Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Waffentechnik: Geheime Sabotagefunktionen?
Kürzlich hat Deutschland den "Euro Hawk" in Empfang genommen und feierlich vorgestellt. Hier ein Video vom Erstflug: Klick (http://www.youtube.com/watch?v=L_ZPKzp_GJY).
Als ich die Übergabe des Euro Hawk verfolgte, kamen mir einige Gedaken. Waffen werden heute rund um den Globus verkauft, gleichzeitig haben immer mehr Waffensysteme elektronische Bauteile und sind extrem komplex. Deutschland scheint nicht die Möglichkeiten haben zu haben, einen brauchbaren "Bundestrojaner" zu erstellen, daher zweiffle ich, dass wir alle eingekauften Waffensysteme bis in das kleinste Detail analysiert haben (Reverse Engineering).
Könnte es sein, dass die Waffen mit einem versteckten "Killswitch" ausgerüstet sind, die USA also z.B. per Knopfdruck die Euro Hawk-Drohnen deaktivieren könnten? Wie schließt man sowas aus? Haltet Ihr die Gefahr für real? Ich ziele nicht nur auf die USA ab, auf alle. Auch auf uns. Können die Leopard-Panzer, die wir verkauft haben, evtl. irgenwie "heimlich" deaktiviert werden? Kann man solche Funktionen so gut verbergen, dass sie dem Käufer nicht auffallen?
Avalox
2011-10-14, 17:53:50
Könnte es sein, dass die Waffen mit einem versteckten "Killswitch" ausgerüstet sind,
Die brauchen keinen versteckten Killswitch. Wer die Waffen entwickelt, kennt A) die allgemeinen Nachteile und B) die speziellen Schwachstellen und Gegenstrategien.
Die Möglichkeiten sind dabei ganz für den Entwickler offensichtlich und es bedarf nicht verdecktes. Es werden systemimmanente Schwachstellen genutzt.
Im Kriesenfall werden dann zudem einfach keine Ersatzteile und auch kein Hersteller Support mehr geleistet. Solch eine Waffe ist ein komplexes System, da entscheiden keine Quartettdaten, es ist entscheidend die benötigte Infrastruktur bereitstellen zu können, um diese sinnvoll einsetzen zu können.
Als im Golfkrieg (Iran/Irak) eine US Fregatte von einer Exocet Rakete getroffen wurde, entsendeten die Franzosen ein paar eigene Schiffe in die Region und es war sofort Schluss mit Exocet Angriffen.
Das ist doch der Sinn der Rüstungsspirale. Derjenige der die Entwicklung voran treibt, hat ja nicht nur das neue Waffensystem, er hat ja auch die Kenntnisse, was gegen das neue Waffensystem zu unternehmen ist und wie es in eine Strategie einzubinden ist als erster und hat damit natürlich einen Vorsprung, vor entsprechenden Entwicklungen der Gegenseite, welche dann eben in schon bekannten Bahnen hinterherhinkt.
Waffen von für die USA besonderer Bedeutung werden eh überhaupt nicht, oder nur in modifizierter Form verkauft.
Zumal solche Dinge wie der Euro Hawk eh eine Infrastruktur benötigt, welche nur die USA bereit stellen kann. Der Euro Hawk ist ein Gerät, welches zwar von den Europäern betrieben und teilweise ausgestattet wird, sich aber in ein von der USA bereit gestellte Infrastruktur einklinken muss, um überhaupt genutzt werden können. Wie eine eigene Eisenbahn, welche allerdings ein angemietetes Gleisnetz benutzen muss.
Gibt zu dem Exocet-Vorfall etwas spannendes zu lesen? :)
xxMuahdibxx
2011-10-14, 19:26:01
Wie blöd wäre ein Land was die eigenen Waffen die es verkauft auch nicht einfach abschalten könnte oder ein wirksames Mittel gegen sie im Arsenal hat ?
So blöd wie das Land, welches abschaltbare Waffen kauft?!
