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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Drohnen - Unbemannte Flugzeuge für Spionage


FutureIsNow
2010-07-14, 22:39:26
Hallo,

okay es geht mal nicht um CPUs oder Grafikarten.

Der Auschnitte aus dem Film (der Mann der niemals lebte) regen mich zum Nachdenken an, ob es wirklich tatsächlich so ist, wie dort dargestellt.

http://www.youtube.com/watch?v=Jp7dmkp257U

Kann eine Drohne in der Luft stehen? Und warum schauen die Leute die es wissen nach oben, sieht man am Anfang des Films, ich dachte die Flughöhe beträgt mehrere Kilometer.

DELIUS
2010-07-14, 22:58:15
Erste Anlaufstelle - Wikipedia:

http://de.wikipedia.org/wiki/Camcopter_S-100
bzw.
http://de.wikipedia.org/wiki/Unbemanntes_Luftfahrzeug

Nightspider
2010-07-14, 23:04:06
Abgesehen davon, das solche Aufnahmen von Sateliten gemacht werden, gibt es schon ab ~300-500 Euro ne Drohne mit Video, die auf der Stelle schweben kann und die man mit dem iPhone steuern kann.

Auf der Stelle schwebende Drohnen sind nichts besonderes heutzutage.

google
2010-07-14, 23:34:55
hihi die Drone die sich via iPhone steuern lässt, kostet sogar nur 270$ 299€... also durchaus machbar!

[link (http://www.macgadget.de/News/2010/07/06/iPhone-gesteuerter-Quadrocopoter-ab-August-im-Handel)]

No.3
2010-07-14, 23:47:04
hihi die Drone die sich via iPhone steuern lässt, kostet sogar nur 270$ 299€... also durchaus machbar!

[link (http://www.macgadget.de/News/2010/07/06/iPhone-gesteuerter-Quadrocopoter-ab-August-im-Handel)]

Erwartet da mal nicht zu viel, das Billigdingens hört sich besser an als es ist.

Wenn es stabil schweben soll und ne gescheite Kamera tragen soll, dann ist man mit nem 4-stelligen Betrag immer noch knapp dran.

Iruwen
2010-07-15, 00:17:31
Die Dinger wurden auch auf der Cebit gezeigt, ich glaub die etwas kostspieligere Variante. Die sollen schon in naher Zukunft komplett autonom in Schwärmen zur Überwachung eingesetzt werden, die Systeme sind u.a. in Großbritannien schon in der Testphase. Momentan hapert es eigentlich nur an der Energieversorgung, was vorerst durch eine höhere Anzahl von Dronen die sich automatisch "abwechseln" gelöst wird.
Schöne neue Welt...

just4FunTA
2010-07-15, 01:28:00
Die Dinger wurden auch auf der Cebit gezeigt, ich glaub die etwas kostspieligere Variante. Die sollen schon in naher Zukunft komplett autonom in Schwärmen zur Überwachung eingesetzt werden, die Systeme sind u.a. in Großbritannien schon in der Testphase. Momentan hapert es eigentlich nur an der Energieversorgung, was vorerst durch eine höhere Anzahl von Dronen die sich automatisch "abwechseln" gelöst wird.
Schöne neue Welt...

lool so krass, das ich das noch erleben darf. Das ist wohl der erste Schritt siehe HL2 zuerst die Scanner und dann kommen die man hacks.

http://www.abload.de/img/scannermanhacksvrv6.jpg

Konami
2010-07-15, 04:57:53
lool so krass, das ich das noch erleben darf. Das ist wohl der erste Schritt siehe HL2 zuerst die Scanner und dann kommen die man hacks.

http://www.abload.de/img/scannermanhacksvrv6.jpg
England will sogar von Anfang an einen Schritt in Richtung Man Hacks gehen und gleich Taser installieren (http://www.wired.co.uk/news/archive/2010-02/10/future-police-meet-the-uk's-armed-robot-drones.aspx):Robots are already the preferred way of approaching possible bombs without putting officers lives at risk. In the future, police may prefer to deal with potentially dangerous suspects the same way, tackling them remotely using a taser if the situation requires it.


