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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Katholische Kirche droht neuerdings bei Austritt?


soLofox
2016-12-01, 19:36:13
Diesen Brief hat meine Freundin heute bekommen, sie ist dieses Jahr aus der Kirche ausgetreten.


https://abload.de/img/20161201_191857k0sxe.jpg

Ist das sein verkackter ernst? Jetzt wird neuerdings gedroht wenn man austritt?

Was für ein scheiss Kackverein! Finde ich ungeheuerlich und eine absolute Frechheit!

Hat von euch jemand auch so einen Brief bekommen, als er ausgetreten ist?

Ich war in der evangelischen Kirche und habe - nach dem Austritt - nie wieder etwas von denen gehört. Ist ja wohl jedem selbst überlassen, ob und wem er Geld in den A.... schieben möchte. :mad:

Bin am überlegen entweder auf den Brief zu antworten oder persönlich mal zu dem "Pfarrer" zu gehen und ihn zu fragen, ob das sein ernst ist. Und ob er evtl. mal seine Grammatik überdenken möchte.

Lyka
2016-12-01, 19:38:20
nö, das ist normal Patenonkel/Tante müssen (wenns Kind getauft wird) Mitglieder einer christlichen Kirche sein.

Der Rest ist 0815-Blah...

Monkey
2016-12-01, 19:40:32
Ich reg mich ja gerne auf aber das würde mich keine 10 sec Nerven! Der Mann macht halt seinen Job und da dir seine Firma scheiss egal ist schmeiss den Brief weg und gut ist.

PatkIllA
2016-12-01, 19:43:34
Ich habe auch schon mal von Bekannten gehört, die sowas bekommen haben.

Ich würde das als weitere Bestätigung sehen alles richtig gemacht zu haben.

Aus Neugierde. Hat deine Freundin Kirchensteuer gezahlt oder hat sie nicht entsprechend verdient?

Watson007
2016-12-01, 19:44:34
ich würde solche Schreiben immer anonymisieren, bevor ich sie ins Internet stelle

Argo Zero
2016-12-01, 19:44:47
Ablage P. Du machst dir zu viele Gedanken oder verschwendest gerne deine Zeit...

lumines
2016-12-01, 19:49:11
Bin am überlegen entweder auf den Brief zu antworten oder persönlich mal zu dem "Pfarrer" zu gehen und ihn zu fragen, ob das sein ernst ist.

Ich denke schon, denn sonst wäre er nicht Pfarrer.

Sven77
2016-12-01, 19:49:41
Ich sehe keine Drohung

Watson007
2016-12-01, 19:52:35
Ich sehe keine Drohung

ich auch nicht. Ist doch harmlos

PatkIllA
2016-12-01, 19:54:01
Ich sehe keine DrohungDas liegt daran, dass ihr nicht wie ein Katholike denkt. Da wird einem gerade das Seelenheil abgesprochen und im diesen Leben von der Gemeinschaft ausgeschlossen.

Lyka
2016-12-01, 19:59:24
das würde ich als Sekte oder Kirche auch schreiben. ^^ :)

Sven77
2016-12-01, 20:02:21
Ich verstehe das so dass die holde Dame sich nicht der Konsequenzen eines Austrittes bewusst war und jetzt wahrscheinlich Zweifel hat. Kirchliche Hochzeit, Kinder taufen oder Pate sein, vom Pfarrer mit netten Worten ins Grab geschubst werden.. da muss man halt auch wat blechen.

derpinguin
2016-12-01, 20:02:29
Und wo ist jetzt die Drohung? Natürlich versucht der zuständige Pfarrer ausgetretene wieder dazu zu bewegen zurück zu kehren. Aber Drohungen sehen anders aus.

urpils
2016-12-01, 20:08:34
habe ich nicht bekommen - und klingt für mich auch nicht wie "drohen". es werden die Konsequenzen erklärt und eine Einladung gegeben die Entscheidung umzukehren, so man dies denn möchte - finde ich ganz ok.

und es stimmt zwar, dass man sich nicht als "Pate" eintragen lassen kann - aber als "Taufzeuge" hat es für die Nichte/den Neffen den gleichen Effekt und hat bisher schon 2 Mal bei mir funktioniert ;)

soLofox
2016-12-01, 20:18:13
ich würde solche Schreiben immer anonymisieren, bevor ich sie ins Internet stelle

Wozu? Der Typ ist pfarrer und blömer gibt es tausende hier.

INDEX75
2016-12-01, 20:35:12
Wo ist da die Drohung?

Es wird doch nur darauf hingewiesen was nach dem Austritt nicht mehr möglich ist … und dieser Hinweis kommt offenbar auch nur auf Wunsch des zuständigen Bischofs. Wenn, dann geh zu diesem Bischof und lass dich aus. :rolleyes:

Lurtz
2016-12-01, 20:45:37
Ich wurde in Bayern getauft und bin in Niedersachsen (evangelisch geprägte Gegend) ausgetreten, da kam kein Brief.
Meine Mutter hat aber einen bekommen, die wohnt immer noch im Geburtsort.

Naja, ist halt Teil dieses Vereins, vor nicht allzu langer Zeit hatten die Leute ja tatsächlich Angst, man würde ihre Leiche irgendwo liegen lassen, wenn sie nicht Mitglied seien. Der Brief sagt wohl auf einer Seite alles darüber aus, wie die römisch-katholische Kirche mit den Emotionen und Ängsten ihrer Gläubigen spielt und sie manipuliert.

derpinguin
2016-12-01, 20:47:03
Hö? Wo manipulieren sie denn? Er teilt doch nur mit, dass einem die kirchlichen Aktivitäten verwehrt bleiben.

BlacKi
2016-12-01, 20:52:39
wenn ich beim adac austrete muss ich ebenfalls damit rechnen nicht mehr den service in anspruch nehmen zu dürfen^^ der vergleich ist aber unpasssend, als autofahrer bringt einem der service wenigstens was^^

AnnoDADDY
2016-12-01, 20:55:44
Ich sehe auch kein Problem. Ist doch nur wie bei nem vereinsaustritt das man dann eben keine Vereinsaktivitäten mehr mitmachen kann?!

derpinguin
2016-12-01, 20:55:46
Einige der Folgen sind aber der Allgemeinheit eben nicht bewusst, wie z.B. die Taufpatensache. Da ist es doch ok nochmal drauf hinzuweisen.

Gouvernator
2016-12-01, 21:03:24
Hehe. Es gibt in dem Schreiben durchaus einen hämischen Seitenhieb.
Da wo es steht: "Für den Fall das Sie ihren Glauben verloren haben...".

Jeder der den Glauben mutwillig verliert gehört nämlich zu Verdammten. Man kann leicht in entsprechenden Bibelstellen nachschlagen was das bedeutet. Für Insider klingt dieses beamtendeutsch übersetzt wie "du dumme schlampe, wenn du schon dein gottverdammtes leben lebst, dann versuche wenigstens so zu tun als ob du christliche Werte hättest, bevor deine Seele in höllischen Flammen aufgeht".
Die anderen Sachen wie Taufpate, Begräbnis sind lächerlich dagegen.

derpinguin
2016-12-01, 21:06:22
Das ist deine wirre Interpretation.

Gouvernator
2016-12-01, 21:10:21
Das ist deine wirre Interpretation.
Soll ich euch etwa hier mit entsprechenden Bibelstellen erschlagen?
Der Abfall von Glauben steht noch vor Mord und Totschlag.
Das i-Tüpfelchen dabei ist sogar das es keine Vergebung mehr gibt dafür. Jesus vergibt nur einmal. Und erwartet das man dann Gott folgt unaufhörlich. Jemand der dann von Glauben abfällt, und sündigt ist in Augen Gottes toter als tot. Dann hilft auch kein Jesu mehr. So sind die Regeln.

derpinguin
2016-12-01, 21:23:27
Dir ist aber schon klar, dass weder die katholische noch die evangelische Kirche die Bibel wörtlich auslegt und anwendet?

Filp
2016-12-01, 21:25:31
Na da ist doch gerade wer im Drogenrausch ;)
https://www.welt.de/kmpkt/article159862942/Religion-wirkt-offenbar-wie-Drogen-und-Sex.html

Gouvernator
2016-12-01, 21:29:03
Dir ist aber schon klar, dass weder die katholische noch die evangelische Kirche die Bibel wörtlich auslegt und anwendet?
Es geht hier nur um den Seitenhieb. Er unterstellt das man den Glauben grundsätzlich verloren hat. Man kann die Sekte auch wechseln ohne das der Glauben verloren ist.
Für mich wäre so eine Unterstellung eine schwere Beleidigung. :biggrin:

derpinguin
2016-12-01, 21:30:04
Wenn du die Konfession wechselst bekommst du diesen Brief auch nicht, da du ja nicht als konfessionslos gelistet bist :upicard:

Lurtz
2016-12-01, 21:30:53
Hö? Wo manipulieren sie denn? Er teilt doch nur mit, dass einem die kirchlichen Aktivitäten verwehrt bleiben.
Und wer denkt an die lieben süßen katholischen Neffen, deren Pate man dann nicht mehr werden kann? :frown:

Für mich ist das Manipulation in Reinform.

derpinguin
2016-12-01, 21:32:01
Ich fühle mich dadurch nicht manipuliert. Ich finde es einen angebrachten Hinweis, bevor wieder einer aufgebracht vor dem Dorfpfarrer steht und den dafür ankackt, weil Onkel Peter nicht der Pate sein kann.

