shakespeare z.B. Werke verfasst, die es ohne ihn nie geben würde Künstler haben Epochen gestaltet ohne einen Rahmen (wie die Natur) zu haben und damit wirklich etwas eigenes erschaffen.
Was mich übrigens dazu brachte: Mitterweile hat sich am Beruf des Naturwissenschaftlers ja viel verändert und man arbeitet in Großen Teams unter der Leitung desjenigen, der eventuell für die Leistung seiner Mitarbeiter mit dem Nobelpreis gelobt werden könnte obwohl die Entdeckungen eigentlich kaum noch auf seine Genialität zurückzuführen sind.
Wahrscheinlich ist es einfach schon zu spät udn ich laber Nonsense, aber mich würd mal eure Meinung dazu interessieren
Kryp7on
2007-03-11, 01:58:32
must, jetzt hab ich sogar wirtschaft und wissenschaft verwechselt ^^
könnt das morgen vielleicht nen mod verschieben?! :P
Ich verschieb's dir heute schon :uup:
-huha
Tesseract
2007-03-11, 04:27:33
das besondere an der relativitätstheorie war halt, dass er nicht versucht hat vorhandene erscheinungen zu beschreiben sondern ohne viel mathematik usw. einfach ein gedankenkonstrukt erschaffen hat, dass auf den ersten blick widersinnig wirkt, auf die realität aber perfekt gepasst hat und erst im nachhinein mathematisch erfasst wurde.
Zaffi
2007-03-11, 10:21:39
tja was ist schon genial, ich behaupte einfach mal genial ist es das zu sehen und zu ergründen was andere für selbstverständlich halten und nicht hinterfragen, wenn man das dann noch auf völlig theoretischem Wege, lediglich unter Ausnutzung seines Intellekts tut, dann ist das schon genial...
Wenn du meinst das Einsteins gesamtwerk (nicht nur E=mc²) sowieso ein wenig später erforscht worden wäre, dann wage ich das zu bezweifeln...
Avalox
2007-03-11, 10:36:10
Der Klassiker ist ja z.B. Albert Einstein. Für seine Relativitätstheorie wird er überall als IQ-Hero gefeiert, aber was war so genial daran? Er hat doch eigentlich nur die Natur erforscht, also in unserem Fall das ungewöhnliche Ergebnis des Michelson-Morley-Experiments erklärt und wurde dadurch unsterblich. Aber wenn es ihn nicht gegeben hätte, hätte doch sicher ein paar Jahre (oder meinetwegen auch Jahrzehnte / Jahrhundert) später das gleiche herausgefunden.
Tja. Dann würde ich einfach mal vorschlagen, dass du mal eben die Natur erforschst. Denn Einstein ist ja nicht fertig geworden. Er konnte seinen Traum nicht verwirklichen.
Allerdings verstehen selbst heute nur wenige Physiker auf der Welt Einsteins RT. Wird also nicht so leicht sein.
Einfach mal reinlesen
Einsteins Traum
http://www.susannealbers.de/07technik-hawking-einstein.html
sei laut
2007-03-11, 10:45:34
Einstein wird von Wissenschaftlern nicht wegen seiner RT so in Ehren gehalten, sondern z.B., weil er einer der ersten war, die die Basis für die Quantentheorie legten. Aber es gab noch andere Bereiche, wo er einschneidende Dinge herausfand, die ich aber grad vergessen habe. :D
Die RT war zu Einsteins Zeiten fast fertig auf dem Tisch, Einstein hat das ganze dann "nur" noch alles zusammengesucht, ausformuliert und vervollständigt. Ich glaube, deswegen hat er nicht einmal seinen Nobelpreis bekommen.
Avalox
2007-03-11, 10:52:42
Einstein wird von Wissenschaftlern nicht wegen seiner RT so in Ehren gehalten, sondern z.B., weil er einer der ersten war, die die Basis für die Quantentheorie legten.
Dafür hat er den Nobelpreis(Lichtquantenhypothese) erhalten. Der grösste Triumph sind allerdings die RT. Nur waren diese damals so abgedreht, dass ihn dafür niemand getraut hat den NB zu geben. Es hat ihn schlicht niemand geglaubt, oder konnte es nur nachvollziehen. Die Genialität seines Ansatzes prägte sich ja erst in vielen Jahren und hält selbst bis heute an.