Und ca. 2030, schätz ich mal, wird künstliche Intelligenz schon recht weit entwickelt sein und vielfach in Haushaltsrobotern eingesetzt werden. Um 2050 wird sie dann als "ausgereift" betrachtet und auf die (bis dahin massiv eingesetzten und hochentwickelten) "Sicherheits"drohnen übertragen. </Dystopie :ugly:>

Ajax
2010-07-15, 07:06:23
Diskussion über fehlerhafte Rechtschreibung wegen OT entfernt.

Flusher
2010-07-15, 17:10:40
Mir sind die menschlichen Spionage Modelle lieber... :D

http://www.abload.de/thumb/carrieprejeanunderwearopg4.jpg (http://www.abload.de/image.php?img=carrieprejeanunderwearopg4.jpg)

_DrillSarge]I[
2010-07-15, 17:45:36
drohnen sind ja nix ganz neues. werden ja schon lange eingesetzt (jetzt siehe afghanistan, irak). neu wird es sein, wenn der staat die dinger zum "riot control" einsetzen will. vor allem filmen/fotos usw..

just4FunTA
2010-07-15, 17:55:41
@DrillSarge

genau darum ging es uns doch das man in England schon plant die Dinger im Inland von der Polizei einsetzen zu lassen, deswegen auch mein Vergleich mit HL2. ;)

Das Drohnen an sich nichts neues sind wissen wir doch auch.

Philipus II
2010-07-15, 17:58:02
Der Einsatz in den westlichen Ländern wird wohl gewisse Einschränkungen haben. Auch wenn die Bürgerrechte abgebaut werden, sind da glücklicherweise noch viele Einschränkungen.

Interessant sind die Drohnen für low intensity conflicts.
Durch lange Flugzeit und gute Sensoren sind sie ideal zur Überwachung.
Zudem sind sie für Guerillakämpfer schwer zu bekämpfen. Sollte trotzdem eine verloren gehen, ists wie bei einem Blechschaden mit dem Auto: Ärgerlich, aber immerhin kam kein Mensch zu schaden.

Der andere Vorteil ist die Möglichkeit zum autonomen Waffeneinsatz nach Freigabe.
Der Rechner überprüft nach objektiven Kriterien, ob ein gesichtetes Objekt ein geeignetes Ziel ist. Kriegsverbrechen im juristischen Sinn sind damit wohl schon weitgehend unmöglich.
Sollte die recnergestützte Waffenplattform z.B. Zivilisten angreifen (analog des Videos des AH64 im Irak), ist belegbar, dass die Zivilisten nach den objektiven Kriterien für feindliche Kämpfer gehalten wurden. Auch ein Vorfall wie die Tanlasterbombardierung wäre dann so nicht mehr möglich.
Man enthält sich also fast jeder juristischen Verantwortung. Auch die moralische Last schrumpft.

DirtyH.
2010-07-16, 17:04:42
Kann eine Drohne in der Luft stehen? Und warum schauen die Leute die es wissen nach oben, sieht man am Anfang des Films, ich dachte die Flughöhe beträgt mehrere Kilometer.

Die aktuellen militärischen Drohnen für Kriegseinsätze können nicht schweben.

Das in dem Film sind wohl Predator Drohnen.
Die schweben nicht in der Luft, sondern kreisen einfach über dem Zielgebiet.

Und so ne Predator ist 8m lang und hat ne Spannweite von 15m.
Mit guten Augen kann man sowas sicher auch noch in ein paar Kilometern Höhe sehen.

Ein kleiner Airbus der nur 2-3x so groß ist und in 10-12km Reiseflughöhe fliegt ist ja auch sehr gut zu erkennen.

Philipus II
2010-07-16, 17:08:53
Die Drohnen sind deutlich schwerer zu erkennen.
Zum einen sollten ihre Flüge so geplant sein, dass Kondensstreifen minimiert werden. Durch die Lackierung und eventuell durch Beleuchtung könnte man die optische Sichtbarkeit weiter reduzieren.
Die Globalhawk/Eurohawk erreicht zudem bis zu 20km Flughöhe.