Filp
2016-12-01, 21:34:39
Ich kenne ein paar die aus der Kirche raus sind und später wieder rein, weil sie nicht bedacht hatten, dass sie dann gar nicht ihre Traumhochzeit in der Kirche bekommen können.

derpinguin
2016-12-01, 21:36:28
Ich kenne ein paar die aus der Kirche raus sind und später wieder rein, weil sie nicht bedacht hatten, dass sie dann gar nicht ihre Traumhochzeit in der Kirche bekommen können.
Eben deshalb ist dieser Hinweisteil sicher angebracht. Oder der Wunschfriedhof ist konfessionell gebunden, oder, oder, oder.

Filp
2016-12-01, 21:40:10
Eben deshalb ist dieser Hinweisteil sicher angebracht. Oder der Wunschfriedhof ist konfessionell gebunden, oder, oder, oder.
Für einige ist es von Nachteil aus der Kirche zu gehen. Ich bin auch nur drin weil ich in meinem Job überwiegend auf Träger treffe, die mich ohne Kirchenzugehörigkeit nicht einstellen würden. Da trete ich auch nicht mal eben aus, nur weil ich gerade bei ner nicht christlichen GmbH angestellt bin.

Gouvernator
2016-12-01, 21:40:45
Wenn du die Konfession wechselst bekommst du diesen Brief auch nicht, da du ja nicht als konfessionslos gelistet bist :upicard:
Ach so stimmt. Mein Seeleheil hängt allein davon ab das ich unbedingt in einem der Vereine eingeschrieben sein muss.

Lurtz
2016-12-01, 21:44:45
Ich fühle mich dadurch nicht manipuliert. Ich finde es einen angebrachten Hinweis, bevor wieder einer aufgebracht vor dem Dorfpfarrer steht und den dafür ankackt, weil Onkel Peter nicht der Pate sein kann.
Ich kenne ein paar die aus der Kirche raus sind und später wieder rein, weil sie nicht bedacht hatten, dass sie dann gar nicht ihre Traumhochzeit in der Kirche bekommen können.
Das sind dann wohl die gleichen Leute, die einmal im Jahr pünktlich zu Heiligabend in der Kirche stehen.

Gut, für die hört dann auch mein Mitleid auf.

BlacKi
2016-12-01, 21:56:10
Soll ich euch etwa hier mit entsprechenden Bibelstellen erschlagen?
Der Abfall von Glauben steht noch vor Mord und Totschlag.
Das i-Tüpfelchen dabei ist sogar das es keine Vergebung mehr gibt dafür. Jesus vergibt nur einmal. Und erwartet das man dann Gott folgt unaufhörlich. Jemand der dann von Glauben abfällt, und sündigt ist in Augen Gottes toter als tot. Dann hilft auch kein Jesu mehr. So sind die Regeln.
das steht wo genau???

Lethargica
2016-12-01, 22:11:18
Einige der Folgen sind aber der Allgemeinheit eben nicht bewusst, wie z.B. die Taufpatensache. Da ist es doch ok nochmal drauf hinzuweisen.

Warum um alles in der Welt sollte jemand, der bewusst aus der Kirche austritt den Drang verspüren, Taufpate zu werden?

derpinguin
2016-12-01, 22:12:52
Woher soll ich das wissen? Ist in meinem Umfeld schon vorgekommen, dass man das mit dem Pfarrer ausdiskutiert hat ob jemand jetzt nicht vielleicht doch darf oder nicht.

Gouvernator
2016-12-01, 22:14:15
das steht wo genau???
Petrus Briefe sind schon mal ein Anfang.

2 Petrus 2:21
Denn es wäre ihnen besser, daß sie den Weg der Gerechtigkeit nicht erkannt hätten, als daß sie erkennen und sich kehren von dem heiligen Gebot, das ihnen gegeben ist. 22 Es ist ihnen widerfahren das wahre Sprichwort: "Der Hund frißt wieder, was er gespieen hat;" und: "Die Sau wälzt sich nach der Schwemme wieder im Kot."

derpinguin
2016-12-01, 22:16:20
Die Petrusbriefe finden natürlich regelmäßig wörtliche Anwendung :rolleyes:

AnnoDADDY
2016-12-01, 22:30:25
Geht im christlichen Leben nur durch Gott diese Anwendung ;)

Heimatsuchender
2016-12-01, 23:15:49
Warum um alles in der Welt sollte jemand, der bewusst aus der Kirche austritt den Drang verspüren, Taufpate zu werden?


Viel interessanter finde ich, dass die Kirche mir mehr oder weniger vorschreiben will, wer Taufpate werden kann/darf. Wenn ich Susi und Peter als Taufpaten haben will, ist das meine Entscheidung. Egal, woran die glauben. Und wenn es das "Große weiße Kaninchen" ist.

Einen ähnlichen Brief habe ich auch bekommen, als ich aus der Kirche ausgetreten bin (evangelisch NRW, geboren in Niedersachsen).


tobife

Philipus II
2016-12-01, 23:23:44
Ich habe bei meinem Austritt Mitte 2014 einen ähnlichen Brief bekommen. Interessanterweise war ich mit meiner Entscheidung zum Austritt ein Trendsetter. Sowohl im Freundeskreis als auch in der Familie kam es in Folge zu weiteren Austritten.

EL_Mariachi
2016-12-01, 23:27:57
Was für ein scheiss Kackverein!



Jede Sekte arbeitet so... ernsthaft jetzt... wundert Dich das wirklich? ;)

hier gehts weiter... http://www.gegen-die-kirche.eu/200-gr%C3%BCnde-gegen-kirche.html



.

Naitsabes
2016-12-02, 00:13:12
Ich habe auch mal einen Drohbrief bekommen, weil ich mich nicht firmen lassen wollte. Danach war für mich klar, dass ich mir diesen Scheiß nicht antue. Bin aber noch nicht ausgetreten, denn kirchlich Heiraten möchte ich als Option offen halten, genau wie Pate etc. (so lange da kein Pastor wegen fehlender Firmung Radau macht).

Den Brief habe ich noch irgendwo rumfliegen. Der war aber etwas aggressiver formuliert.

Winnie
2016-12-02, 00:43:22
Einen ähnlichen Brief habe ich vor Jahren auch von einem evangelischen Pfarrer bekommen...

McDulcolax
2016-12-02, 01:16:28
also ich(ev) durfte taufpate(kth) werden, obwohl ich kein kirchenmitglied mehr bin. wichtig war dem pfaffen nur, dass ich getauft und konfirmiert bin. kennt sich jemand mit kirchenrecht aus?

Dino-Fossil
2016-12-02, 01:29:31
Das fasst du als Drohung auf? Junge, echt jetzt...
Ich vermute eher, dass das Problem eine gewisse Grundaggressivität ist, die du gegenüber der Institution Kirche hast, was in einem gewissen Maß dein Urteilsvermögen hier beeinträchtigt.

Am Inhalt sehe ich jedenfalls zunächst einmal nichts schlimmes. Das der Austritt aus der katholischen Kirche die Konsequenz hat, an einigen Aktivitäten, die eben ein Bekenntnis zum Glauben voraussetzen nicht mehr teilhaben zu können sollte doch einleuchten.

Gerade beim Punkt "Taufpate" sollte das klar sein. Ist eben ein kirchliches Sakrament. Wenn jemand nicht dahinter steht soll er es sein lassen (wofür denn dann auch?) oder sich eine Religion/Konfession suchen, die eher den persönlichen Vorstellungen entspricht. Und Pate kann man auch ohne kirchliche Taufe haben.

Oid
2016-12-02, 01:48:07
Ich frage mich auch, was hier wieder alles hineininterpretiert wird. Es wird einfach auf die Konsequenzen eines Austritts hingewiesen und ich bin überzeugt davon, dass es genug Menschen gibt, die sich über diese nicht im klaren sind.

Mortalvision
2016-12-02, 02:15:33
Voll krass. Der Pfarrer lässt sich ein Jahr und vier Monate Zeit mit dem Schreiben ;)

Simon Moon
2016-12-02, 05:49:34
Dir ist aber schon klar, dass weder die katholische noch die evangelische Kirche die Bibel wörtlich auslegt und anwendet?

Gouvernator hat da ausnahmsweise nicht unrecht.

Auch der Satz deutet darauf hin "Sei es, dass Sie diesen Wunsch (des Wiedereintritts) in Todesgefahr äussern" -> also dann, wenn man plötzlich doch angst vor der Verdammnis bekommt.

Aber eine Drohung kann ich darin auch nicht generell ausmachen. Gemäss Definition: "Eine Drohung ist die glaubhafte Ankündigung einer unangenehmen Maßnahme gegen jemanden, um ihn in seiner zukünftigen Handlungsweise zu beeinflussen." -> Wenn der Verzicht auf diese Sakramente eine unangenehme Massnahme darstellt, kann man es natürlich als Drohung sehen, dann muss man sich aber fragen, wieso man denn überhaupt austreten will?

