Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Was haltet ihr von Rolling Release?
Matti
2012-06-21, 23:08:48
Zur Zeit benutze ich Xubuntu, was stabil läuft, aber manchmal wartet man sehnsüchtig auf eine neue Version von irgendeiner Software (z.B. Treiber für neue Hardware). Dann kommt einem die Zeit bis zum nächsten Release endlos vor. Deshalb bin ich am Überlegen, zu einer Rolling-Release-Distribution zu wechseln. Aber Debian testing hab ich schon mehrfach mit "apt-get dist-upgrade" zerschossen. Wie sind eure Erfahrungen mit Rolling-Release-Distributionen bezüglich Stabilität? Welche könnt ihr empfehlen?
Tesseract
2012-06-22, 00:09:57
rolling release ist natürlich sehr nett zum rumprobieren, aber in einem produktivsystem ganz klar nein.
die stabilität hängt natürlich immer vom jeweiligen projekt ab, aber im großen und ganzen sind major releases doch meist solider, wartbarer und zuverlässiger.
Mordred
2012-06-22, 01:40:11
Ich nutze die ganze Zeit RR in Form von Arch Linux. Ist bisher noch das Produkt welches am wenigsten Probleme macht.
Linux Mint Debian als Semi-Rolling Distribution?
http://blog.linuxmint.com/?p=1979
deLuxX`
2012-06-22, 07:10:54
Zu ArchLinux:
Hab ich auch eine Zeit lang genutzt.
Und ja, man muss sich auf der Homepage oder im Forum informieren bevor man ein Update fährt, damit die Kiste bei nächsten Boot noch ordentlich hochfährt. Das sollte man zwar generell tun aber bei RRs hat das eine andere Dimension.
Das ist mir auf Dauer schlicht zu blöd bzw. ich bin zu faul dazu.;)
Shink
2012-06-22, 08:23:17
Für ein Bastelsystem: Jederzeit.
Für das Haupt-OS: [x] Teils, teils.
Sinn macht mE eine Aufteilung wie es FreeBSD hat: Rolling Releases bei Programmen, nicht aber bei Libraries, Kernel, X-Server, Treiber u.ä.
Vermutlich bekommt man so etwas auch mit Debian zusammen und ganz sicher gibt es eine Linux-Distro, die das so macht. Fällt mir nur gerade nicht ein, dürfte also nichts verbreitetes sein.
Ich bin jetzt gerade von Fedora 16 auf 17 umgestiegen. Fedora ist zwar kein echtes RR, aber der Kernel, Firefox, Thunderbird und noch ein paar wichtige Programme werden immerhin aktuell gehalten. Gimp 2.8 gabs aber z.B. erst mit 17.
Ansonsten kam ich mit F16 gut klar, BTW: ich nutze den LXDE spin.
Krischan
2012-06-22, 09:30:16
Rolling Releases kommen für mich eher nicht in Frage.
Klar ist nicht schön, wenn man eine bestimmte Funktion aufgrund eines noch nicht zur Verfügung stehenden Treibers nicht nutzen kann, aber das kommt doch eher selten vor.
Ganon
2012-06-22, 09:50:56
Also ich nutze auf meinem Netbook ArchLinux und bin recht zufrieden. Man sollte natürlich regelmäßig archlinux.org lesen und gucken, ob ein Update vllt. etwas "Handarbeit" benötigt. Finde aber, die könnten das langsam mal vor einem Update mit Hilfe von Pacman anzeigen, aber naja...
Und Archlinux "pustet" ja nicht auch einfach nur die aktuellste Version raus, sondern es gibt da auch schon noch einen testing-Zweig. Jedoch ist man immer noch sehr aktuell.
Weyoun
2012-06-22, 10:00:54
Definitiv nein, wenn du ein Produktivsystem hast.
Bei einem Produktivsystem ist es so, dass du es einmal Installierst, die gröbsten Fehler ausmerzt und es ordentlich konfigurierst. Dann hast du das Ding zwei Jahre und Sicherheitsupdates die nichts zerschießen.
Bei einem Rollingrelease kann es sein, dass du jedem Update mit einem flauem Gefühl im Magen entgegensiehst und hoffst das alles glatt geht. Wenns mal richtig blöd kommt, bist du vielleicht jede Woche mindestens mal ne Stunde beim lesen in irgendwelchen Bugtracking Foren und wegen der Aktualität des Updates darfst du erstmal ein paar Tagen warten bis ein anderer eine Lösung gefunden und gepostet hat und du endlich fixen kannst.
Wurgs.... Ich weiß genau warum ich ich debian testing gehasst habe. Das ist kein Zustand, das ist Folter. Naja, Folter ist auch ein Zustand -.-
Ich nehme an, dein Augenmerk liegt auf Linx Mint, weil das grad so wegen der verbockten und restriktvem Unity Release von Shuttleworth im kommen ist und du wie ich Xubuntu hast. Und ich bin auf XUbuntu gewechselt eben wegem einem total unbenutzbarem 12.04.