FutureIsNow
2010-07-17, 21:05:50
Die aktuellen militärischen Drohnen für Kriegseinsätze können nicht schweben.

Das in dem Film sind wohl Predator Drohnen.
Die schweben nicht in der Luft, sondern kreisen einfach über dem Zielgebiet.

Und so ne Predator ist 8m lang und hat ne Spannweite von 15m.
Mit guten Augen kann man sowas sicher auch noch in ein paar Kilometern Höhe sehen.

Ein kleiner Airbus der nur 2-3x so groß ist und in 10-12km Reiseflughöhe fliegt ist ja auch sehr gut zu erkennen.

Wow. Also nicht überzogen der Film, nur vielleicht bei der Auflösung?

http://www.myvideo.de/watch/7171993/US_Drohnen_mit_Billig_Software_gehackt

PET
2010-07-20, 19:48:01
Der Einsatz in den westlichen Ländern wird wohl gewisse Einschränkungen haben. Auch wenn die Bürgerrechte abgebaut werden, sind da glücklicherweise noch viele Einschränkungen.

Interessant sind die Drohnen für low intensity conflicts.
Durch lange Flugzeit und gute Sensoren sind sie ideal zur Überwachung.
Zudem sind sie für Guerillakämpfer schwer zu bekämpfen. Sollte trotzdem eine verloren gehen, ists wie bei einem Blechschaden mit dem Auto: Ärgerlich, aber immerhin kam kein Mensch zu schaden.

Der andere Vorteil ist die Möglichkeit zum autonomen Waffeneinsatz nach Freigabe.
Der Rechner überprüft nach objektiven Kriterien, ob ein gesichtetes Objekt ein geeignetes Ziel ist. Kriegsverbrechen im juristischen Sinn sind damit wohl schon weitgehend unmöglich.
Sollte die recnergestützte Waffenplattform z.B. Zivilisten angreifen (analog des Videos des AH64 im Irak), ist belegbar, dass die Zivilisten nach den objektiven Kriterien für feindliche Kämpfer gehalten wurden. Auch ein Vorfall wie die Tanlasterbombardierung wäre dann so nicht mehr möglich.
Man enthält sich also fast jeder juristischen Verantwortung. Auch die moralische Last schrumpft.

Achso wenn Maschinen Menschen massakrieren, auch unbewaffnete, ist niemand juristisch zu belangen und moralische Bedenken kann es dann nicht mehr geben? Und das ist deiner Meinung nach völlig akzeptabel?

Die Maschine entscheidet in Zukunft autark über Leben und Tod.

Philipus II
2010-07-20, 20:30:05
Bereits jetzt ist es so, dass bei einer kriegerischen Auseinandersetzung das Völkerrecht sehr "grosszügig" ist.
Es ist beispielsweise ausdrücklich erlaubt, auf gesichtete, aber nicht identifizierte Ziele zu feuern. Es besteht keine Verpflichtung, das Ziel genauer aufzuklären. Wenn dann Zivilisten umkommen, handelt es sich auch nicht um ein Kriegsverbrechen, da ein solches üblichweise nur vorsätzlich begangen werden kann. Greift man z.B. aufgrund eines Kommunikationsfehlers oder einer Verwechslung ein Krankenhaus statt einem Militärverwaltungsgebäude an, müsste Vorsatz vorhanden sein, damit es sich um ein Kriegsverbrechen handelt.
Allerdings ist es oft sogar erlaubt, zivile Opfer ausdrücklich in Kauf zu nehmen, nämlich immer dann, wenn dabei ein bedeutendes militärisches Ziel erreicht werden kann.

Das AH64 Video ist sicher sehr unschön, aber okumentiert, zumindest wenn man nicht von einem vorsätzlichen Angriff trotz Kenntis, dass es sich um Zivilisten handelt, annimmt, nicht um ein Kriegsverbrechen.
Bei der Kundusbombardierung taugen sowohl Unkenntnis als auch "bedeutendes militärisches Ziel" als Rechtfertigung.