Simon Moon
2016-12-02, 06:00:51
Warum um alles in der Welt sollte jemand, der bewusst aus der Kirche austritt den Drang verspüren, Taufpate zu werden?

Weil sie sich über die Kirchensteuer ärgern und sich in dem Moment halt nicht bewusst sind, dass sie eben vll. doch mal die angebotenen Sakramente in Anspruch nehmen wollen.

Viel interessanter finde ich, dass die Kirche mir mehr oder weniger vorschreiben will, wer Taufpate werden kann/darf. Wenn ich Susi und Peter als Taufpaten haben will, ist das meine Entscheidung. Egal, woran die glauben. Und wenn es das "Große weiße Kaninchen" ist.


Wer nicht getauft oder vom Glauben abgefallen ist, könnte ja in der kirchlichen Logik vom Teufel besessen sein.

Korfox
2016-12-02, 07:33:59
Interessante Diskussion.
Ich sehe in dem Schrieb absolut keine Drohung. Vor allem keine Drohung in Glaubenssicht, weil es eben völlig Banane ist, zu denken, es sei eine Drohung, wenn man jemandem, der nicht daran glaubt vom Fegefeuer erzählt.
Jeder der den Glauben mutwillig verliert gehört nämlich zu Verdammten.
Dann erkläre mir bitte mal, wie man den Glauben mutwillig verliert.
'Oh, hier ist eine gute Stelle... hier lass ich den mal liegen', à la Mr. Bean mit seinem Hackfleischbällchen im Restaurant, oder wie?
Das liest sich wie "Diese Tür ist defekt, da sie mutwillig geöffnet wurde." Ahja.

Ansonsten:
Was interessieren jemanden, der nicht (mehr) glaubt, die Petrusbriefe?! Das ist, wie einem Vulkan zu drohen, dass ein Eiszapfen spitz sei. Von daher kann hier in meinen Augen keine Rede von einer Drohung sein. Den Seitenhieb mag ich mal gelten lassen... aber nur als kleiner Piekser für jene, die bibelfest sind (vielleicht haben sich die Urheber des Schreibens ja genau das gedacht: 'Hihi, das versteht niemals jemand, hihi'.
Ich kenne ein paar die aus der Kirche raus sind und später wieder rein, weil sie nicht bedacht hatten, dass sie dann gar nicht ihre Traumhochzeit in der Kirche bekommen können.
Da wäre ich dann auch hart.
1. Man kann kirchlich heiraten, solange einer der Ehepartner die entsprechende Konfession hat und der Pfarrer, sowie der Bischof zustimmen (meine kirchlich angetraute Ehefrau ist konfektionslos - und da haben mehr Leute zugestimmt, als nur mein Heimatpfarrer und der Bischof, da ich nicht daheim geheiratet habe. Aussage aller Beteiligten im Gespräch: "Das Ziel, den Glauben des Einzelnen zu schützen ist höher, als ihn zu verdammen".).
2. Es gibt freie Glaubensgemeinschaften, die zwar keine Spätgothische-Firlefranzkirche haben, aber auch vermählungen vornehmen können/dürfen, die vor dem Gesetz als kirchlich angesehen werden.
Viel interessanter finde ich, dass die Kirche mir mehr oder weniger vorschreiben will, wer Taufpate werden kann/darf. Wenn ich Susi und Peter als Taufpaten haben will, ist das meine Entscheidung. Egal, woran die glauben. Und wenn es das "Große weiße Kaninchen" ist.

Wieso? Der Schützenverein darf dir auch vorschreiben, wer nicht dein Lehrer ist, insofern du auf deren Gelände schießen lernen willst.
Taufpatenschaft ist eine Vereinsleistung und darf nur von Mitgliedern wahrgenommen werden. Fertig ist der Lack.
Die Kirche düfte (sogar?) dem Kind eines (oder mehrerer - sprich zwei) konfessionslosen die Taufe verweigern, bis ebenjenes Kind den Wunsch nach der Taufe eigenständig und glaubhaft selbst äußern kann und auch äußert (für gewöhnlich wird die Altersgrenze hier bei ca. 3 Jahren gesetzt... sinnhaftigkeit mal außer Diskussion).

*EDIT:
Die Hochzeit mit einem 'Heiden' ist nicht sakramental - sprich: Es wird kein Abendmahl/keine Kommunion durchgeführt und sie ist 'leichter' annullierbar [es gibt zu den üblichen Möglichkeiten noch die, dass der Papst persönlich zustimmt...]). Aber es ist die kirchliche Traumhochzeit.

#44
2016-12-02, 07:50:42
Viel interessanter finde ich, dass die Kirche mir mehr oder weniger vorschreiben will, wer Taufpate werden kann/darf. Wenn ich Susi und Peter als Taufpaten haben will, ist das meine Entscheidung. Egal, woran die glauben. Und wenn es das "Große weiße Kaninchen" ist.
Als ob "Taufpate" ein Lieblingstante/-onkel-Titel wäre :ulol:
Taufpatenschaft ist eine kirchliche Aufgabe...

Bis auf den üblichen manipulativen Unterton von Religion gibt's an dem Brief aber nix auszusetzen.

Mosher
2016-12-02, 07:52:48
Viel interessanter finde ich, dass die Kirche mir mehr oder weniger vorschreiben will, wer Taufpate werden kann/darf. Wenn ich Susi und Peter als Taufpaten haben will, ist das meine Entscheidung. Egal, woran die glauben. Und wenn es das "Große weiße Kaninchen" ist.

Einen ähnlichen Brief habe ich auch bekommen, als ich aus der Kirche ausgetreten bin (evangelisch NRW, geboren in Niedersachsen).


tobife

Du willst also eine Dienstleistung einer Institution in Anspruch nehmen, akzeptierst aber deren Regeln nicht?
Warum dann überhaupt taufen? Damit trägt man sein Kind doch nur in die Hände eben jener Institution.

Logik dahinter?


Ansonsten stimme ich Pinguin zu. Nicht jeder weiß so genau Bescheid über die Folgen ded Austritts (kein Pate, keine kirchliche Hochzeit) und überlegt es sich ggfls anders, da die Schwester einen gerne als Paten hätte. Ja, auch unlogisch, aber wenn man ihr diesen Gefallen tun möchte, dann ist das einem uU wichtiger als der Austritt.

Ich habe auch schon erlebt, wie sich Ehepaare zerfetzt haben, weil irgendwann aufkam, dass der Partner aus der Kirche ausgetreten ist und das der Familie überhaupt nicht schmeckte.

Ja, auch blödsinnig. Aber viele überlegen es sich dann vielleicht doch anders.

Mafiamethoden? Kundenrückgewinnung? Macht Vodafone auch.
Und die Kirche droht ja auch ihren Mitgliedern mit der Hölle, nicht nur den ausgetretenen. Warum wundert einen dann bitte ein solcher Brief? Ist doch nur konsequent. Und wenn man aus Glaubensgründen ausgetreten ist, glaubt man doch eh nicht an den Kram. Wieso sich also empören und nicht amüsieren? Ich muss erneut fragen:

Logik dahinter?


Ich mag die Kirche auch nicht, bin ausgetreten. Habe mich über die Gebühren geärgert, die ich entrichten muss, um einem Verein zu entgehen, dem ich nie wissentlich und willentlich beigetreten bin.

Aber als meine Schwester etwas enttäuscht war, dass ich kein Taufpate sein kann (der Pfarrer war da eher strenf), war mein Gedanke "Hätte ich das gewusst (dass meiner Schwester das so wichtig ist. Dass ich uU kein Pate werden kann, darauf hatte man mich beim Austritt hingewiesen), wäre ich erst ein paar Wochen später ausgetreten"

GBWolf
2016-12-02, 07:55:49
nö, das ist normal Patenonkel/Tante müssen (wenns Kind getauft wird) Mitglieder einer christlichen Kirche sein.

Der Rest ist 0815-Blah...

Das stimmt nicht. Das kann der Pfarrer immer frei entscheiden. Wie auch bei kirchlichen Hochzeiten.

Bin Taufpate ohne Kirchenangehörigkeit.

Korfox
2016-12-02, 08:08:49
Das stimmt nicht. Das kann der Pfarrer immer frei entscheiden. Wie auch bei kirchlichen Hochzeiten.
Zumindest in der katholischen Kirche nur bei Hochzeiten - und da, wie oben erwähnt, auch nicht sakramental.


Bin Taufpate ohne Kirchenangehörigkeit.
Wenn römisch katholisch: Nein, bist du nicht.
Wenn evangelisch: Nein, bist du nicht.
http://www.offizialat-vechta.de/das_offi/staatl_recht_und_kirchenrecht/faq_kirchenrecht/
http://www.kirchenrecht-evlka.de/document/21019

Das Kirchenrecht beider Kirchen ist hier sehr eindeutig und lässt dies nicht zu.
Bei den katholiken muss der Taufpate rk sein - außer es ist ein anderer Taufpate dabei, dann darf er auch einer orthodoxen Kirche angehören.
Bei den evangolen muss der Taufpate einer christlichen Kirche angehören.