Senior Sanchez
2007-03-11, 11:15:41
Ich glaube, deswegen hat er nicht einmal seinen Nobelpreis bekommen.
Nope, den erhielt er glaube ich 1921 für die Entdeckung des äußeren lichtelektrischen Effekts (Photoeffekt auch genannt).
superdash
2007-03-11, 11:23:03
Viele Menschen behaupten immer Einstein habe wenig Mathematik gemacht, aber das ist eher ein Gerücht unter den Leuten, die sich damit noch nicht richtig befasst haben. Für Einstein wäre es gar nicht möglich gewesen die Relativitätstheorie zu beweisen, falls er nicht ein Mathe-Ass gewesen wäre.
Einstein hat mit seiner Relativitätstheorie den Grundstein gelegt für moderne Physik: Quantenphysik, Heisenbergs Unschärferelation, relativistische Kosmologie,die Abkehr vom Determinismus in der Physik,.....
Einsteins wohl größte Leistung war sein Gespür für Physik und Mathematik. Er machte vieles richtig (in mathematischer Hinsicht) was zu dieser Zeit noch nicht bewiesen war. Er hatte also einen sehr guten Instinkt. Das ist wohl das wichtigste damit man überhaupt ein guter Wissenschaftler werden kann.
Auch heute ist es noch so, dass ein Einzelner Dinge zu Wege bringen kann, was 1000 andere Wissenschaftler in Teamarbeit nicht geschafft hätten. Wirklich großes wird auch heute meist nur über Einzelleistungen erreicht. Das forschende Team stellen sich viele ziemlich falsch vor. Meist ist es vor allem ein Kopf (meist der Prof), der sehr viele Einzelergebnisse zusammensetzt und so eine neue Theorie schafft.
Achja - Shakespeare ist ein schlechter Witz gegen heutige Wissenschaft. Kunst und Literatur wird im Allgemeinen stark überbewertet. Es ist zwar richtig, dass Literatur Menschen beeinflusst - in der Zeit vor 1850 war allerdings der Einfluss sehr gering, da sowieso nur ein sehr kleiner Teil der Bevölkerung solche Bücher lesen konnte. Trotz evtl. großartiger Literatur blieben 99,9% der Bevölkerung über Jahrhunderte fast unverändert in Ihrer Lebensqualität. Nur der Adel konnte es sich leisten auf Kunst und Literatur überhaupt Wert zu legen. Zu glauben Literatur hätte Geschichte großartig beeinflusst ist doch eher weltfremd.
Ganz im Gegensatz dazu hat Einstein unser ganzes Weltbild verändert. Ohne ihn gäbe es keine LEDs, keine Raumfahrt, keine Atomuhr, kein Internet... Eigentlich alles, was wir heute aus technologischer Sicht benutzen benötigt irgndwo die Ergebnisse Einsteins Relativitätstheorie. Er hat das Erscheinungsbild der ganzen Welt geändert. Es betrifft wirklich jeden. (Kunst und Literatur vermochte immer nur sehr wenig zu verändern. Vielmehr hat das Wissen, welches über Bücher verbreitet wurde die Welt verändert).
Gruß
Superdash
P.S. Erst wenn man Physik studiert erkennt man die Wirklichen Ausmase der Relativitätstheorie (in mathematischer Sicht)
P.S.S. Dass Einstein zuerst keinen Nobelpreis bekam, lag einfach daran, dass es (bis 1931) keinen experimentellen Beleg für seine Theorie gab. Für einen Nobelpreis muss immer auch ein exp. Beleg vorhanden sein. Genau aus diesem Grund hat Hawking auch noch keinen Nobelpreis bekommen. Im neuen LHC könnten jedoch schwarze Löcher entstehen - dann bekommt Hawking wohl einen NP.
Tiamat
2007-03-11, 12:28:38
Hi,
jene Genies haben ihr Fach nicht nur studiert, sie haben sich eigentlich ihr Leben lang mit den Dingen intensiv auseinandergesetzt.