Durch die Sensorintegration und die Überprüfung von Parametern lassen sich unschöne Situationen vermeiden:
Die Kriterien für eine Angriffsentscheidung können fest hinterlegt werden und sind daher weitestgehend objektiv.

Bei LIC ist es recht einfach:
No go Area->Angriff
Bewaffneter, der nicht zur eigenen Truppe gehört ->Angriff

Die Drohnen fit für echte Kriege zu machen, ist nochmal ein ganz anderer Schritt.

PET
2010-07-21, 15:36:03
Bereits jetzt ist es so, dass bei einer kriegerischen Auseinandersetzung das Völkerrecht sehr "grosszügig" ist.
Es ist beispielsweise ausdrücklich erlaubt, auf gesichtete, aber nicht identifizierte Ziele zu feuern. Es besteht keine Verpflichtung, das Ziel genauer aufzuklären. Wenn dann Zivilisten umkommen, handelt es sich auch nicht um ein Kriegsverbrechen, da ein solches üblichweise nur vorsätzlich begangen werden kann. Greift man z.B. aufgrund eines Kommunikationsfehlers oder einer Verwechslung ein Krankenhaus statt einem Militärverwaltungsgebäude an, müsste Vorsatz vorhanden sein, damit es sich um ein Kriegsverbrechen handelt.
Allerdings ist es oft sogar erlaubt, zivile Opfer ausdrücklich in Kauf zu nehmen, nämlich immer dann, wenn dabei ein bedeutendes militärisches Ziel erreicht werden kann.

Das AH64 Video ist sicher sehr unschön, aber okumentiert, zumindest wenn man nicht von einem vorsätzlichen Angriff trotz Kenntis, dass es sich um Zivilisten handelt, annimmt, nicht um ein Kriegsverbrechen.
Bei der Kundusbombardierung taugen sowohl Unkenntnis als auch "bedeutendes militärisches Ziel" als Rechtfertigung.

Durch die Sensorintegration und die Überprüfung von Parametern lassen sich unschöne Situationen vermeiden:
Die Kriterien für eine Angriffsentscheidung können fest hinterlegt werden und sind daher weitestgehend objektiv.

Bei LIC ist es recht einfach:
No go Area->Angriff
Bewaffneter, der nicht zur eigenen Truppe gehört ->Angriff

Die Drohnen fit für echte Kriege zu machen, ist nochmal ein ganz anderer Schritt.


Warum werd ich das Gefühl nicht los, dass Dir beim Verfassen solcher Texte die Klöten anschwellen!? :|
Unglaublich.

Philipus II
2010-07-21, 16:51:06
Ne, da liegste falsch.
Ich bin aber grundsätzlich eher technikbejahend und sehe gerne Chancen statt Risiken:wink:
Und wenn schon Krieg ist, sollte man den so effizient wie möglich führen. Technologische Überlegenheit ist extrem nützlich.

PET
2010-08-03, 17:31:53
Ne, da liegste falsch.
Ich bin aber grundsätzlich eher technikbejahend und sehe gerne Chancen statt Risiken:wink:
Und wenn schon Krieg ist, sollte man den so effizient wie möglich führen. Technologische Überlegenheit ist extrem nützlich.

Dem widerspreche ich grundsätzlich nicht, wenn die Roboter für Aufgaben benutzt werden, die dazu dienen Menschenleben zu schützen.
Z. B. Sprengfallen entschärfen, Verletzte Soldaten zu bergen und von mir aus auch die Aufklärung.

Es ist aber etwas völlig anderes, einer Maschine autark die Entscheidung über das Leben und den Tod von Menschen zu überlassen.
Du stellst diesen Punkt so dar, als wäre er selbstverständlich und unumgänglich und für Dich völlig akzeptabel.
Entweder aus purer Ignoranz oder aus dem Grund, weil Dir wohl nicht bewusst ist, welche Verantwortung man da aus der Hand geben möchte und welche Gefahr daraus erwachsen kann, der auch die Nutzer dieser Technik unterliegen werden, wenn man nicht verdammt aufpasst, wozu man diese Maschinen einsetzt. Ganz abgesehen von dem rein technischen Nutzen, werden solche Möglichkeiten sofort politisch ausgenutzt um Ränkespiele mit moralischen Standpunkten zu betreiben die kriegerische Handlungen in einem völlig anderen Licht erscheinen lassen, von denen sich die meisten, wie Du anscheinend auch, sehr gerne blenden lassen.