Du kannst maximal Taufzeuge sein (dann gibt es noch mindestens einen 'echten' Taufpaten entsprechender Konfession).

GBWolf
2016-12-02, 08:11:10
Ja du weißt es natürlich besser.

Was auch immer da steht, es ist so wie es ist :)

und ja, römisch katholisch. War kein Problem.

Korfox
2016-12-02, 08:13:56
Wegen mir hast du einen Zettel, auf dem das steht. Das taugt zum Poabwischen. Dann wusste es der Pfarrer nicht besser. Die Meinung eines Einzelnen hat noch nie über dem Gesetz gestanden.

Muss ich dir jetzt echt den Gesetzestext selbst rausschen? (Bei den Evangelen habe ich das ja schon getan).

GBWolf
2016-12-02, 08:15:21
Ne brauchste nicht, mich interessieren keine Sektengesetze. Ich hab das auch nur wegen der Geste getan. Was die Kirche davon hält spielt keine Rolle :)

Trauzeuge bin ich aber auch. :)

Korfox
2016-12-02, 08:19:56
War auch nicht böse gemeint.
Ich hatte selbst überlegt, ob ich es so stehen lasse, oder ob ich noch hinzufüge, dass es doch hintenraus völlig egal ist, wie man es nennt. Es ist eigentlich nur ein Wort.

Wer die Rolle aus Pate korrekt wahrnimmt wird seine Schutzbefohlenen so oder so im Sinne des Glaubens (nicht zwingend der Kirche) betreuen.
Bei Trauzeugen habe ich keine Ahnung. Da meine Frau ja - wie erwähnt - konfessionslos ist, und ihre Traumzeugin auch... ist das bei einer nicht-sakramentalen Ehe wahrscheinlich machbar (oder mein Pfarrer lag falsch :D).

#44
2016-12-02, 08:40:14
Ich hatte selbst überlegt, ob ich es so stehen lasse, oder ob ich noch hinzufüge, dass es doch hintenraus völlig egal ist, wie man es nennt. Es ist eigentlich nur ein Wort.
Das finde ich das kurioseste an der ganzen Sache.
Hier im Thread haben sich doch schon recht viele gemeldet, die wegen Patenschaft oder Hochzeit nicht ausgetreten sind oder so jemanden kennen.
Aber wenn das der Grund ist, ists mit dem Glauben ja nicht weit her - wieso sollte ein Gläubiger jemanden als Trauzeugen oder Taufpaten haben wollen, der mit dem Glauben nix am Hut hat?
Da kann ich nur zu dem Schluss kommen, dass es denen auch scheiß egal ist und sie am Glauben selbst auch nicht so viel interesse haben.
An der Stelle frage ich mich dann: Warum verbleiben die dann wiederum in der Kirche? Warum dann kirchliche Rituale abhalten? Weil es Rituale sind und man das halt so macht?
Haben die Leute sonst keinen Grund sich im großen Rahmen zu freuen und zu feiern?

Korfox
2016-12-02, 08:50:31
Ich sehe eine ganz große Differenz zwischen 'Glauben' und 'Kirche'.
Ich kann tiefgläubig sein und mich mit der Kirche trotzdem nicht identifizieren. Mit der Kirche, die die Inquisition losgetreten hat. Mit der Kirche die im Holocaust nicht aktiv wurde. Mit der Kirche, die auch heute noch eine starre Institution ist.

Wobei sich auch hier (ich kann aus Erfahrung nur von der katholischen Kirche sprechen) viel getan hat. Während ich noch 'streng katholisch' erzogen wurde und mich zeitweise garnicht mit der Kirche identifizieren konnte (bzw. die Kirche 'meinen Glauben'Ä nicht akzeptiert hat) ist man hier inzwischen deutlich weltoffener geworden. Im Endeffekt ist es sekundär, wie mein Gott (insofern ich einen habe) genau aussieht und wie er heißt. Der Kirche sind - zumindest da, wo ich mit ihr Kontakt habe, inzwischen viel eher Nächstenliebe und Menschennähe wichtig. Und damit kann ich mich dann auch ganz gut identifizieren.

Ansonsten empfinde ich es eigentlich nie als verkehrt, ein Kind im Glauben zu erziehen. Es ist deutlich leichter, etwas abzulegen, das man kennt und nicht mag, als etwas anzunehmen, das man nicht kennt.

#44
2016-12-02, 08:56:04
Ich sehe eine ganz große Differenz zwischen 'Glauben' und 'Kirche'.
Geht mir auch so.
Das sehe ich aber bei den meisten Gläubigen nicht.

Denn dann könnte man ja einfach aus der Kirche austreten und sein Kind zuhause Taufen. Und wie die Amis die Hochzeit zuhause veranstalten.
Das kann einem niemand verbieten und am kirchlichen Akt hängen außerhalb des kirlichen Umfelds keine (rechtlichen) Konsequenzen.
Wenn es um Glauben ginge wäre das völlig ausreichend.

Aber genau das tun die Leute nicht. Und ich habe den Eindruck, die Meisten würden darauf herabblicken...
Entsprechend scheint es mir da eben nicht um Glauben zu gehen. Sondern um Rituale. Und das Festessen danach.

RaumKraehe
2016-12-02, 08:57:56
Ansonsten empfinde ich es eigentlich nie als verkehrt, ein Kind im Glauben zu erziehen. Es ist deutlich leichter, etwas abzulegen, das man kennt und nicht mag, als etwas anzunehmen, das man nicht kennt.

Was ist denn das für eine Einstellung? So ein sinnloser Stuß wie Religionen gehören in den Geschichtsunterricht. Aber mehr auch nicht.

Sven77
2016-12-02, 09:01:17
Was ist denn das für eine Einstellung?

Seine! Du kannst deine Kinder erziehen wie du willst, er wie er möchte.

Argo Zero
2016-12-02, 09:06:36
Gut, habe keine Kinder, deswegen sollte ich die Klappe halten.
Aber ich würde sie weder pro noch contra religiös aufziehen. Eher würde ich mein jetzige Wissen weitergeben (Mischung aus X Religionen, angefangen vom Buddhismus bis zur heutigen Wissenschaft) und er/sie soll das dann selbst interpretieren.

Korfox
2016-12-02, 09:11:00
Seine! Du kannst deine Kinder erziehen wie du willst, er wie er möchte.
Danke.

Sie religiös zu erziehen heißt auch nicht, sein Wissen nicht zu transportieren.
Wenn man meinen Post oben liest erkennt man auch, dass die 'religiöse Erziehung' sich inzwischen hauptsächlich auf das Verhalten des Menschen im Leben bezieht - und nicht darauf, wie cool der imaginäre Freund ist.

Nya... selektive Wahrnehmung war hier eigentlich aber eh schon immer stark vertreten.

Haarmann
2016-12-02, 09:18:16
Die Kirche klärt über die Folgen auf mit einem Brief...

Das Fegefeuer wurde imo dort drin nicht angedroht ;).


Ich las die "heiligen Schriften" schon als Kind durch - ich glaube dann hat man das Bild des "gütigen Herrn" schnell ad acta gelegt.

Für mich als Reformierten sind schon Lutheraner einfach nur ne Horde Schafe. Wer aus der Herde ausbrechen will, dem kann ich nur gratulieren.

Gerade als Reformierter ist Bildung und Lektüre zB der "heiligen Schriften" das, was ich gerne mitgebe, denn ob es um "Religion" oder um "Wissenschaft" geht - eine eigene Meinung bildet sich ohne Grundlagen schlecht.

soLofox
2016-12-02, 11:09:50
Selbstverständlich fühlt man sich durch diesen Brief nicht im wahrsten Sinne des Wortes bedroht - aber die Art und Weise wie man förmlich angezählt wird, finde ich ungeheuerlich.

Es ist einfach eine Frechheit, das ist meine Auffassung und hat nichts mit Aggressionen gegenüber der Kirche zu tun. Der Brief ging ja auch nicht an mich.

Es sollte jedem selbst überlassen bleiben, ob er gläubig ist oder nicht. Und an wen er glauben möchte. Ein einfaches "Ich bedauere Ihre Entscheidung sehr, sollten Sie in der Zukunft doch wieder den Weg zu Gott finden, so sind Sie jederzeit wieder herzlich willkommen" - das hätte ich sogar begrüßt als Schreiben!

Was macht man?

Du glaubst nicht mehr an Gott?! Wehe dir! Du weisst welche Folgen das hat?

- Du darfst das nicht
- Du kannst dies nicht
- Du wirst jenes nicht können

Die Kirche - zumindest dieser Pfarrer - zeigt wieder einmal, was für ein scheiss Verein die (in diesem Fall katholische) Kirche ist.

Dino-Fossil
2016-12-02, 11:19:25
Naja, wir leben ja nunmal glücklicherweise in einem Land, in dem du deinen Glauben so ausleben kannst, wie du es für richtig hälst, sei es in einer Kirche oder außerhalb, oder eben gar nicht.

Aber trotzdem darf eine Glaubensgemeinschaft dir verweigern, dass du einige der "Serviceleistungen" in Anspruch nimmst, die sie ihren Mitgliedern bieten, wenn du austrittst. Ich kann nicht so recht nachvollziehen, warum das einige hier so überrascht?