Das heisst für Genies war ihre Profession Beruf und Hobby zugleich.
Heutzutage kann ja auch jeder studieren, was er möchte.
Aber ist er deswegen in der Lage neue Erkenntnisse der Wissenschaft ans Licht zu bringen, die entweder so erschütternd ist, dass ihm erst Jahre später geglaubt wird oder die Fachkollegen spontan so begeistert sind, dass man ihm sofort glauben schenkt? Das bezweifel ich..
Jemand der sich sogar nach dem Beruf mit solchen Dingen beschäftigt, für den müssen irgendwann selbst komplizierte Angelegenheiten sozusagen das 1x1 bedeuten.Aufgrund dessen sind sie dann in der Lage sich mit höherer Problematik zu beschäftigen.
Andererseits frag ich mich, ob sowas heutzutage überhaupt möglich wäre.
Bahnbrechende Entdeckungen werden heutzutage doch lieber unter firmeneigenen Verschluss gehalten, dafür wird dann das Produkt als revolutionär angepriesen.(Hier gibt´s natürlich Ausnahmen Forschungszentren e.t.c).
Für mich als Leie kommt es auch so vor, als würde es mit jeder neuen Generation immer schwieriger werden, komplette Fachbereiche zu erfassen.
Man stelle sich z.b nen Programmierer vor z.b 15 Jahren vor.
Jemand, der noch in einfacheren Bedingungen angefangen hat, hat bestimmt n einfacheren Einstieg in die Materie gehabt, als heutzutage.
Kein Plan kompliziertes Thema :biggrin:
Gruß
Tiamat
Senior Sanchez
2007-03-11, 12:37:09
Für mich als Leie kommt es auch so vor, als würde es mit jeder neuen Generation immer schwieriger werden, komplette Fachbereiche zu erfassen.
Man stelle sich z.b nen Programmierer vor z.b 15 Jahren vor.
Jemand, der noch in einfacheren Bedingungen angefangen hat, hat bestimmt n einfacheren Einstieg in die Materie gehabt, als heutzutage.
Kein Plan kompliziertes Thema :biggrin:
Gruß
Tiamat
Da würde ich widersprechen.
Gerade was die Entwicklung der Programmiersprachen angeht, sehe ich programmieren heute als leichter an als vor 15 Jahren. Damals hatteste auch noch Hardwarelimitierungen, auf die du achten musstest (allen voran der geringe Speicher), heutzutage dagegen existieren diese Limitierungen für 99 % der Anforderungen nicht mehr. Die Syntax war noch wesentlich abstrakter, an ein Millionen-Zeilen-Programm war damals nur schwer zu denken, wenngleich Objektorientierung und moderne Konzepte schon damals in Ansetzen vorhanden waren. Aber erst diese Entwicklungen haben programmieren beherrschbarer und vor allem einfacher gemacht.
Andererseits hat sich die Informatik natürlich so rasant entwickelt, dass es keinen Menschen gibt, der sich wirklich in sämtlichen Teilgebieten perfekt auskennt, das ist sicherlich richtig. Trotzdem werden weiterhin bahnbrechende Entdeckungen gemacht.
Kryp7on
2007-03-11, 14:47:27
Da würde ich widersprechen.
Gerade was die Entwicklung der Programmiersprachen angeht, sehe ich programmieren heute als leichter an als vor 15 Jahren. Damals hatteste auch noch Hardwarelimitierungen, auf die du achten musstest (allen voran der geringe Speicher), heutzutage dagegen existieren diese Limitierungen für 99 % der Anforderungen nicht mehr. Die Syntax war noch wesentlich abstrakter, an ein Millionen-Zeilen-Programm war damals nur schwer zu denken, wenngleich Objektorientierung und moderne Konzepte schon damals in Ansetzen vorhanden waren. Aber erst diese Entwicklungen haben programmieren beherrschbarer und vor allem einfacher gemacht.