Philipus II
2011-10-14, 21:35:22
Eine einfache Abschaltfunktion wird es wohl nicht geben bzw. nur sehr selten geben. Allerdings ist eine Waffe, die vom zukünftigen Feind gekauft wurde, oft kaum sinnvoll einsetzbar:
-der Herstellersupport wird ausfallen. Waffen wie Kampfflugzeuge, Hubschrauber, Schiffe oder Flugabwehranlagen sind ohne Support sehr schwer zu betreiben.
-man wird keine Updates mehr bekommen
-die Schwächen sind dem Exporteur sehr gut bekannt. Oft kann man durch geringfügige Änderungen an der eigenen Ausrüstung oder Taktik die Wirkung deutlich mindern
-Spitzenprodukte bekommen nur enge Freunde oder manchmal auch niemand
Eher einfache Waffen und Ausrüstung wie Handfeuerwaffen, Schutzwesten, Nachtsichtgeräte und Fahrzeuge (Vorsicht: Ersatzteilbedarf) werden aber problemlos weiter betreibbar sein.
Sven77
2011-10-14, 21:44:31
Sieht man ja an den F14 im Iran.. die waren alle in kürzester Zeit nicht mehr einsatzfähig als die USA den Support eingestellt hat..
Cyphermaster
2011-10-14, 23:54:52
So blöd wie das Land, welches abschaltbare Waffen kauft?!Noch nicht mal die USA leisten sich eine 100,00% unabhängige Waffenentwicklung. Z.B. funktionieren die Abrams M1-Steuerungen mit Teilen, die in Memmingen im Allgäu gefertigt werden. Auch das ist -ganz simpel- ein Markt. Man muß halt nur sehen, gegen wen man anstinken will, und vielleicht nicht grade ausgerechnet nur aus dessen Waffenschmieden kaufen.
Wie man sich mit der Aufrüstungsspirale bankrottieren und damit selbst volkswirtschaftlich nahezu sturmreif bomben kann, sieht man ja exzellent an den USA und der ehemaligen UdSSR. Da kann es durchaus interessant sein, nicht das Rad zigmal neu selber zu erfinden.
Sieht man ja an den F14 im Iran.. die waren alle in kürzester Zeit nicht mehr einsatzfähig als die USA den Support eingestellt hat..
Es sind immer noch knapp 25 einsatzfähig trotz 8 Jahren Golfkrieg ;)
Iran stellt Ersatzteile und Raketen einfach selber her.
Das größte Problem in zukünftigen Kriegen wird GPS sein. Ohne ein eigenes GeoSat System wird ein Land gegen NATO/Russland/China keine Chance haben, da diese einfach die Funktion gegen das Land abschalten können. Daher wäre ein EU betriebenes System auch so essentiell.
Sven77
2011-10-15, 01:32:05
Die Dinger sind nicht einsatzfähig, auch wenn der Iran das gerne behauptet
Die Dinger sind nicht einsatzfähig, auch wenn der Iran das gerne behauptet
Das glaube ich auch nicht. Die Dinger hatten einen hohen Wartungaufwand, weshalb sie auch schnell entsorgt wurden.
Philipus II
2011-10-15, 01:52:43
Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen.
Ich glaube, dass der Iran durchaus mal eine Handvoll in die Luft bringen kann. Für eine Parade macht das viel her. Von einsatzfähig ist man aber ziemlich weit entfernt. Ausreichend Training für die doch recht komplexe F14 und erst recht ein Einsatzbetrieb mit mehreren Patrouillienflügen am Tag sind wohl aber nicht drin.
Die F14 war in den Auseinandersetzungen mit dem Irak nützlich. Da war man aber schon eingeschränkt bezüglich Klarstand.
Die Fertigung von Ersatzteilen ist grundsätzlich möglich, aber ähnlich wie bei Oldtimern, von denen nur ein paar erhalten sind: Alles ist arschteuer/saumässig aufwändig.
Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen.
Die Zahl von 25 einsatzfähigen Modellen ist die Bereinigte vom Westen angenommene Version. Der Iran selber behauptet noch 44 Maschinen aktiv im Einsatz und 60 einsatzbereit zu haben.