Davon abgesehen fand ich den Brief eigentlich auch relativ offen und anfangs nett und später sachlich formuliert.

Eine etwas persönlichere Frage (die natürlich nicht beantwortet werden muss):
Seid ihr ausgetreten, weil ihr mit der Amtskirche nichts zu tun haben wollt, oder weil ihr eher grundsätzlich nichts mit dem Glauben (sei es die Form oder generell an einen Gott) anfangen könnt?

GBWolf
2016-12-02, 11:25:01
So ein Schreiben landet eigentlich direkt ungelesen in Ablage P. Wenn du so verfährst, hast du weniger Aufregung ;)

soLofox
2016-12-02, 11:42:00
Eine etwas persönlichere Frage (die natürlich nicht beantwortet werden muss):
Seid ihr ausgetreten, weil ihr mit der Amtskirche nichts zu tun haben wollt, oder weil ihr eher grundsätzlich nichts mit dem Glauben (sei es die Form oder generell an einen Gott) anfangen könnt?

Weder glaube ich an einen Gott noch möchte ich der Kirche Geld zukommen lassen.

Mr.Postman
2016-12-02, 11:42:43
Derartige Briefe bekam ich öfter, wenn ich eine Mitgliedschaft oder Dienstleistung gekündigt habe. "Haben Sie darüber nachgedacht, dass Sie X und Y nicht mehr in Anspruch nehmen können, blablabla"....China....Sack Reis.

Dino-Fossil
2016-12-02, 12:52:06
Weder glaube ich an einen Gott noch möchte ich der Kirche Geld zukommen lassen.

Nun, natürlich kann es noch sein, dass deine Partnerin es anders sieht, aber in deinem Fall brauch es euch doch nicht weiters stören, wenn die Kirche euch darauf hin weißt, dass euch bestimmte Sakramente und liturgische Dinge nicht offen stehen, wenn ihr nicht länger Mitglied der Kirche seid.
Daher verwirrt es mich eben ein wenig, dass du in dem Brief eine Drohung gesehen hast.

medi
2016-12-02, 13:04:55
Ich sehe keine Drohung
Das ist auch keine sondern schlicht und einfach eine Erinnerung an die Konsequenzen der Handlung. Wenn man mit diesen Leben kann ist doch alles ok. Manch einer kann das vllt. nicht und ist froh darüber, noch einmal über diese informiert zu werden.

Auf gut deutsch: Der gute Mann versucht einfach nur seine Schäfchen im Stall zu halten und ihnen zu sagen "Hört zu wenn ihr da rausgehst wird's nass wenn's regnet also denkt besser noch mal drüber nach."

soLofox
2016-12-02, 14:54:36
Auf gut deutsch: Der gute Mann versucht einfach nur seine Schäfchen im Stall zu halten und ihnen zu sagen "Hört zu wenn ihr da rausgehst wird's nass wenn's regnet also denkt besser noch mal drüber nach."

Indem er dir Angst machen will? Klingt ja so als sei die Kirche der heilige Gral und schützt dich vor allem Bösen.

Nee lass stecken. :D

Dino-Fossil
2016-12-02, 15:07:42
Ich seh' nur nicht so recht, wo er dir Angst macht.
Ist ja nicht so, dass er euch mit ewiger Verdammnis droht (wobei mal dahingestellt sei, ob ihr da etwas drauf geben würdet).
Das es diese Konsequenzen gibt sollte klar benannt werden und dem kommt er nach.

Gibst du deine Mitgliedschaft in einem Fitnessclub auf, kannst du auch nicht mehr zum trainieren kommen.
Fasst du es auch als Drohung auf, wenn dir das der Betreiber sagt?

Lyka
2016-12-02, 15:09:08
die Angst kommt bei einem echten Kirchenchristen automatisch, wenn er der Kirche austritt, da sieht er sich selbst der päpstlichen Bannbulle gegenüber.

So ein "Sorry, dass du gehst. Viel Spaß noch." wirkt einfach total luschig. Außerdem gilt ja lt. kath. Glauben, dass die Person, die bei einem kath. Sakrament mitgemacht hat, als echter Katholik

http://www.theologe.de/taufe_katholisch_evangelisch.htm

Gipsel
2016-12-02, 16:13:56
Diesen Brief hat meine Freundin heute bekommen, sie ist dieses Jahr aus der Kirche ausgetreten.


https://abload.de/img/20161201_191857k0sxe.jpg

Ist das sein verkackter ernst? Jetzt wird neuerdings gedroht wenn man austritt?

Was für ein scheiss Kackverein! Finde ich ungeheuerlich und eine absolute Frechheit!

Hat von euch jemand auch so einen Brief bekommen, als er ausgetreten ist?

Ich war in der evangelischen Kirche und habe - nach dem Austritt - nie wieder etwas von denen gehört. Ist ja wohl jedem selbst überlassen, ob und wem er Geld in den A.... schieben möchte. :mad:

Bin am überlegen entweder auf den Brief zu antworten oder persönlich mal zu dem "Pfarrer" zu gehen und ihn zu fragen, ob das sein ernst ist. Und ob er evtl. mal seine Grammatik überdenken möchte.
Ich sehe da nur Konsequenz und ziemlich miese Rechtschreibung. Keine Ahnung, was daran eine Drohung sein soll.

PHuV
2016-12-02, 16:24:42
Viel interessanter finde ich, dass die Kirche mir mehr oder weniger vorschreiben will, wer Taufpate werden kann/darf. Wenn ich Susi und Peter als Taufpaten haben will, ist das meine Entscheidung. Egal, woran die glauben. Und wenn es das "Große weiße Kaninchen" ist.
Ihr habt alle bei einer Taufe wohl nicht aufgepaßt? X-D

Egal ob Evangelen oder Katholen, der Taufpate so explizit als Überwacher sicherstellen, daß das getaufte Kind im entsprechenden christlichen Glauben auf- und erzogen wird. Daher hat sie als Gemeinschaft sehr wohl das Recht, wer als Taufpate geeignet ist oder nicht. Das daß in die heutige Zeit nicht mehr reinpaßt, ist nicht relevant, sondern den alten Traditionen und Lehren geschuldet. Der Pfarrer fragt ja bei der Taufe auch explizit den Taufpaten und verlangt von ihm einen Schwur, alles in seiner Macht stehende zu tun, damit das Kind den christlichen Glauben bekommt.

Man macht so einen Scheiß heute auch nicht mehr, das gehört in meinen Augen verboten. Kinder sollen das Recht haben, ihren Glauben später, wenn sie mündig sind, selbst zu wählen. Kleinkindstaufe gehört genauso abgeschafft wie die fanatische Verstümmlung von kleinen Jungen durch Beschneidung. Man wird ohne jeglichen freien Willen einfach einer Religionsgemeinschaft per se und Geburt zugeordnet und damit an sich verdammt (damit hat laut Glaubenslehre sehr wohl Gouvernator recht), wenn man dann diese Glaubensgemeinschaft verläßt.

Daher sag ich ja, wenn man ein totes Pferde nicht mehr reiten kann, sollte man absteigen. ;)

Besser wäre es, so wie es manche christliche Gemeinschaften ausüben, erst Erwachsene mit freiem Willen zu taufen.

Steffko
2016-12-02, 17:14:04
Das ist doch ein ganz stinknormaler Brief (von der Rechtschreibung, Satzstruktur und Formatierung mal abgesehen).
In der Mitte (glauben verloren etc.) scheint er zu versuchen, dir noch eine Brücke zu bauen, so nach dem Motto "Bleib bitte weiter sozial tätig, auch das sieht Gott".

Haarmann
2016-12-02, 17:39:14
soLofox

Als Römer könnte ich einen Verein, der irgendwelche senile und lallende Tattergreise unfehlbar nennt, einfach nur meines Obulus erleichtern und ginge meiner Wege.

Da hilft imo weder Glaube noch sontwas - senile Tattergreise nehme ich nunmal nicht ernst - und ich war dem heiligen Johannes Paul II einst wohl näher denn wohl jeder hier... dabei wollt ich nur über ne Strasse gehen.

Aber natürlich ist es in jedem Verein nunmal so, dass der Verein die Vereinsmitglieder bevormunden darf... und wenns nur um Hundezucht geht.

dreamweaver
2016-12-02, 19:03:54
Man macht so einen Scheiß heute auch nicht mehr, das gehört in meinen Augen verboten. Kinder sollen das Recht haben, ihren Glauben später, wenn sie mündig sind, selbst zu wählen. Kleinkindstaufe gehört genauso abgeschafft wie die fanatische Verstümmlung von kleinen Jungen durch Beschneidung. Man wird ohne jeglichen freien Willen einfach einer Religionsgemeinschaft per se und Geburt zugeordnet und damit an sich verdammt (damit hat laut Glaubenslehre sehr wohl Gouvernator recht), wenn man dann diese Glaubensgemeinschaft verläßt.

Das ist in der Tat sehr verstörend.
Menschen dürfen erst ab 18 wählen, aber kleinen Kindern wird schon angeheftet und eingetrichtert, an welches Paradies sie zu glauben haben. Man stelle sich vor, unmündige Kinder von CDU oder grünen Eltern werden gleich mal ins Parteibuch eingetragen und somit ungefragt Parteimitglied.