Andererseits hat sich die Informatik natürlich so rasant entwickelt, dass es keinen Menschen gibt, der sich wirklich in sämtlichen Teilgebieten perfekt auskennt, das ist sicherlich richtig. Trotzdem werden weiterhin bahnbrechende Entdeckungen gemacht.
mhm, das erinnert mich an Rene Descartes :
Von allen, die bis jetzt nach Wahrheit forschten, haben die Mathematiker allein eine Anzahl Beweise finden können, woraus folgt, dass ihr Gegenstand der allerleichteste gewesen sein müsse. ;D
@superdash: Was ist denn mit der Sonnenfinsternis 1919, wo zumindest die SRT bestätigt wurde?!
Kommt den die ART im allgemeinen Physikstudium dran? Ich bin zwar erst Anfang 2.Semester, aber wenn ich mir den Studienplan anseh, find ich dort nix wirkliches dazu...
superdash
2007-03-11, 15:35:01
Kommt den die ART im allgemeinen Physikstudium dran? Ich bin zwar erst Anfang 2.Semester, aber wenn ich mir den Studienplan anseh, find ich dort nix wirkliches dazu...
Wenn die Uni nicht mies ist, dann kommts in den TheoPhysik Vorlesungen dran. Wobei man in theoretischer Physik zuerst einmal Newtonsche Mechanik, Lagrange-Formalismus, Hamilton-Formalismus, Zweikörperprobleme, Schwingungen mit Greenscher Fkt, Poisson-Klammer, (allg) Noether Theorem usw abarbeitet bis man zur Relativitätstheorie kommt. Wenn du jetzt grad am Anfang des 2. Semesters bist, dann darfst du dich zunächst damit beschäftigen.
Dabei wird dir auffallen, dass schon hinter dem Hamiltonschen- und dem Lagrange-Formalismus eine interessante Mathematik steckt. Wenn du dich z.B. genauer mit der Poisson-Klammer beschäftigst wirst du z.B. auf die Poisson-Klammer-Algebra (auch: Lie-Algebra) stoßen. Da erkennt man doch schon am Anfang des Studiums, dass in der Physik sehr viel Mathematik gebraucht wird, will man etwas gänzlich durchschauen.
Was ich vergessen habe: Um einen Nobelpreis zu bekommen, muss man auch vorgeschlagen werden. Vielleicht wurde er dafür nicht vorgeschlagen und erhielt daher erst später den NP. (Einer der NP-Träger diesen Jahres wurde z.B. von meinem Physik-Prof vorgeschlagen.)
Gruß
Superdash
Kryp7on
2007-03-11, 15:56:37
Wenn die Uni nicht mies ist, dann kommts in den TheoPhysik Vorlesungen dran. Wobei man in theoretischer Physik zuerst einmal Newtonsche Mechanik, Lagrange-Formalismus, Hamilton-Formalismus, Zweikörperprobleme, Schwingungen mit Greenscher Fkt, Poisson-Klammer, (allg) Noether Theorem usw abarbeitet bis man zur Relativitätstheorie kommt. Wenn du jetzt grad am Anfang des 2. Semesters bist, dann darfst du dich zunächst damit beschäftigen.
Dabei wird dir auffallen, dass schon hinter dem Hamiltonschen- und dem Lagrange-Formalismus eine interessante Mathematik steckt. Wenn du dich z.B. genauer mit der Poisson-Klammer beschäftigst wirst du z.B. auf die Poisson-Klammer-Algebra (auch: Lie-Algebra) stoßen. Da erkennt man doch schon am Anfang des Studiums, dass in der Physik sehr viel Mathematik gebraucht wird, will man etwas gänzlich durchschauen.
Was ich vergessen habe: Um einen Nobelpreis zu bekommen, muss man auch vorgeschlagen werden. Vielleicht wurde er dafür nicht vorgeschlagen und erhielt daher erst später den NP. (Einer der NP-Träger diesen Jahres wurde z.B. von meinem Physik-Prof vorgeschlagen.)
Gruß
Superdash
oh, das klingt ja motiviertend...im Moment machen wir in Mathe voll sinnlose Sachen, die man in ExpPhy überhaupt nicht braucht...
