PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie gebackene Grafikkarte erkennen?


ux-3
2011-06-07, 17:53:19
Wie es der Titel schon sagt:
Gibt es klare Anhaltspunkte um eine gebackene Grafikkarte zu erkennen?

seaFs
2011-06-07, 18:08:52
Evtl auf die Elkos achten. Ansonsten...bei unter 150°C wird es wohl schwer, da das so ziemlich alle Komponenten aushalten. Die kritischen Temperaturen bei Halbleitern (Grenzschichttemperatur) wird für den stromlosen Zustand teilweise bis 230°C angegeben (eben Reflow soldering).

Was aber ein eindeutiges Indiz ist: Kunststoffteile.
Z.B. hatte die GeForce79x0 standardmäßig einen Buzzer drauf für Fehlermeldungen. Wenn der verlaufen ist, war die Karte sicherlich mal Ofen für >10 Minuten.

Evtl. hast du auch die Möglichkeit nach Flussmittelresten zu suchen, die einen Richtungswechsel aufweisen. Das wird aber schwer bis unmöglich zu finden sein, da Flussmittelreste eher spärlich sind.

Als letzte Möglichkeit fällt mir eine verfärbte Platine ein (bräunlich). Wenn der Backofen aber ein gutes Thermostat drin hat und die Temperatur nur etwa 100°C betrug, wirst du mMn keinen Erfolg haben.

Gast Berlin
2011-06-07, 18:21:08
ihr beide könntet aber auch nach...
" grafikkarte backen" googln, und werdet schlau gemacht

ux-3
2011-06-07, 18:34:16
ihr beide könntet aber auch nach...
" grafikkarte backen" googln, und werdet schlau gemacht

Hab ich schon längst gemacht, ich will aber keine backen sondern entscheiden, ob eine gebacken wurde.


Evtl auf die Elkos achten.

Auf der Karte sind nur die festen Elkos.

Gast Berlin
2011-06-07, 20:28:49
Hab ich schon längst gemacht, ich will aber keine backen sondern entscheiden, ob eine gebacken wurde.

ich habe das mal Testweise nach so ner Anleitung gemacht,
ohne Erfolg,und zu sehen war auch nix
das nur dazu

Majestic
2011-06-07, 20:44:49
Wenn sie nach Pommes oder Kuchen riecht. :uidea:

Hab mal eine Radeon 9700 Pro gebacken (Umluft 180°C). Danach waren die (Kunstoff-)Gehäuse mancher Bauteile etwas schrumpelig. Vielleicht hilft dir das.

Spasstiger
2011-06-07, 20:53:37
Das erkennst du eigentlich nur an Teilen, die nicht schon bei der Fertigung durch den Reflow-Ofen gefahren sind, d.h. an Anbauteilen.

Gast Berlin
2011-06-07, 21:41:35
Das erkennst du eigentlich nur an Teilen, die nicht schon bei der Fertigung durch den Reflow-Ofen gefahren sind, d.h. an Anbauteilen.
und die müssen ja dabei (Backofen) abgebaut werden ;)

ux-3
2011-06-07, 21:46:02
Also weder am PCIe Steckanschluss noch an den DVI Buchsen fällt mir was auf.

Besten Dank.

Schrotti
2011-06-07, 22:50:29
Hab mal eine Radeon 9700 Pro gebacken (Umluft 180°C). Danach waren die (Kunstoff-)Gehäuse mancher Bauteile etwas schrumpelig. Vielleicht hilft dir das.

Nerd?

Den Kühler ab und bei maximal 110-120°C backen!

Sonst wird das nichts.

Majestic
2011-06-08, 06:38:21
Nerd?

Den Kühler ab und bei maximal 110-120°C backen!

Sonst wird das nichts.


Warum? Die Karte was ja eh schon defekt. Und da sie durch leichtes Bewegen im Betrieb kurz wieder ein Bild zeigte.
Die Temperatur beim Backen war hoch und die Dauer kurz. Es ging nicht darum das Flussmittel oder Lot zu verflüssigen (was auch bei den Temperaturen nicht geht soweit ich weiß). Sondern um eventuellen Spannungen aus dem PCB zu bekommen. Damals waren diverse Tutorials mit Netz und jeder schrieb bei den Temperaturen was anderes.


P.s. Der Nerd denkt er erkennt den anderen als Nerd...:freak:

V2.0
2011-06-08, 07:07:52
Oft erkennt man es am Aufkleber mit der Seriennummer. Bei neueren Karten wird es allerdings schwer, das z.B. Gigabyte den oft in der nähe der Spannungswandler auf die Rückseite klebt und er sich meist nach einigen monaten von selber anfängt zu lösen.

seaFs
2011-06-08, 17:23:40
DVI-Buchsen und Stromanschlüsse sind aus Kunststoffen mit höherer Temperaturresistenz. Kühlerplastiken schmelzen dagegen wesentlich früher.

Was die Lote angeht...da gibt es unzählige. Eutektische Gemische bekommt man mit Quecksilber, Zinn, Blei und anderen Metallen auf 40°C runter. Die 120°C sind also nicht unbedingt abwegig.

Aber wie ich oben schon meinte... bei diesen relativ niedrigen Temperaturen, welche auch noch im Arbeitsbereich der GPU liegen, wird man kaum bis gar nichts erkennen können.

Spasstiger
2011-06-08, 19:11:31
Was die Lote angeht...da gibt es unzählige. Eutektische Gemische bekommt man mit Quecksilber, Zinn, Blei und anderen Metallen auf 40°C runter. Die 120°C sind also nicht unbedingt abwegig.
Ich kenne typische Reflow-Profile, hab selbst schon mit einem Reflow-Ofen gearbeitet. Eine übliche Peak-Temperatur sind 265°C, die Schmelztemperatur der Lote liegt etwas darunter (~240°C). In der Regel nimmt man Zinn-Silber-Kupfer-Eutektiken.

Crazy_Borg
2011-06-08, 19:29:26
So, nachdem ich meine Grafikkarte (8800 GTS G80) schon mehrfach gebacken habe, ein paar Anhaltspunkte:

- PCIe Stromstecker: Plastik sieht rau und "abgescheuert" aus. Nichtmehr glänzend schwarz.
- PCIe Stromstecker: korrodierte / angelaufene Kontakte (PCB Unterseite)
- Seriennummer Aufkleber: silberne Aufkleber verlieren gern den Aufdruck (Schrift verbleicht oder verschwindet ganz)
- Starke Kratzer an den Schrauben des Kühlkörpers / Slotblechs
Mehrmals den Kühlkörper auf- und abmontieren hinterlässt halt spuren, normalerweise macht man das ja höchstens einmal. Auch auf die sechseckigen Befestigungsmuttern der DVI/VGA Anschlüsse achten. Die sind ohne richtiges Werkzeug schwer zu entfernen, Zangen hinterlassen da deutliche Spuren.
- Wärmeleitpads extrem porös / zerfleddert. Die wenigsten Leute werden nach den Backvorgängen neue Pads einsetzen (besonders wenn sie schnell Geld damit verdienen wollen bei ebay).