Leider werden wir diese Unsitte von staatlich geduldeter und sogar unterstützter Religions-Gehirnwaschung von Kindern so schnell nicht rausbekommen. Gerade in Zeiten der Aufklärung ist dies wahrscheinlich eine der Hauptsäulen (wenn nicht sogar die einzige) damit sich der Quatsch auch weiterhin tief in der Gesellschaft hält.

Joe
2016-12-02, 19:23:45
Liest sich für mich wie das ganz normale christliche passiv-aggressive shunning. :rolleyes:

Nix besonderes, ganz normal, lach es weg und verbuch es unter der Liste von Gründen, die eh für den Austritt gesprochen haben.

Gouvernator
2016-12-02, 20:20:28
Man wird ohne jeglichen freien Willen einfach einer Religionsgemeinschaft per se und Geburt zugeordnet und damit an sich verdammt (damit hat laut Glaubenslehre sehr wohl Gouvernator recht), wenn man dann diese Glaubensgemeinschaft verläßt.


Exakt. Das ist bei den orthodoxen genau so. Damit es auch "wirkt" wurden diverse Rituale/Sakramente/Heilige/Feiertage erfunden. Die "Gemeinschaft" ist damit durchaus spürbar.
Das perfide daran ist das ihre Seelen never ever dadurch gerettet werden. Alles Lug und Trug. Der einzige verlässliche Weg ist die Gemeinschaft mit Gott. Also echte Gemeinschaft, so Richtung Sukkubus ... :D

SOL
2016-12-03, 12:10:08
Wäre mir neu, dass ein Kleinkind automatisch ab der Geburt in die christliche Kirche gedrängt und einer Glaubensgemeinschaft zugeordnet wird. Die Eltern sind die Erziehungsberechtigten, die haben das zu entscheiden. Und wenn man später keine Lust mehr auf den Laden hat, kann man mit 18 austreten und fertig. Ob einige die Taufe automatisch mit "verzogen"/"gehirngewaschen" gleichsetzen, spielt keine Rolle. Man kann Kinder auch auf ganz andere Weise versauen und auch hier sind... in erster Linie die Eltern in der Verantwortung.

Mosher
2016-12-03, 13:15:58
Wäre mir neu, dass ein Kleinkind automatisch ab der Geburt in die christliche Kirche gedrängt und einer Glaubensgemeinschaft zugeordnet wird. Die Eltern sind die Erziehungsberechtigten, die haben das zu entscheiden. Und wenn man später keine Lust mehr auf den Laden hat, kann man mit 18 austreten und fertig.

In der Theorie ganz leicht, in der Praxis stellen sich einige Hürden:


- "Ächtung" (oder Angst vor dieser) durch Freunde / Verwandte / Bekannte, oder den Standesbeamten
- Gebühr und Aufwand
- Angst vor Konsequenzen (kirchliche Hochzeit mit der zukünftigen etc.)


Ich selbst bin ganz offen mit meinem Kirchenaustritt umgegangen und habe nichts darauf gegeben, was irgendwer darüber denkt.

Da war die Schwiegermutter der Schwester, die ganz verdattert darüber war, warum ich nicht den Taufpaten spielen durfte. Sie redet seitdem kein Wort mehr mit mir ;D

Oder die Omi auf dem Standesamt, die beim Wort "Kirchenaustritt" sichtlich zusammenzuckte und mich mit ihrem Blick bespuckte.

Oder der Standesbeamte selbst, dessen Freundlichkeit auch aus seinem Gesicht wich, als ich den Anlass meines Besuchs kundtat.


Für manch einen reicht die Angst vor solchen Reaktionen schon, um vor einem Kirchenaustritt zurückzuschrecken. Ich würde also nicht sagen, dass es so einfach ist auch wenn es formell so zutrifft.

btw. dachte ich immer, dass man aus Sicht der Kirche mit 14 schon volljährig ist. (Zumindest war das bei uns in der Schule damals das Alter, wo man auch ohne Unterschrift der Eltern in den Ethikunterricht wechseln konnte)

Wieso darf ich dann nicht mit 14 schon austreten?

Naja, jedenfalls bin ich froh, den Schritt damals gemacht zu haben, anstatt mich immer wieder über irgendwas im Zusammenhang mit der Kirche zu ärgern.

Amarok
2016-12-03, 14:45:38
Wäre mir neu, dass ein Kleinkind automatisch ab der Geburt in die christliche Kirche gedrängt und einer Glaubensgemeinschaft zugeordnet wird. Die Eltern sind die Erziehungsberechtigten, die haben das zu entscheiden. Und wenn man später keine Lust mehr auf den Laden hat, kann man mit 18 austreten und fertig. Ob einige die Taufe automatisch mit "verzogen"/"gehirngewaschen" gleichsetzen, spielt keine Rolle. Man kann Kinder auch auf ganz andere Weise versauen und auch hier sind... in erster Linie die Eltern in der Verantwortung.

Kann man schon ab 14...

Screemer
2016-12-07, 12:09:46
Das liegt daran, dass ihr nicht wie ein Katholike denkt. Da wird einem gerade das Seelenheil abgesprochen und im diesen Leben von der Gemeinschaft ausgeschlossen.
und wo ist das problem. wer aus seinem verein austritt hat ja wohl auch kein anrecht mehr auf entsprechende vergünstigungen. wäre ja noch schöner.

Viel interessanter finde ich, dass die Kirche mir mehr oder weniger vorschreiben will, wer Taufpate werden kann/darf. Wenn ich Susi und Peter als Taufpaten haben will, ist das meine Entscheidung. Egal, woran die glauben. Und wenn es das "Große weiße Kaninchen" ist.

Einen ähnlichen Brief habe ich auch bekommen, als ich aus der Kirche ausgetreten bin (evangelisch NRW, geboren in Niedersachsen).

ist es eben nicht. du willst das deine kinder/du dem verein beitreten, dann hast du dich eben an regeln zu halten. der pate hat nämlich dafür zu sorgen, dass kinder im glauben der kath. kirche erzogen werden und nicht nach denen der kirche des weißen kaninchens.



Du glaubst willst dienen mitgliedbeitrag für den sportverein nicht bezahlen und trittst aus?! Wehe dir! Du weisst welche Folgen das hat?

- Du darfst das nicht mehr an der doch so lustigen jahreshauptversammlung teilnehmen
- Du kannst den vereinseigenen tennisplatz nicht mehr kostenlos nutzen
- Du wirst nicht mehr in den genuss von kostenfreien sportkursen kommen

Dieser verein - zumindest dieser vorstand - zeigt wieder einmal, was für ein scheiss Verein die (in diesem Fall tennis) dieser club ist.
omg. der vorstand sagt mir was ich danach nicht mehr nutzen kann und wirbt dafür dabei zu bleiben.

Distroia
2016-12-07, 13:04:04
In der Theorie ganz leicht, in der Praxis stellen sich einige Hürden:


- "Ächtung" (oder Angst vor dieser) durch Freunde / Verwandte / Bekannte, oder den Standesbeamten
- Gebühr und Aufwand
- Angst vor Konsequenzen (kirchliche Hochzeit mit der zukünftigen etc.)


Ich selbst bin ganz offen mit meinem Kirchenaustritt umgegangen und habe nichts darauf gegeben, was irgendwer darüber denkt.

Da war die Schwiegermutter der Schwester, die ganz verdattert darüber war, warum ich nicht den Taufpaten spielen durfte. Sie redet seitdem kein Wort mehr mit mir ;D

Oder die Omi auf dem Standesamt, die beim Wort "Kirchenaustritt" sichtlich zusammenzuckte und mich mit ihrem Blick bespuckte.

Oder der Standesbeamte selbst, dessen Freundlichkeit auch aus seinem Gesicht wich, als ich den Anlass meines Besuchs kundtat.


Für manch einen reicht die Angst vor solchen Reaktionen schon, um vor einem Kirchenaustritt zurückzuschrecken. Ich würde also nicht sagen, dass es so einfach ist auch wenn es formell so zutrifft.

btw. dachte ich immer, dass man aus Sicht der Kirche mit 14 schon volljährig ist. (Zumindest war das bei uns in der Schule damals das Alter, wo man auch ohne Unterschrift der Eltern in den Ethikunterricht wechseln konnte)

Wieso darf ich dann nicht mit 14 schon austreten?

Naja, jedenfalls bin ich froh, den Schritt damals gemacht zu haben, anstatt mich immer wieder über irgendwas im Zusammenhang mit der Kirche zu ärgern.

Wo wohnst du denn, dass die Leute in deinem Umfeld noch so drauf sind? :confused:

Ich bin in einer nicht-gläubigen Familie großgeworden und hab daraus nie ein Geheimnis gemacht (Befreiung vom Religionsunterricht z.B.), und hatte so weit ich mich erinnern kann nie irgendwelche Probleme deswegen. Ist es vielleicht etwas anderes, wenn man austritt, als wenn man nie in der Kirche gewesen ist?