'Uni ist übrigens Uni Duisburg-Essen, also so Mittelfeld wahrscheinlich
Juice
2007-03-11, 16:11:13
Ich denke Einsteins Verdienst liegt vor allem darin, dass er erstmals Naturgesetze formuliert hat, die man nicht direkt beobachten konnte. Man sollte jedoch nicht vergessen, dass wissenschaftliche Entdeckungen nie nur auf eine Person zurückzuführen sind, viel mehr handelt es sich um einen Prozess, bei dem die Gedanken anderer mit den eigenen zu etwas neuem, noch nie dagewesenem verknüpft werden, d.h. die Inspiration kommt nicht selten durch jemand anderen, genauso wie in der Literatur auch, wer denkt Shakespeare hätte sich das alles in einem stillen Kämmerchen ganz allein ausgedacht, liegt auf dem Holzweg.
AtTheDriveIn
2007-03-11, 17:57:35
Einstein hat mit seiner Relativitätstheorie den Grundstein gelegt für moderne Physik: Quantenphysik, Heisenbergs Unschärferelation, relativistische Kosmologie,die Abkehr vom Determinismus in der Physik,...
Ich dachte immer die Quantenphysik/mechanik widerspricht der Relativitätstheorie, was Einstein zu dem Satz gebracht hat "Gott würfelt nicht!"
Kryp7on
2007-03-11, 18:32:55
Ich dachte immer die Quantenphysik/mechanik widerspricht der Relativitätstheorie, was Einstein zu dem Satz gebracht hat "Gott würfelt nicht!"
jo, ist auch richtig
hohe Geschwindigkeiten, Massen --> Relativitätstheorie
kurze Entfernungen --> QM
hohe Massen in kurzen Entfernungen --> bisher keine Theorie
oder so ähnlich hat es jedenfalls unser Prof in theo. Physik zusammengefasst :P
superdash
2007-03-11, 18:59:36
Widersprechen kann man so nicht sagen. Beides sind Modelle, welche für ihren Einsatzzweck in gewissen Bereichen sinvoll sind. Auch Einsteins Relativitätstheorie ist natürlich nicht das Maß aller Dinge, doch Sie hat sich in vielen Experimenten als (sehr!) gute Theorie erwiesen.
Zu behaupten etwas sei Richtig ist in der Physik sowieso unmöglich. Man kann nicht verifizieren sondern nur falsifizieren.
Zusätzlich gibt es in der Physik natürlich noch tausende Dinge, die noch ungelöst sind. Bis 1905 dachte man, die Physik sei abgeschlossen und alle Dinge des Alltags sind erfasst. Mit Einstein wurde plötzlich klar, dass dem mitnichten so ist.
Auch die Quantentheorie weißt noch eine riesige Lücke auf: So gibt es (noch) keine Theorie zur Quantengravitation. "Wie verhält sich die Gravitation auf sehr kurze Distanzen" ist eine bis jetzt ungeklärte Frage. Eine Theorie dafür zu Entwickeln ist aus dem Grund ein großes Problem, da die Gravitation die schwächste aller Kräfte ist. Sobald also ein minimales el. Feld in der Nähe ist sieht es ganz schlecht aus mit Versuchen bzgl. der Gravitation. Falls es eine solche Theorie jemals geben wird ist es gut möglich, dass sie die Verbindung zwischen RT und QT herstellt.
Ich könnt stundenlang labern.. aber jetzt reichts mal wieder.
Gruß
beta3
2007-03-12, 19:44:47
Zusätzlich gibt es in der Physik natürlich noch tausende Dinge, die noch ungelöst sind. Bis 1905 dachte man, die Physik sei abgeschlossen und alle Dinge des Alltags sind erfasst. Mit Einstein wurde plötzlich klar, dass dem mitnichten so ist.
Ich wuerde eher sagen, dass Planck der erste war, jedoch Einstein auch wesentliche Beitraege lieferte
jep, wie schon erwaehnt und was ich nochmal aufgreifen will, bereiten Mathematiker den Weg der Physiker vor. So waren etliche Mathematiker, v.a. Riemann, die mit ihren Untersuchungen von nichteuklidischen Räumen erst die technischen Moeglichkeiten fuer Einsteins ART zu Verfuegung stellten.