Ubuntu ist eine schöne Idee, aber nicht wenn mans komplett verbockt und den Bockmist dem User auch noch per Default aufzwingen will die auf einem produktivem System arbeiten müssen.
sei laut
2012-06-22, 13:11:26
Zur Zeit benutze ich Xubuntu[..]. Aber Debian testing hab ich schon mehrfach mit "apt-get dist-upgrade" zerschossen.
Tschuldigung fürs Klugscheißen, aber Ubuntu (und ich nehme an, Xubuntu auch) nutzt nichts anderes als Debian testing.
Sprich, der Umstieg wäre für dich eh kein Fortschritt.
Ansonsten: Nichts, rolling Releases kann man sich zu Hause installieren, damit kann man durch Bugreports auch noch was gutes tun, aber ansonsten haben die auf einem PC, wo man arbeitet, nichts zu suchen.
neustadt
2012-06-22, 13:36:50
gibt es für ubuntu backports aus dem testing zweig? damit kann man sich dann seine (hoffentlich vorhandenen) 2,3 programme aktuell halten, wenn man sich den risiken bewusst ist.
kenne nur gentoo als rr distribution. da ich damit viel rumgespielt hab und auch viele testing packete und experimentelle features benutzt hab, ist es bei mir regelmäßig zu komplikationen gekommen. allerdings nichts was sich nicht lösen ließ. das ist so die mentalität bei gentoo.
wenn man jedoch nur stabile pakete verwendet und regelmäßig updates fährt, soll es wohl recht stabil sein. es gibt leute die gentoo als server distribution verwenden, und mein bruder benutzt es inzwischen seit 7 jahren als hauptsys. mir wurde es irgendwann zu viel, bzw. bin aus der bastelphase rausgewachsen.
früher (vor 6-3 jahren) als ich noch viel unter linux unterwegs war, hatte ich bei upgrades unter den major distros (nicht rr) aber auch immer irgendwelche problemchen die gefixed werden mussten. unter suse war es immer ein krampf mit überschriebenen configs, wenn man nicht ALLES über yast gemacht hat z.b.
bei ubuntu erinnere ich mich an ein upgrade was bei vielen anwendern zu einem nicht mehr funktionierendem X server geführt hat.
ist das heute deutlich reibungsloser geworden?
lumines
2012-06-22, 16:37:15
Das kann man so pauschal gar nicht sagen. Wenn man nur einen kleinen WM nutzt und diverse CLI-Programme, die nicht bei jedem Major Release ihre Configs überschreiben, kann das durchaus problemlos sein. Zumal man dadurch auch schneller Bugfixes bekommt.
Shink
2012-06-22, 16:39:27
bei ubuntu erinnere ich mich an ein upgrade was bei vielen anwendern zu einem nicht mehr funktionierendem X server geführt hat.
ist das heute deutlich reibungsloser geworden?
Also ich hatte noch nie so ein Problem mit Ubuntu in den letzten Jahren. Wenn man proprietäre Treiber hat (AMD o.ä.) könnte das schon noch vorkommen.
neustadt
2012-06-22, 17:37:35
ja war der proprietäre nvidia treiber. allerdings bietet ubuntu diesen dem normalen user im paketmanager an. von daher war es keine händisch veränderte installation und daher sollte sowas nicht passieren.
drdope
2012-06-22, 17:43:38
Ich nutze meine Gentoo-Install auf dem Server seit ca. 2006; dank Rolling-Releases hab ich die Kiste trotz diverser Hardwarewechsel nie neu aufsetzen müssen.
Hin und wieder mal einen frischen Kernel "backen" und Updates einspielen.
:)
Mit "Distupgrades" anderer Distributionen hatte ich da deutlich mehr Probleme, speziell wenn Pakete aus externen Repos oder manuell installierte bzw. kompilierte Pakete hinzu kamen.
:(
neustadt
2012-06-22, 18:20:37
schönes teil! ich habe schon seit längerem wieder vor einen einen server aufsetzten. meine ehemaligen waren immer debian basierend. braucht ja keine bleeding-edge software für nen server. aber mal wieder ein gentoo system aufzusetzen hätte auch was.
was ich an gentoo immer geschätzt habe war etc-update. gerade im serverbetrieb wo man ziemlich viel mit configs jongliert ist es wohl ein unersetzliches tool. zumindest unter gentoo.
drdope
2012-06-22, 18:29:13
schönes teil! ich habe schon seit längerem wieder vor einen einen server aufsetzten. meine ehemaligen waren immer debian basierend. braucht ja keine bleeding-edge software für nen server. aber mal wieder ein gentoo system aufzusetzen hätte auch was.
was ich an gentoo immer geschätzt habe war etc-update. gerade im serverbetrieb wo man ziemlich viel mit configs jongliert ist es wohl ein unersetzliches tool. zumindest unter gentoo.
cfg-update (http://www.gentoo-portage.com/search-result.php?search=cfg-update&sourceid=Mozilla-search&start=0&start=0) ist noch besser....