PHuV
2016-12-07, 13:09:29
Wäre mir neu, dass ein Kleinkind automatisch ab der Geburt in die christliche Kirche gedrängt und einer Glaubensgemeinschaft zugeordnet wird.
:facepalm: Das ist doch genau der Sinn der Taufe. Mit der Taufe wirst Du symbolisch und bei uns in der BRD auch rechtlich zu einer Kirche zugeordnet.

Daß heißt, selbst wenn Du die weiteren Sakramente (kath. Kommunion, Firmung, ev. Konfirmation) nicht durchführst, bist Du automatisch bei Erwerbstätigkeiten im Erwachsenenalter kirchensteuerpflichtig! Sprich, spätestens auf dem ersten Lohnzettel sieht man die Konsequenzen dieser Taufe. Ebenso kannst Du unter 14 eben nicht mal so einfach zwischen evangelisch, katholisch, freikirchlich oder sonstwas hin und her wechseln. Hier mußt Du wieder kostenpflichtig (!) erst mal austreten und in eine andere Gemeinschaft eintreten.

Da schimpft man über die Juden und Muslime über die automatische Religionszuteilung per Geburt, ist aber bei uns per se, wenn im Kleinkindsalter die Taufe durchgeführt wird, keinen Deut besser. Damit ist jeder, der die "heilig" zuteilte Gemeinschaft von Gottes Gnaden verläßt, nach deren Schriftllehre, per se verdammt! Und das gilt auch für den Wechsel innerhalb des Christentums! Konvertieren ist nach reiner Lehre nicht. Diese Tatsache ist anscheinend den meisten wohl nicht bewußt, wenn sie ihre Kinder religiös nach wie vor "zwangsvergewaltigen".

Deshalb gehört die "Zwangstaufe" als Kleinkind abgeschafft und verboten. Jeder normal denkende Mensch würde sich doch auch an den Kopf fassen, wenn man ein Kleinkind nach der Geburt gleich bei einem Fußballverein anmelden würde, wo er als Erwachsener sofort die Gebühren bezahlen muß, egal ob der den Verein überhaupt mag oder nicht.

BiG OnE
2016-12-07, 16:40:29
Dann müsstest Du aber die automatische Religionszuteilung per Geburt bei Juden und Muslimen doch auch verbieten, oder?

Sven77
2016-12-07, 16:45:27
Jeder normal denkende Mensch würde sich doch auch an den Kopf fassen, wenn man ein Kleinkind nach der Geburt gleich bei einem Fußballverein anmelden würde, wo er als Erwachsener sofort die Gebühren bezahlen muß, egal ob der den Verein überhaupt mag oder nicht.

Schlechtes beispiel, meine Kinder sind direkt beim VfB vermitgliedert worden ;D

Mosher
2016-12-07, 17:32:42
Wo wohnst du denn, dass die Leute in deinem Umfeld noch so drauf sind? :confused:

Ich bin in einer nicht-gläubigen Familie großgeworden und hab daraus nie ein Geheimnis gemacht (Befreiung vom Religionsunterricht z.B.), und hatte so weit ich mich erinnern kann nie irgendwelche Probleme deswegen. Ist es vielleicht etwas anderes, wenn man austritt, als wenn man nie in der Kirche gewesen ist?

Meine Familie ist auch nicht sehr gläubig, aber besagte Schwiegermutter zB.

Ich wohne mittlerweile semi-ländlich in Bayern (Ja, Franken ist für mich auch Bayern. Fuck you, fränkischer Nationalstolz), da hat die Kirche halt noch Stellenwert ^^

Matrix316
2016-12-07, 17:42:51
Der Brief ist fast genau der gleiche den man Sky bekommt, wenn man kündigt.:biggrin:

PHuV
2016-12-07, 18:08:49
Dann müsstest Du aber die automatische Religionszuteilung per Geburt bei Juden und Muslimen doch auch verbieten, oder?
Korrekt. Wobei das hier etwas anders ist, weil

Zahlen diese keine - soweit mir bekannt - Kirchensteuer
Der Glaube des Vaters automatisch der Glaube des Kindes ist, je nach dem aber auch von der Frau, siehe http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/15829
Hier noch bei Jungen der Prozess der Beschneidung dazukommt

Beschneidung (ohne medizinischen Hintergrund) gehört sowieso verboten, das erfüllt für mich sowieso den Tatbestand schwer Körperverletzung und Kindesmisshandlung.

Distroia
2016-12-07, 22:14:42
Ich wohne mittlerweile semi-ländlich in Bayern (Ja, Franken ist für mich auch Bayern. Fuck you, fränkischer Nationalstolz), da hat die Kirche halt noch Stellenwert ^^

Hab mir schon gedacht, dass du irgendwo in Bayern wohnst. Woanders stört das kaum noch jemanden.

PHuV
2016-12-08, 12:05:32
Hab mir schon gedacht, dass du irgendwo in Bayern wohnst. Woanders stört das kaum noch jemanden.
In BW auf dem Kaff und kleinen Orten (da wo ich herkomme) ist das auch noch so. Deshalb bin ich da auch nicht ganz unfreudig weg.

Palpatin
2016-12-08, 16:00:55
Besser wäre es, so wie es manche christliche Gemeinschaften ausüben, erst Erwachsene mit freiem Willen zu taufen.
Besser wäre es die Religionsfreiheit abzuschaffen und all Religionen zu verbieten. Leider sind die meisten Menschen nicht intelligent genung das frei zu entscheiden, so das man sie vor Religionen genau so schützen müsste wie vor Harten Drogen (Heroin etc.)

Mr.Fency Pants
2016-12-08, 16:07:57
Besser wäre es die Religionsfreiheit abzuschaffen und all Religionen zu verbieten. Leider sind die meisten Menschen nicht intelligent genung das frei zu entscheiden, so das man sie vor Religionen genau so schützen müsste wie vor Harten Drogen (Heroin etc.)

Da halte ich nix von. Jeder soll doch an das glauben woran er oder sie möchte. Es geht nur darum andere amit nicht zu beeinflussen, bzw. darum Kinder einen Glauben aufzuzwingen. Nicht vergessen bitte, dass es auch Menschen gibt, die nicht streng nach der Bibel oder sonsteinem Quatsch leben und trotzdem Kraft aus dem Glauben an eine Religion ziehen. Ich persönlich zwar nicht, aber Religion ist nicht gleich Religion. Nicht jeder der an eine Religion glaubt lässt sich damit auch leiten und kontrollieren.

PHuV
2016-12-08, 17:48:44
Da halte ich nix von. Jeder soll doch an das glauben woran er oder sie möchte. Es geht nur darum andere amit nicht zu beeinflussen, bzw. darum Kinder einen Glauben aufzuzwingen. Nicht vergessen bitte, dass es auch Menschen gibt, die nicht streng nach der Bibel oder sonsteinem Quatsch leben und trotzdem Kraft aus dem Glauben an eine Religion ziehen. Ich persönlich zwar nicht, aber Religion ist nicht gleich Religion. Nicht jeder der an eine Religion glaubt lässt sich damit auch leiten und kontrollieren.
Darum geht es aber im Kern nicht. Wir haben nach wie vor das große Problem, daß Religionen bei uns einen Sonderstatus haben, der sich weit in Gesellschaft und Politik stark bemerkbar macht. Sei als Beispiele die Abtreibungsfrage, Verhütungsfrage, Trisonomietest und weitere Gentests, oder die simple Beschneidung von männlichen Kleinkindern. Nicht jede religiöse Tradition ist es wert, mit aller Gewalt und mit allen gesetzlichem Maßnahmen aufrecht erhalten zu werden.

Ich bin bei Dir, Religion soll Privatsache bleiben, aber wie weit? Gestehst Du den einen Vorhautabschnippeln zu, müßtest Du den anderen das Beschneiden der Kiltoris aus Glaubens- oder Traditonsgründen genau so zu gestehen, oder das Schächten von Tieren, eigene Erziehung, siehe die 12 Stämme und mit deren Glauben, daß Kinder für die Erziehung geschlagen werden dürfen. Gibst Du den einen Rechte, schreien die anderen selbstverständlich sofort ebenso danach, diese "nach ihrem" Glauben zu bekommen. Glauben ist eben nicht objektivierbar, um hier entsprechend vernünftige Entscheidungen zu treffen, die für alle Glaubensrichtungen passen.

Daher kann ich das Argument von Palpatin sehr gut nachvollziehen. Ob es das Grundproblem lösen würde, weiß ich auch nicht. Aber die aktuelle Situation paßt eben auch nicht, sobald es mehr Glaubensrichtungen gibt, die sehr kulturspezifisch sind. Vor 50-100 Jahren gabs eben kein Islam und Co. es gab eben "nur" christliche Gruppierungen aller Couleur. Wir stehen heute vor ganz anderen Problemen, welche so im Grundgesetz nicht gegeben waren.