Ich wüsste auch nicht was an diesen Zahlen nicht stimmen sollte. Iran ist in der Lage die Technologie schon lange zu kopieren. Sonst wären die F-14 schon im zweiten Kriegsjahr verschrottet worden. Auch kann der Iran die Technologie nicht nur kopieren, sondern auch anderweitig einsetzen. Das haben sie schon vor fünfzehn Jahren bewiesen, als sie einen komplett in Eigenbau erstellten Nachfolger der F-5II vorgestellt haben. Diesen haben sie jetzt noch einmal modernisiert.
Das Ersatzteile teuer sind ist klar, aber die F-14 ist der einzige richtige Luftüberlegenheitsjäger des Landes. Und die derzeitige Bedrohungslage erfordert nunmal ein aufwändiges und teures Militär.
Fusion_Power
2011-10-15, 02:28:25
:rolleyes:Eigentlich müsste sich die moderne Waffentechnik nach Ablauf der Garantie selber entsorgen, heutzutage haben viele elektronische Bauteile ja eingebautes Verfallsdatum und auch in High Tech Waffen werden sicher auch billige China Bauteile verwurstet, wie halt überall. :D
Cyphermaster
2011-10-15, 11:38:48
Das ist sowieso ein Problem des Militärs: Egal, ob Iran, China, USA, EU oder Russland, man kann sich schlichtweg nicht mehr völlig autonom versorgen, weil man nicht mehr für alles Ressourcen und passende (konkurrenzfähige) Technologiefirmen im Land hat. "Auf Lager legen" ist ab einem gewissen Punkt aber auch nicht möglich, schon wegen dem Kosten- und Veraltungsdruck. Verknappen auf dem globalen Markt ein paar Grundmaterialien/Grundkomponenten, dann ist es auch für viel Geld schnell Essig mit dem Nachschub. Beispiel: sogenannte "seltene Erden", wo China den Markt weitgehend beherrscht, und sogar noch die Wirtschaft stark an der kurzen Leine hat. Diese seltenen Erden sind (u.a.) nötg für hochqualitative optische Systeme, sowie Sensor- und Steuerchip-Fertigung. Eine Blockade würde sehr schnell Nachschub an vielen Hightech-Gerätschaften zum Erliegen bringen.
Nicht vergessen: Es braucht ja noch nicht einmal eine direkte Sabotagemöglichkeit. Es wäre schon verheerend, wenn z.B. ein Hintertürchen für Schadcode in der Maschinerie der Fertigungsstätten vorhanden ist. Eine kleine, dort schwer zu bemerkende Änderung, und alle ab diesem Zeitpunkt produzierten Bauteile/Ersatzteile wären "trojanische Pferde" in Hardware, also entweder leicht auszuschalten oder sogar völlig kontrollierbar (bei Drohnen sehr wertvoll, man könnte z.B. aus den Aufklärungsbildern eigene Einheiten ausblenden, oder mit gekaperten Kampfdrohnen Überraschungsangriffe ausführen)
Das Ganze ist wie ein globales Schachspiel, nur sehr viel komplexer. Oft ist ein Sieg schon 5 Schritte im Voraus entschieden, bevor man es überhaupt bemerkt.
Waffen halten länger als so manches Bündnis :) Die globalisierte Welt gefällt mir an dieser Stelle nicht. Ich hätte es lieber, wir würden unsere Waffen zu 100% selbst entwickeln (könnten wir) und sie anschließend nicht an andere verkaufen (könnten wir wohl nicht, weil wir auf das Geld angewiesen sind).
Ich glaube, jede Waffe mit Microchip ist abschaltbar.
Cyphermaster
2011-10-15, 11:50:06
Entwickeln (auf gewissem Niveau, auch wir spielen nicht in jeder Waffentechnik in der obersten, konkurrenzfähigen Liga mit) ja, produzieren schon nicht mehr. Und wie gesagt: Wirtschaftlich ist eine autonome Militärentwicklung, geschweige denn Produktion, real einfach nur Selbstmord.