Wenn Maschinen durch eigene Entscheidungen Menschen töten können und dürfen, driftet der Akt des Tötens in eine sehr abstrakte Ecke ab, die moralisch weit von dem entfernt ist, was man als "notwendiges Übel" ansehen könnte.
Es weitet das Spektum aus, in dem das Töten "legitim" erscheint, weil sich gewisse Personenkreise der Verantwortung entziehen und die Art des Tötens zu einem abstrakten, digitalen Spektakel verkommt.
Automatisiertes Töten kann keine positive Entwicklung für die Menschheit bedeuten, dass widerspricht allein von der grundsätzlichen, geistigen Grundlage her der Wertschätzung des Lebens. Im Sinne des Fortschritts ist dies dann keiner, eher ein Rückschritt.

Philipus II
2010-08-03, 17:48:44
Ich halte Krieg unter bestimmten Umständen für unvermeidlich. Sollte Krieg sein, sollten wir diesen so effizient wie möglich führen. Die Eigenverluste und Zivilverluste sowie der Aufwand sollen minimiert werden.
Dass Krieg eine schlimme Sache ist, stelle ich nicht in Abrede.

Frucht-Tiger
2010-08-03, 19:25:06
Das "beste" an Drohnen ist, dass keine eigenen Soldaten mehr in Särgen nach Hause kommen. Das heißt die eigene Bevölkerung wird nicht kriegsmüde oder hinterfrägt gar den Sinn des Krieges, praktisch.

aoe_forever
2010-08-03, 22:18:05
Wow. Also nicht überzogen der Film, nur vielleicht bei der Auflösung?

Die gezeigten Einstellungen sind sicher nicht unmöglich, auch in der Auflösung. Wie gesagt schwebt die Drohne nicht, sondern sie kreist in einigen Kilometern Höhe, wie ein Segelflugzeug, dem sie ja auch nachempfunden ist. Die HD-Kameras nachzuführen und Vibrationen auszugleichen ist heute auch kein Problem mehr.


Solche Fotos kann man vermutlich inzwischen auch von Satelliten aus machen. Mit einer Drohne ist das ganze dann sehr viel einfacher.

Cyphermaster
2010-08-04, 08:50:15
Die Eigenverluste und Zivilverluste sowie der Aufwand sollen minimiert werden.Die Entscheidung über Leben und Tod einem festen Parametersatz bzw. einem Algorithmus anzuvertrauen, und dann bei Fehlentscheidungen der Maschinen zu sagen "das war ich aber nicht", ist schlicht eine faule Ausrede. Wenn du mal was mit der Interpretation von komplexeren Daten zu tun gehabt hättest, wüßtest du, daß dabei eine ganze Menge an Unwägbarkeiten und Fehlinterpretationen gar nicht auszuschließen ist, und ein "objektives Beurteilen" nicht wirklich möglich. Um so etwas zu erlauben, müßte eine dem Menschen mindestens gleichwertige KI existieren.

Zusätzlich bin ich der Ansicht, daß eine "Entpersonalisierung" von Krieg schädlich ist. Denn jede Möglichkeit, sich von dem Schrecken eines Krieges zu distanzieren, macht das Ausüben von Gewalt leichter, und fördert damit Kriege. Wer Krieg betreibt, sollte in meinen Augen auch persönliche Verantwortung (inklusive Gefährdung dadurch) haben. Die Hemmschwelle, Gewalt auszuüben, steigt dadurch.