;)
Was an Gentoo imho sehr fein ist, das man das Ding hochgradig individualisieren kann -> Ich brauch z.B. Samba für SMB-Freigaben, aber kein CUPS --> kann man mit entsprechenden Useflags weglassen, wieder zig Pakete gespart.
:)
neustadt
2012-06-22, 18:51:12
ha. ich hab cfg-config hab ich nie mitbekommen. hat das inzwischen etc-update offiziell ersetzt?
ja useflags sind ein seehr cooles feature von sourcebased-distros. aber ich glaube hier wirds langsam ot. :)
drdope
2012-06-22, 18:56:12
ha. ich hab cfg-config hab ich nie mitbekommen. hat das inzwischen etc-update offiziell ersetzt?
ja useflags sind ein seehr cooles feature von sourcebased-distros. aber ich glaube hier wirds langsam ot. :)
Ob cfg-update "offiziell" ist, kann ich dir nicht sagen, aber es ist als Stable-Version im Portage-tree; Probleme hatte ich damit bisher keine.
:)
Lokadamus
2012-06-22, 19:28:22
Für ein Bastelsystem: Jederzeit.
Für das Haupt-OS: [x] Teils, teils.
Sinn macht mE eine Aufteilung wie es FreeBSD hat: Rolling Releases bei Programmen, nicht aber bei Libraries, Kernel, X-Server, Treiber u.ä.mmm...
Was ich als großen Vorteil empfinde ist, wenn ein neues Paket nicht mehr funktioniert, kann man bei FreeBSD/*BSD?/Gentoo eine ältere Version kompilieren. Bei Debian wurde mir bisher immer gesagt, man müsste das alte Paket noch haben, um wieder zurück zu gehen.
lumines
2012-06-22, 23:24:11
Bei Debian wurde mir bisher immer gesagt, man müsste das alte Paket noch haben, um wieder zurück zu gehen.
Debian löst das mit Snapshots (http://snapshot.debian.org/). Bis auf experimantel deckt das Archiv alle Entwicklungszweige ab.
Matti
2012-06-23, 15:59:10
Linux Mint Debian als Semi-Rolling Distribution?
http://blog.linuxmint.com/?p=1979
Auch LMDE macht Probleme bei Upgrades. Versuch mal, ein altes LMDE mit GDM per dist-upgrade zu aktualisieren :devil:
barracuda
2012-06-24, 23:19:20
Wurgs.... Ich weiß genau warum ich ich debian testing gehasst habe. Das ist kein Zustand, das ist Folter. Naja, Folter ist auch ein Zustand -.-
Ich verwende Debian testing auf z. Zt. 3 Rechnern und finde es läuft besser als jedes Windows, 2000 inklusive. RTFM und ggfs. mal eine Konfigurationsdatei von Hand zu editieren oder mal was selber zu compilieren macht für mich den Reiz von Linux aus.
Mein erstes Debian sollte Lenny sein, aber ich bekam es auf einem neu aufgebauten System nicht zum laufen. Da empfahl mal mir im Debianforum, es mal mit testing (damals Squeeze) zu versuchen, und siehe da, das lief prima.
Sobald Wheezy "stable" wird, mache ich einen dist-upgrade -> Rolling Rekease ftw!
lumines
2012-06-25, 17:30:42
Debian testing ist auch eher ein Geheimtipp. Das Problem an der Sache ist wohl, dass es zu problemlos ist und die meisten Nutzer das von einem Rolling Release gar nicht erwarten. ;)
[TMP]Peds X-ing
2012-06-26, 13:19:17
Ich hab seit 2 Jahren ArchLinux auf allen Computern und bin total zufrieden damit. Es empfiehlt sich regelmäßig mal auf ArchLinux.org vorbeizuschauen, da steht in den News, falls nen update irgendwelche manuellen Eingriffe benötigt.
Ist aber sehr selten und kaputt gegangen ist mir noch nie was schlimmes beim update.
Man sollte halt beim updaten immer die Augen offenhalten, was aktualisiert wird, damit man weiß wer Schuld ist, falls etwas auf einmel nicht mehr funktioniert. (Gestern so geschehen mit Diablo III und Wine ...)
Wenn man weiß welches Paket es ist, kann man dann aber supereasy wieder downgraden und wartet halt mit dem Update dieses Pakets auf die nächste Version.
Hatte vorher einige Zeit Distris mit Releases. Könnte nicht behaupten, dass dort weniger Probleme gehabt zu haben. In der Regel ist es eher so, dass genau der Bug den man hat upstream schon gefixt ist, aber der Distributor es nicht für nötig hält neue Pakete zu machen. Dann geht die Fummelei per Hand los ... ne danke!
Kann ArchLinux mit Rolling Release uneigeschränkt empfehlen. Gerade auch für Produktivsysteme!
Am Server will ich es zwar nicht, aber sonst seh ich kein Problem mit Arch, sofern man keine spezielle proprietäre SW hat. Habs auch produktiv im Einsatz ;)
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