Ja, natürlich, aber genau dieser Umstand macht mir ja Bauchschmerzen. Am Ende ist es irgendein Bauteil für 60 Cent, welches in China tonnenweise hergestellt und in jede Waffe verbaut wird - und eine Backdoor mitbringt.
Cyphermaster
2011-10-15, 14:36:42
Es ist imho längst nicht mehr die Frage ob, sondern eher welches Bauteil, und wie man es bzw. die Backdoor erkennt.
Das, was man gemeinhin unter "Krieg" versteht, ist schon lange nicht mehr up-to-date. Heutzutage kämpfen weder Nationen, noch tun sie das notwendigerweise auf einem klassischen Schlachtfeld. Heutzutage kämpfen Interessengemeinschaften wirtschaftlicher oder ideeller Natur, und zwar zusätzlich (und meist im Vorfeld) mit Währungen, Aktien, Rohstoffen, Informationen und viel Psychologie. Du machst dir also wahrscheinlich um Dinge einen Kopf, die schon seit dem kalten Krieg nicht mehr das Entscheidende sind, sondern nur ein kleines Teil im Puzzle.
Ich will wieder Krieg wie früher :(
Fusion_Power
2011-10-15, 15:36:41
Ich will wieder Krieg wie früher :(
Wie weit "früher"? :wink:
Bei Pfeil und Bogen geh ich mit.
Feuerwaffen müssen schon sein. Aber mit Kampfunterbrechung alle 120 Minuten, damit die Verwundeten geborgen werden können. Also so wie vor ca. 100 Jahren :)
Cyphermaster
2011-10-15, 16:44:43
Ich will wieder Krieg wie früher :(
Früher war das doch auch kaum anders. Da ging es nur nicht um Sprit für Panzer, Germanium für Elektronikchips etc., sondern um Metallerz, Kohle, und Pferde. Auch da war das, was vor der Schlacht passierte, im Regelfall entscheidender als die Schlacht selbst.
Für den Soldaten war es vor der Feuerwaffen-Ära allerdings "unmittelbarer", seine Überlebenschancen hingen viel mehr von ihm und seinen persönlichen Fähigkeiten ab, und nicht so sehr von der Waffentechnik. Das war mit den Ballermännern so ziemlich vorbei. "Ehre", "Fairness" usw. waren allerdings schon immer nur relativ, auch wenn Fantasy-Filme das natürlich gerne suggerieren.
Hatte ich nich gelesen, dass wir die Drohnen "leer" gekauft haben und sie noch von EADS bestückt werden?
Flyinglosi
2011-10-15, 19:12:38
Es reicht doch, wenn die Amerikaner die GPS Satelliten abschalten oder neu codieren. Dann startet zumindest kein Eurofighter mehr ;D
Philipus II
2011-10-15, 19:30:52
Das wird so nicht stimmen. Der EF ist wohl auch ohne GPS einsetzbar, allerdings natürlich mit mehr Aufwand.
Navigation geht zB auch über TACAN. Wenn es aber darum geht Positionen genau zu bestimmen und koordinieren geht nichts über ein Sattelitensystem, da es einfach genauer ist.
Der Sandmann
2011-10-15, 22:24:48
Alle modernen westlichen Armeen bauen ja inzwischen auf GPS.
Kann man die Satelliten nicht einfach abschiessen oder sind die zuweit im All?
Philipus II
2011-10-15, 22:54:37
Es gibt funktionierende Antisattelitenraketen.
Hallo!
Wurde mit so einer Rakete schon jemals ein Satellit abgeschossen?
Gruß Djon
Philipus II
2011-10-15, 23:15:34
http://de.wikipedia.org/wiki/Antisatellitenrakete
Der Sandmann
2011-10-15, 23:58:36
http://de.wikipedia.org/wiki/Antisatellitenrakete
Also wenn ich mir das so durchlese haben die Chinesen einen Satelliten abgeschossen der ca. 900 KM von der Erde entfernt war.
Laut Wiki sind die GPS Satelliten ca. 20.000 KM von der Erde entfernt. Ist schon ein wenig mehr.