Technisch gesehen noch ein Wort zu "Guerillakämpfer können nichts gegen Drohnen ausrichten": Es gibt bereits Entwicklungen zu auf diese Bedürfnisse hin aufgewertete Manpads, die auch die Hitzesignatur-schwachen und hoch fliegenden Drohnen erreichen können; bzw. auch entsprechend portable Starter-Systeme mit Fernlenkung. Ist also auch nur eine Frage der Zeit, bis solche Systeme den Markt/Schwarzmarkt, und damit Guerilla-Truppen erreichen. Ich halte es für eine fatale Fehleinschätzung, LICs als solche komplett festzuschreiben. Sowas kann sich sehr schnell zu einer kurzfristigen HIC-Situation eskalieren, so daß auf LIC eingestellte Truppen vor Ort überfordert sind.

Hypothraxer
2010-08-04, 09:07:25
Solche Fotos kann man vermutlich inzwischen auch von Satelliten aus machen. Mit einer Drohne ist das ganze dann sehr viel einfacher.

Nein - kann man nicht.

Der höchst-auflösende kommerzielle Satellit ist momentan Worldview-1 - mit einer Pixelgrösse von 50 cm. Militärisch sind sie momentan so etwa bei ~30 cm - aber wirklich viel weiter runter kommst du nicht mehr. Menschen sind zwar somit mit etwas Mühe interpretierbar, bestehen dann aber aus 2 - 4 Pixeln.

Die Aufnahmen die man da im Film sieht, wurden aus einem Helikopter in einer Höhe von ~50 Metern mit einer hochwertigen Kamera und stabilisierten Plattform gemacht. Beides ist ziemlich schwer und wird dementsprechend nicht wirklich in Drohnen eingesetzt.

Somit sind die Szenen da, bezüglich Bildqualität, Bildauflösung, Bildstabilität und vor allem Signalqualität (ich möchte gerne sehen, wie man so einen hochauflösenden Film über grössere Distanzen in quasi Echtzeit und in so einer Qualität übertragen will...) unrealistisch.

desert
2010-08-04, 10:00:28
Nein - kann man nicht.

Der höchst-auflösende kommerzielle Satellit ist momentan Worldview-1 - mit einer Pixelgrösse von 50 cm. Militärisch sind sie momentan so etwa bei ~30 cm - aber wirklich viel weiter runter kommst du nicht mehr. Menschen sind zwar somit mit etwas Mühe interpretierbar, bestehen dann aber aus 2 - 4 Pixeln.

Die Aufnahmen die man da im Film sieht, wurden aus einem Helikopter in einer Höhe von ~50 Metern mit einer hochwertigen Kamera und stabilisierten Plattform gemacht. Beides ist ziemlich schwer und wird dementsprechend nicht wirklich in Drohnen eingesetzt.

Somit sind die Szenen da, bezüglich Bildqualität, Bildauflösung, Bildstabilität und vor allem Signalqualität (ich möchte gerne sehen, wie man so einen hochauflösenden Film über grössere Distanzen in quasi Echtzeit und in so einer Qualität übertragen will...) unrealistisch.

Na sie sind schon weiter, besonders die amis. Der KH-11 hat eine auflösung von ca. 15 cm in seinem orbit und die satellitenreihe ist mittlerweile über 20 Jahre alt. Beim nachfolger KH 12 erreicht man wohl an die 8 cm auflösung.

Der KH 12 hat einen grösseren spiegel als das Hubble.

Man vergleich einfach mal die masse von einen kommerziellen satelliten wie z.b. Worldview mit 2500 KG mit einem KH-12 von ca. 20.000 KG.

Hypothraxer
2010-08-04, 10:29:13
Na sie sind schon weiter, besonders die amis. Der KH-11 hat eine auflösung von ca. 15 cm in seinem orbit und die satellitenreihe ist mittlerweile über 20 Jahre alt. Beim nachfolger KH 12 erreicht man wohl an die 8 cm auflösung.

Der KH 12 hat einen grösseren spiegel als das Hubble.

Man vergleich einfach mal die masse von einen kommerziellen satelliten wie z.b. Worldview mit 2500 KG mit einem KH-12 von ca. 20.000 KG.