Vor allem die String-Theorien (man kann davon halten, was man will) um Witten haben die Naehe von Mathematik und Physik gezeigt (Witten ist ein genialer Mathematiker und Physiker, der u.a. die Fields-Medaille bekommen hat -- Nobelpreis der Mathematik, der nur alle 4 Jahre vergeben wird)
Eine weitere wichtige Person war Dirac, der sich von der mathematischen Schönheit einer Gleichung leiten liess, was auch nicht unbeachtet werden darf.
Jedoch gibt es extrem viele, die genug geleistet haben, um aufgezaehlt zu werden.
Arokh
2007-03-12, 20:17:41
Einstein hat mit seiner Relativitätstheorie den Grundstein gelegt für moderne Physik: Quantenphysik, Heisenbergs Unschärferelation, relativistische Kosmologie,die Abkehr vom Determinismus in der Physik,.....also das bezweifle ich aber ;)
Quantentheorie (und mit ihr Unschärferelation und Indeterminismus) und Relativitätstheorie sind zwei voneinander unabhängige Entwicklungen.
An und für sich sind auch SRT und ART zwei unabhängige Theorien, die eine faßt Raum und Zeit zur Raumzeit zusammen, die andere läßt diese Raumzeit dann gekrümmt sein. Zwei Dinge, die im Prinzip nicht viel miteinander zu tun haben, die Theorie daß es den Raum gibt hat ja auch nicht zur Theorie geführt daß der Raum gekrümmt ist.
Ganz im Gegensatz dazu hat Einstein unser ganzes Weltbild verändert. Ohne ihn gäbe es keine LEDs, keine Raumfahrt, keine Atomuhr, kein Internet...LED leuchtet ja noch ein -> Photoeffekt, wobei Einstein sich ja eher mit der Lichtabsorption beschäftigt hat, die LED aber auf dem umgekehrten Prozeß beruht
Raumfahrt -> da lehnst du dich aber weit aus dem Fenster, Raumfahrt geht auch schon mit Newton, nur nicht so gut, weil die berechneten Flugbahnen nicht genau stimmen
Atomuhr -> auch nur bedingt, wegen Verwandtschaft zum Photoeffekt
aber wieso kein Internet?
Was ist denn mit der Sonnenfinsternis 1919, wo zumindest die SRT bestätigt wurde?!es war eher die ART (Krümmung der Raumzeit durch die Sonnengravitation), die da bestätigt wurde.
Kommt den die ART im allgemeinen Physikstudium dran?in Duisburg hatten wir sie nur in einer Spezialvorlesung mit 1 SWS Umfang, und auch nur weil ein Dozent Lust dazu hatte. Nach dem was ich gehört habe, kommt die ART an vielen Unis gar nicht dran. Die SRT dagegen sehr wohl.
hohe Geschwindigkeiten, Massen --> Relativitätstheorie
kurze Entfernungen --> QMist beides so auch nicht ganz richtig. In der ART geht's weniger um die Größe der Masse, als eher um den Abstand von einem Gravitationszentrum im Verhältnis zu dessen Schwarzschild-Radius. Letzterer ist bei größerer Masse natürlich auch größer.
In der QM geht es auch nicht so sehr um kurze Entfernungen, sondern um das Verhältnis zwischen betrachteten Abständen und betrachteten Impulsen. Je niedriger die Impulse sind, desto größer wird die Längenskala, auf der sich Quanteneffekte bemerkbar machen.
Eine natürliche Skala für Massen und Entfernungen erhält man erst bei der Kombination beider Theorien. Man kommt dann auf die Planck-Größen wie Planck-Masse, Planck-Dichte und Planck-Länge.
Ich dachte immer die Quantenphysik/mechanik widerspricht der Relativitätstheorie, was Einstein zu dem Satz gebracht hat "Gott würfelt nicht!"hier mußt du unterscheiden:
QT und SRT vertragen sich recht gut. Es gibt eine relativistische Formulierung der QT in Form der Quantenfeldtheorie, auf alle modernen Elementarteilchentheorien von der Quantenelektrodynamik bis zum Standardmodell basieren.
Was problematisch ist, ist die Kombination QT+ART.