Kann mir aber nicht vorstellen das es nicht möglich ist die runter zu holen. Sind ja auch irgendwie da rauf gekommen.
Avalox
2011-10-16, 09:49:59
Kann mir aber nicht vorstellen das es nicht möglich ist die runter zu holen. Sind ja auch irgendwie da rauf gekommen.
Die USA sind ja nicht nur die einzigen auf diesen Planeten mit umfänglich funktionierenden globalen Satelliten Navigationssystems. Es sind auch die einzigen, welche nochmal ein vollständiges Ersatzsystem im Keller vorbereitet haben.
Sollte irgendetwas die GPS Satelliten schädigen, was ja auch durchaus eine Naturkatastrophe sein könnte. So wird von U-Booten, Schiffen und Abschussbasen ein vorbereitetes Not-GPS System gestartet,
Wenn man jetzt bedenkt, dass die USA schon 1960 über ein erstes funktionierendes Satellitennavigationssystem verfügten dann sollte man davon ausgehen, dass sie diese Technologie und die Gegenmaßnahmen gut beherrschen.
Sieht man in das All, fällt der Blick eh sehr eindeutig aus. Wer wo was zu melden hat.
Hier die Übersicht der Top3 der Satelliten betreibenden Nationen und die Anzahl der betriebsfähigen Satelliten.
http://www.ucsusa.org/assets/images/nwgs/Estimates-of-Space-Assets-Bar-Graph.gif
Cyphermaster
2011-10-16, 11:51:32
Die Frage für den Kriegsfall ist wohl weniger, wieviele Satelliten initial vorhanden sind, sondern wer die Oberhand im All behalten würde. Die US-Vorherrschaft im All stammt derzeit noch aus den Zeiten der vollen Töpfe bei der NASA und dem Militär, und die sind vorbei. Such mal die Statistiken, welche Länder/Konsortien über die letzten Jahre die höchsten Launch-Zahlen hatten, bzw. den größten Anstieg in dem Bereich...
Im Kriegsfall stellt sich die Frage, wer seine Satelliten am Besten schützen, und am Besten ersetzen kann. Wenn nach einer initialen massiven Angriffswelle auf solche Orbit-Systeme eines Gegners diese weitgehend inaktiviert sind, und man z.B. über umgebaute ICBM-Raketen binnen Stunden ein eigenes System etablieren kann (dessen Satelliten vorher gut geschützt in den Bunkern ruhen), wäre schnell die Situation diesbezüglich umgekehrt. Nicht umsonst versuchen die USA, verstärkt an EMP-Waffen zu arbeiten, um die "strategische Infrastruktur" gezielt lahmlegen zu können. Die Frage bleibt dann wieder offen, ob es nicht per "Backdoor" einfacher und billiger ist - oder einfach Ersatz und Wartung massiv zu erschweren.
Je mehr Hightech eingesetzt wird, desto mehr Möglichkeiten für sowas finden sich.
Avalox
2011-10-16, 12:27:52
Such mal die Statistiken, welche Länder/Konsortien über die letzten Jahre die höchsten Launch-Zahlen hatten, bzw. den größten Anstieg in dem Bereich...
Ja. Auch die USA. Die Satelliten mit den längsten geplanten Betriebszeiten kommen auf kaum mehr als 15 Jahre. Ein Schnitt liegt bei 8 Jahren geplanter Einsatzdauer. Da kommt nicht viel aus der Zeit des kalten Kriegs, was dort heute betrieben wird. Die USA geben weltweit 90% aller Weltraum Aufwendungen überhaupt aus.
Der Rüstungsetat der USA ist mit auch wieder gewachsen, der Topf ist so voll wie nie zuvor.
Was ist eigentlich mit dem EU-System? Müsste das nicht auch bald an den Start gehen?
Galileo soll 2014 starten. Ob das wirklich so sein wird, ist allerdings noch fraglich, da Chinas Compass dieselben Frequenzen nutzt und beim heutigen Stand weiter voran ist als die EU. Wer zuerst die Frequenzen belegt, der darf sie auch nutzen. Es ist also im schlimmsten Fall möglich, daß Galileo ein kompletter Schuss in den Ofen ist.