15 cm sind allerdings nur die theoretische Auflösung. Die Atmosphäre macht dir da einen recht dicken Strich durch die Rechnung, so dass dann die wirklich nutzbare Bodenpixelauflösung bei ~30 cm liegt.

Wie gross die Spiegel sind, ist zudem nicht so wichtig - es kommt im Endeffekt darauf an, welche Brennweite du damit erziehlst (also im Endeffekt, wie oft du den Strahlengang umfaltest). Hubble kommt auf ungefähr 60 Meter - Ikonos ist bei 10 Metern angesiedelt (Worldview ist da etwa in ähnlichen Regionen). Bei den KH-Satelliten dürfte die Brennweite sogar kleiner sein, weil der Orbit tiefer ist.

Zudem werden heutzutage kaum mehr 20 Tonnen schwere Satelliten hoch gelassen, weil die Lebensdauer auf so einem Orbit schlicht zu klein ist (und die US-Armee ja jetzt dann bald kein Vehikel mehr haben, das so eine Last nach oben bringen kann ;) ).

John.S
2010-08-05, 15:34:20
Haben nicht gerade deswegen die dicken Spionagesatelliten ordentlich Treibstoff an Board, um von Zeit zu Zeit Gas zu geben, um den Orbit zu halten?

Die USA schossen doch im Feb 2008 einen ihrer Spionagesatelliten mit einer halben Tonne Hydrazin an Board, ab.

Hypothraxer
2010-08-05, 19:53:20
Haben nicht gerade deswegen die dicken Spionagesatelliten ordentlich Treibstoff an Board, um von Zeit zu Zeit Gas zu geben, um den Orbit zu halten?

Die USA schossen doch im Feb 2008 einen ihrer Spionagesatelliten mit einer halben Tonne Hydrazin an Board, ab.

Gewisse Satelliten haben Treibstoff an Bord - ja. Nur wird dadurch der ganze Satellit nur noch schwerer. Einen 20 Tonnen Satellit nach oben zu schaffen ist gar nicht mehr so einfach.

Die Ariane 5 hat in ihrer höchsten Ausbaustufe etwa 21 Tonnen Nutzlast. Das Space Shuttle etwa 24 Tonnen (wohlgemerkt ins LEO). Und sonst? Die Saturn V gibt's ja nicht mehr und die grossen russischen Raketen sind auch nicht mehr in Betrieb.

Es ist einfach deutlich billiger eine Drohne auf 20 - 25 km Höhe fliegen zu lassen, als Satelliten einzusetzen. Ganz abgesehen davon, dass du auf solcher Höhe theoretisch nicht mehr zum Luftraum gehörst und somit auch keine Probleme mit der Flugsicherung bekommst (im Gegensatz zu diesen Dingern (http://www.swiss-uav.com/uav_systems.php)).

desert
2010-08-06, 14:21:02
Gewisse Satelliten haben Treibstoff an Bord - ja. Nur wird dadurch der ganze Satellit nur noch schwerer. Einen 20 Tonnen Satellit nach oben zu schaffen ist gar nicht mehr so einfach.

Die Ariane 5 hat in ihrer höchsten Ausbaustufe etwa 21 Tonnen Nutzlast. Das Space Shuttle etwa 24 Tonnen (wohlgemerkt ins LEO). Und sonst? Die Saturn V gibt's ja nicht mehr und die grossen russischen Raketen sind auch nicht mehr in Betrieb.

Es ist einfach deutlich billiger eine Drohne auf 20 - 25 km Höhe fliegen zu lassen, als Satelliten einzusetzen. Ganz abgesehen davon, dass du auf solcher Höhe theoretisch nicht mehr zum Luftraum gehörst und somit auch keine Probleme mit der Flugsicherung bekommst (im Gegensatz zu diesen Dingern (http://www.swiss-uav.com/uav_systems.php)).

Naja Delta 4, atlas 5 usw. Die nasa hat schon noch genug möglichkeiten 25 tonnen in den LEO zu bringen. Das militär hat sonst schon längs protestiert, wenn es keine möglichkeit mehr geben würden, solche nutzlasten in den orbit zu bringen.