Einsteins Satz, Gott würde nicht würfeln, hat mit der Relativitätstheorie überhaupt nichts zu tun, sondern basierte auf seinem persönlichen Unbehagen gegenüber dem qm. Indeterminismus.
So gibt es (noch) keine Theorie zur Quantengravitation. "Wie verhält sich die Gravitation auf sehr kurze Distanzen" ist eine bis jetzt ungeklärte Frage. Eine Theorie dafür zu Entwickeln ist aus dem Grund ein großes Problem, da die Gravitation die schwächste aller Kräfte ist. Sobald also ein minimales el. Feld in der Nähe ist sieht es ganz schlecht aus mit Versuchen bzgl. der Gravitationexperimentelle Gründe hat das eigentlich weniger. Das Ersinnen einer Theorie ist ja theoretische Physik, und die bedarf nicht notwendigerweise einer direkten experimentellen Motivation. Eine Grundlage hat man ja - QT und RT.
Falls es eine solche Theorie jemals geben wird ist es gut möglich, dass sie die Verbindung zwischen RT und QT herstellt.nicht nur gut möglich, sondern eher ziemlich wahrscheinlich. Die Verbindung zwischen ART und QT ist gewissermaßen die Existenzberechtigungs-Grundlage überhaupt für jede Theorie der Quantengravitation. Eine Theorie die das nicht kann ist keine Quantengravitation.
Arokh
2007-03-12, 20:23:22
jep, wie schon erwaehnt und was ich nochmal aufgreifen will, bereiten Mathematiker den Weg der Physiker vor. So waren etliche Mathematiker, v.a. Riemann, die mit ihren Untersuchungen von nichteuklidischen Räumen erst die technischen Moeglichkeiten fuer Einsteins ART zu Verfuegung stellten.
Vor allem die String-Theorien (man kann davon halten, was man will) um Witten haben die Naehe von Mathematik und Physik gezeigt (Witten ist ein genialer Mathematiker und Physiker, der u.a. die Fields-Medaille bekommen hat -- Nobelpreis der Mathematik, der nur alle 4 Jahre vergeben wird)wer in dieser Aufzählung auf gar keinen Fall fehlen darf, ist Hermann Minkowski. Er war es, der 1908 mit den Worten "von Stund an sollen Raum und Zeit nur noch ein Schattendasein führen, und nur noch die Vereinigung von beiden soll Bestand haben" die Idee der Raumzeit einführte, die eine sehr viel elegantere Formulierung der RT ermöglichte.
Science-Fiction-Autoren irren, wenn sie von einem Verlassen des Einstein-Raumes sprechen. Einen Einstein-Raum gibt es nicht, nur einen Minkowski-Raum.
superdash
2007-03-12, 21:42:24
also das bezweifle ich aber ;)
Quantentheorie (und mit ihr Unschärferelation und Indeterminismus) und Relativitätstheorie sind zwei voneinander unabhängige Entwicklungen.
Da widerspreche ich dir auch nicht. Natürlich ist die qt keine folge der rtn. Allerdings hatte Einstein mehr Einfluss auf die Entwicklung der QT als man ihm allgemein zuschreibt. Auch wenn er der qt eher ablehnend gegenüber stand und sie oftmals kritisierte, war genau die Kritik häufig ein Ansporn dies zu widerlegen. Er hat alles in der QT öffentlich hinterfragt und hat so (ungewollt) mit zur Entwicklung der QT beigetragen. Ganz interessanter Vortrag dazu:
http://www.db-thueringen.de/servlets/DocumentServlet?id=4070
LED leuchtet ja noch ein -> Photoeffekt, wobei Einstein sich ja eher mit der Lichtabsorption beschäftigt hat, die LED aber auf dem umgekehrten Prozeß beruht
Raumfahrt -> da lehnst du dich aber weit aus dem Fenster, Raumfahrt geht auch schon mit Newton, nur nicht so gut, weil die berechneten Flugbahnen nicht genau stimmen
Atomuhr -> auch nur bedingt, wegen Verwandtschaft zum Photoeffekt
aber wieso kein Internet?