Chemiker
2011-10-16, 14:26:35
Immerhin startet in wenigen Tagen die erste Sojus von Kourou mit den ersten beiden Galileo-Satelliten. Bin gespannt. :)
http://www.esa.int/esaCP/SEMBEVEURTG_index_0.html
Sicherlich wird es Hintertüren geben. Nicht nur bei militärischer Technik. Bei allem wo Mikrochips verbaut werden.
Würde mich schon wundern, wenn z. B. die Chinesen solche System nicht nutzen würden (Industriespionage etc.).
Es passt thematisch zwar nur bedingt hier rein, aber man sollte hier zumindest der Vollständigkeit halber noch den Begriff Competitive Intelligence (http://de.wikipedia.org/wiki/Competitive-Intelligence) nennen. Genannt werden sollte vor allem das Spionagenetz Echelon (http://de.wikipedia.org/wiki/Echelon#Entwicklung_ab_1990) der Amerikaner, die nach dem zusammenbruch der UdSSR die Anlagen ganz offen für Wirtschaftsspionage genutzt haben.
Im Jahre 2009 beobachtete man eine neue Form dieser Informationsgewinnung. Und zwar Ghostnet (http://de.wikipedia.org/wiki/GhostNet). Der vermutlich aus China kommende Spionagevirus hatte zur Zeit der Aufdeckung etwa 1300 Computer in 103 Ländern infiltriert. Darunter Banken, Botschaften, Außenministerien sowie Einrichtungen der tibetanischen Exilregierung.
Ein anderer Aspekt sind noch Patente, die vor allem im Zusammenhang mit China ein Problem darstellen können. Patente im Deutschen Patentamt sind international nicht gültig und können international von jedem nach gusto kopiert werden. Das Europäische Patentamt (EPA) ist hier also der wichtigere Partner, da die EPA auch mit den US und dem Japanischen Patentämtern zusammenarbeitet. Leider gilt das nicht für China. Die haben ein eigenen "hermetisch abgeriegeltes" System. Das anmelden beim chinesische Patentamt bringt für ausländische Unternehmen allerdings eine großere Hürde mit sich. Das hat zum einen dazu geführt, daß chinesische Unternehmen sich einfach die noch nicht in China patentierten Technologien einfach vom deutschen Patentamt kopiert, auf Chinesisch übersetzt und sich schützen lassen haben. Das ist auch einer der Gründe um den Hickhack mit der Transrapit Magnetschwebebahn. Die Patente von Siemens und Thyssen Krupp gehören chinesischen Firmen und nicht den ursprünglichen Erfindern.
Ein weiterer Aspekt ist das durchforsten von chinesischen Ingeneuren nach internationalen Patenten um anhand der Patentanmeldung die Technologie zu verstehen und nachzubauen. Das ist auch einer der Gründe, warum im deutschen Maschinenbau derzeit weniger und weniger Patente angemeldet werden. Was nicht auf dem Papier steht kann auch nicht kopiert werden.
Ich will China jetzt nicht an den Pranger stellen, auch wenn China vor allem uns im Bereich der Competitive-Intelligence derzeit überlegen scheint. Da Deutschland selbst Partner des Echelon Systems ist. Frankreich, Großbritannien und Schweden haben ihre eigenen Systeme.
Wirtschaftsspionage wird, je vernetzter unsere Welt wird, immer bedeutender. Und die "kalten Kriege" der Zukunft werden genau so geführt werden. Wenn man es genauer nimmt, dann sind wir schon mitten drin.
Mussste gerade wieder an diesen Thread denken.
Hintertür in militärisch genutzten Chips:
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Hintertuer-in-militaerisch-genutzten-Chips-1585737.html
FeuerHoden
2012-06-03, 09:21:59
Es geht noch einfacher: http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/china-ware-in-us-waffen-senat-warnt-vor-gefaelschten-chips-a-834445.html
So ziemlich alle Chips in elektronischen Systemen des US-Militärs werden in China hergestellt und so ziemlich alle aus China gelieferten Chips sind Fälschungen. :freak:
Lokadamus
2012-06-03, 09:53:04
Mussste gerade wieder an diesen Thread denken.