Die Raumfahrt wie wir sie betreiben ist natürlich auch ohne Einstein möglich. Allerdings hätte man dann keine Antwort bezüglich interstellarer Raumfahrt (nämlich dass sie so nicht möglich ist, da bei hohen Geschwindigkeiten Energie nicht in Geschwindigkeit, sondern in Masse "umgewandelt" wird). Das meinte ich mit Raumfahrt.
Internet wäre meiner Einschätzung nach ohne Lichtleiter (mit laser) nicht möglich (bzw. das Internet wäre nicht so, wie wir es kennen).
Gruß
Superdash
Arokh
2007-03-13, 01:47:05
Die Raumfahrt wie wir sie betreiben ist natürlich auch ohne Einstein möglich. Allerdings hätte man dann keine Antwort bezüglich interstellarer Raumfahrt (nämlich dass sie so nicht möglich ist, da bei hohen Geschwindigkeiten Energie nicht in Geschwindigkeit, sondern in Masse "umgewandelt" wirddu redest von der relativistischen Massenzunahme? Das ist schon lange eine überholte Vorstellung. Die moderne Terminologie geht dahin, daß nur noch die Energie gegen unendlich geht, die Masse aber unverändert bleibt, die Gleichung E=mc^2 damit nur noch für die Ruhenergie gilt. Die Vorstellung der Massenzunahme beruhte im Prinzip nur darauf, daß man an dieselbe Größe zwei Begriffe (Energie und Masse) vergeudete, um dann für eine andere Größe keine Bezeichnung mehr übrig zu haben und eine neue ("Ruh-Masse") ersinnen zu müssen.
Für die Unmöglichkeit überlichtschneller Reisen in der SRT ist das aber auch nur zweitrangig. Viel schwerer wiegt die Relavitität der Gleichzeitigkeit: die zeitliche Reihenfolge zweier raumartig getrennter Ereignisse ist vom Bezugssystem abhängig. Das hat zur Folge, daß eine Bewegung, die in einem gegebenen Beugssystem überlichtschnell ist, in einem anderen Bezugssystem eine Reise rückwärts in der Zeit ist. Zusammen mit der Gleichberechtigung aller Inertialsysteme führt das zu kausalen Schleifen.
Man erkennt daran auch schnell die Lösung: wenn Überlichtgeschwindigkeit ohne kausale Schleifen möglich sein soll, muß es ein bevorzugtes Bezugssystem geben, daß eine absolute Gleichzeitigkeit auszeichnet, und die Gleichberechtigung aller Inertialsysteme fallengelassen werden. Ganz nebenbei hätte das den Effekt, daß dadurch eine absolute Zeit eingeführt würde, mit der die Bordzeit eines überlichtschnellen Raumschiffes synchron sein könnte und so vor der Zeitdilatation geschützt wäre.
(del)
2007-03-13, 03:44:04
Was mich übrigens dazu brachte: Mitterweile hat sich am Beruf des Naturwissenschaftlers ja viel verändertHat es das?
und man arbeitet in Großen Teams unter der Leitung desjenigen, der eventuell für die Leistung seiner Mitarbeiter mit dem Nobelpreis gelobt werden könnte obwohl die Entdeckungen eigentlich kaum noch auf seine Genialität zurückzuführen sindDamit setzt du aber voraus, daß jeder der jahrjährlich den Nobelpreis bekommt als Genie gilt. Dem ist nicht so. Es gibt immer wieder geniale Ideen/Gedankengänge, aber das ist nicht jedes Jahr so. Das ist sogar recht selten so.
Genial waren für mich auch Bohr und VOR ALLEM Tesla. Aber auch von Braun war einer. Unumstritten.
Auch Nobel selbst war einer. Auch wenn man sich drum strieten könnte, ob er ein ausgezeichneter Wissenschaflter oder ein begnadeter Chemiker war.
Genial ist das was weit weit über dem 'oberen Durchschnitt' liegt. Und von diesem Durchschnitt als genial bezeichnet wird ;) Das wars wohl auch schon.
vb3rzm
2007-03-13, 07:56:03
Genialität ist für mich die Antwort auf den Satz: "Das haben wir immer schon so gemacht."
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