Hintertür in militärisch genutzten Chips:
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Hintertuer-in-militaerisch-genutzten-Chips-1585737.htmlmmm...
Die Geschichte geht noch weiter.
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Hersteller-bestreitet-Hintertuer-in-Militaer-Chips-Forscher-kontern-1589293.html
Spasstiger
2012-06-03, 10:47:16
Die Geschichte geht noch weiter.
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Hersteller-bestreitet-Hintertuer-in-Militaer-Chips-Forscher-kontern-1589293.html
Ich hab schon selbst von einer Firma, die für Rüstungszwecke entwickelt, gehört, dass sie aus Sicherheitsgründen nicht auf FPGAs setzen, sondern ihre Signalprozessoren selbst entwickeln und fertigen lassen.
BeetleatWar1977
2012-06-03, 11:14:00
Ich hab schon selbst von einer Firma, die für Rüstungszwecke entwickelt, gehört, dass sie aus Sicherheitsgründen nicht auf FPGAs setzen, sondern ihre Signalprozessoren selbst entwickeln und fertigen lassen.
Normalerweise werden die FPGAs doch nur für den Protoypenbau genutzt? Sollte aus Sicherheitsgründen zumindest so sein......:freak:
FeuerHoden
2012-06-03, 11:38:49
Sollte aus Sicherheitsgründen zumindest so sein......:freak:
Will aber keiner bezahlen. Es greift die Regel 'Wenn etwas sinnlos scheint, liegt es einfach am Geld'.
Spasstiger
2012-06-03, 11:55:20
FPGAs sind nicht so ungewöhnlich in Endkundengeräten, siehe z.B. die ganzen Fritz!-Boxen, Enterprise-SSD-Controller, Messtechnik, etc. Im Rüstungsbereich sind sie aber verpönt.
Acid-Beatz
2012-06-03, 14:23:15
Ist es denn möglich einem FPGA-Chip im nachhinein noch zu verändern, also etwa Funktionen hinzuzufügen, verändern oder sonstiges?
Ich dachte eigentlich immer man benutzt FPGAs um Chips zu entwerfen weil sie sich leicht verändern lassen, danach wird alles in einen ASIC gegossen und gut ists (da billiger,schneller,...) ?!
Greez
Spasstiger
2012-06-03, 15:09:26
ASIC sind erstmal teuer (Masken), benötigen zusätzliche Entwickler und verlängern den Entwicklungsprozess. FPGAs haben wohldefinierte Spezifikationen und erlauben nachträgliche Hardwareänderungen. Im Bereich der schnellen Signalverarbeitung stößt man z.B. durch Softwareanpassungen schnell an Grenzen, wenn man neue Standards implementieren oder Hardwarefehler umgehen möchten.
Natürlich werden FPGAs auch gerne für die Prototypenentwicklung eingesetzt, aber nicht selten nimmt man die auch in die Endprodukte mit, weil der Zusatzaufwand für einen bzw. mehrere ASICs sich nicht lohnen würde.
Im Bereich der Messtechnik sind FPGAs in Endkundengeräten wie gesagt nichts Ungewöhnliches.
Acid-Beatz
2012-06-03, 15:55:44
Okay, ich glaube zu verstehen ;)
Normalerweise werden die FPGAs doch nur für den Protoypenbau genutzt? Sollte aus Sicherheitsgründen zumindest so sein......:freak:
Hat es denn dann echte Sicherheitsnachteile, dass diese Waffensysteme FPGAs nutzen? Um auf das System zugreifen zu können muss ich ja trotzdem direkt danebensitzen um es irgendwie zu manipulieren?
Außerdem geht es in der ursprünglichen Meldung der gefälschten Chips ja scheinbar eher um einen frühzeitigen Ausfall weil sie qualitativ nicht so hochwertig sind?!
Greez
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