Zwingen Sie Ihre religiösen Ansichten nicht Ihren Kindern auf (http://hpd.de/artikel/11304)
Ich würde erst mal alle Religionen für Kinder verbieten, und alles, was nicht reversibel ist, wie diverse Beschneidungen! Ebenso würde ich Kirchensteuer abschaffen (die Großteils eben nur für die eigenen Belange verwendet werden, und eben nicht für Soziales), und diverse Sonderrechte (Kirchenarbeitsrecht). Es gibt sogar ein Land, was per Gesetz verbietet, Kinder einem religiösen Glauben auszusetzen (weiß aber gerade nicht mehr welches, ehemalige Sowjetunion).
Erwachsene sollten sich frei entscheiden dürfen, da bin ich bei Dir. Nur sollte sich das nicht auf die Kinder auswirken. Blöde Frage, wie schafft man das? :confused:

Niall
2016-12-13, 12:05:29
... Gestehst Du den einen Vorhautabschnippeln zu, müßtest Du den anderen das Beschneiden der Kiltoris aus Glaubens- oder Traditonsgründen genau so zu gestehen ...

Sorry, aber der Vergleich hinkt doch allein rein physiologisch schon komplett.

Zusätzlich wird eine Beschneidung der Vorhaut nicht mehr nur aus religiösen Gründen durchgefürt. (Mal ganz zu schweigen von den hygienischen und versorgungstechnisch gesehen medizinischen Umständen, unter denen letztere "Tradition" idR. "praktiziert" wird.) :freak:

Sven77
2016-12-13, 12:14:44
sieht auch besser aus (y)

Argo Zero
2016-12-13, 12:21:44
Der Dödel wird halt gefühlstot durch Dauerreibung in der Buchse ;)

Gouvernator
2016-12-13, 12:29:15
Es gibt sogar ein Land, was per Gesetz verbietet, Kinder einem religiösen Glauben auszusetzen (weiß aber gerade nicht mehr welches, ehemalige Sowjetunion).
Ja das war Uzbekistan/Kasachstan/Tadschikistan. Das ist aber nicht aus dem Konsens der Gesellschaft herausgekommen, sondern einfach per Erlass eines perversen Diktators gegen Islamisten und christliche Sekten. Machterhalt. Währenddessen sie Kinderarbeit fördern und fordern. Zwang zur Arbeit auf Baumwollplantagen während Schul/Erntezeit.

ShadowXX
2016-12-13, 16:33:32
Ansonsten empfinde ich es eigentlich nie als verkehrt, ein Kind im Glauben zu erziehen. Es ist deutlich leichter, etwas abzulegen, das man kennt und nicht mag, als etwas anzunehmen, das man nicht kennt.
Du möchtest das Kind also so früh wie möglich Gehirnwaschen? Na super.

Wenn ein Kind irgendeiner Religion betreten möchte, kann es das gerne machen.....wenn es 18 und damit Volljährig wird.

Gouvernator
2016-12-13, 16:56:46
Du möchtest das Kind also so früh wie möglich Gehirnwaschen? Na super.

Wenn ein Kind irgendeiner Religion betreten möchte, kann es das gerne machen.....wenn es 18 und damit Volljährig wird.
Ihr habt vielleicht unrealistische Vorstellungen.
Am siebten Tage muss das Baby spätestens beschnitten sein.

Wem das nicht passt, soll sich ein gemütliches Plätzchen in irgendeinem antisemitischem Forum suchen. :biggrin:

Palpatin
2016-12-13, 17:10:55
Wenn ein Kind irgendeiner Religion betreten möchte, kann es das gerne machen.....wenn es 18 und damit Volljährig wird.
Eine Altersbeschränkung wie bei legalen Drogen wäre ein vertretbarer Kompromiss zum Totalverbot.

Filp
2016-12-13, 20:01:56
Du möchtest das Kind also so früh wie möglich Gehirnwaschen? Na super.

Wenn ein Kind irgendeiner Religion betreten möchte, kann es das gerne machen.....wenn es 18 und damit Volljährig wird.
Und wenn das Kind das schon vorher selber will?
Meine Kinder habe ich weder gläubig erzogen, noch mit aller Gewalt alles von ihnen abgehalten und der Große hat beschlossen zum Konfaunterricht zu gehen und wird sich dann wohl auch zur Konfirmation taufen lassen. Seine Mutter ist praktizierende Buddhistin, hat ihn früher öfter mit in den Thaitempel geschleppt und sie hat damit auch kein Problem.
Der Kleine hat einfach nur keine Lust auf Konfa, macht trotzdem Reliunterricht und findet das recht interessant. Soll er machen wie er will, aber seine Entscheidungen darf auch er schon treffen bevor er 18 ist ;)

ShadowXX
2016-12-14, 07:45:24
Und wenn das Kind das schon vorher selber will?
Meine Kinder habe ich weder gläubig erzogen, noch mit aller Gewalt alles von ihnen abgehalten und der Große hat beschlossen zum Konfaunterricht zu gehen und wird sich dann wohl auch zur Konfirmation taufen lassen. Seine Mutter ist praktizierende Buddhistin, hat ihn früher öfter mit in den Thaitempel geschleppt und sie hat damit auch kein Problem.
Der Kleine hat einfach nur keine Lust auf Konfa, macht trotzdem Reliunterricht und findet das recht interessant. Soll er machen wie er will, aber seine Entscheidungen darf auch er schon treffen bevor er 18 ist ;)
Du weißt schon warum der zum Konfirmandenunterricht will, oder? Der sieht das andere da richtig Geld von den Verwandten abkassieren.....
Davon abgesehen: wovon wusste der überhaupt das es sowas gibt? Aus der Schule? Also doch Indoktrination. Kleine Kinder sind sehr einfach beeinflussbar.....

Sage Ihm das es für Ihn kein Geld zur Konfirmation geben wird und der wird ziemlich plötzlich keine Bock mehr haben auf den Quark.

Religion hat in der Schule bis zur ca. 9 - 10ten Klasse nichts zu suchen. Ab da soll das Kind dann von mir aus freiwillig Religion als Fach dazunehmen können, aber nicht als Pflicht, sondern als Wahlfach. Wir leben laut Papier eigentlich in einem säkularen Staat....ich sehe davon nur nichts. Warum hat die Kirche X Sonderrechte? Kann sich über sonstiges allgemeines Arbeitsrecht hinwegsetzen? Muss keine Steuern zahlen? Warum werden die höheren Posten der Kirche alle vom Staat bezahlt (und damit auch von Leuten die mit der christlichen Kirche 0,0 am Hut haben)?

Korfox
2016-12-14, 09:19:53
Du möchtest das Kind also so früh wie möglich Gehirnwaschen? Na super.

Wenn ein Kind irgendeiner Religion betreten möchte, kann es das gerne machen.....wenn es 18 und damit Volljährig wird.
Ein Kind im Glauben zu erziehen bedeutet erstmal keinerlei Kontakt zu irgendeiner Religion und/oder Kirche. Es bedeutet lediglich, dass man dem Kind beibringt, gewisse moralische Vorstellungen anzunehmen. Viel mehr ist der Glaube heutzutage in erster Linie nicht (mehr).

Filp
2016-12-14, 13:28:02
Du weißt schon warum der zum Konfirmandenunterricht will, oder? Der sieht das andere da richtig Geld von den Verwandten abkassieren.....
Davon abgesehen: wovon wusste der überhaupt das es sowas gibt? Aus der Schule? Also doch Indoktrination. Kleine Kinder sind sehr einfach beeinflussbar.....

Sage Ihm das es für Ihn kein Geld zur Konfirmation geben wird und der wird ziemlich plötzlich keine Bock mehr haben auf den Quark.
Du scheinst meine Kinder ja besser zu kennen als ich selbst. Bei einem 8-9 Jährigen (Der Einstieg in den Vorkonfaunterricht ist mit Beginn der 4. Klasse bei uns) spielt Geld sicher keine so große Rolle, ich bin nichtmal sicher ob ihm das überhaupt bewußt ist, dass es bei einer Konfirmation überhaupt Geld gibt, hatten da noch nie drüber gesprochen. Der Kleine scheint übrigens auch trotz Indoktrination durch den Reliunterricht in der Schule (was hast du eigentlich für Vorstellungen von so einem Unterricht in der Grundschule heutzutage? ;)) und dem winkenden Geldsegen irgendwann mit 14 keine Lust drauf zu haben, stimmt mit dem jetzt was nicht, weil er sich davon jetzt nicht beeinflussen lässt? Beim Großen waren es eher die Freunde die alle zum Konfa sind, das hat mehr Einfluss als irgendwelche Indoktrinierungen durch ein Schulfach ;)
Hat bei mir selbst damals übrigens auch nicht geklappt, ich hab als Kind schon den ganzen Kram nicht geglaubt, obwohl ich dieses böse Fach Religion hatte, das die armen Seelen der Kinder verschlingt und sie auf den Weg der Verdammnis bringt, von dem sie alleine nie wieder weg kommen können.

Religion hat in der Schule bis zur ca. 9 - 10ten Klasse nichts zu suchen. Ab da soll das Kind dann von mir aus freiwillig Religion als Fach dazunehmen können, aber nicht als Pflicht, sondern als Wahlfach. Wir leben laut Papier eigentlich in einem säkularen Staat....ich sehe davon nur nichts. Warum hat die Kirche X Sonderrechte? Kann sich über sonstiges allgemeines Arbeitsrecht hinwegsetzen? Muss keine Steuern zahlen? Warum werden die höheren Posten der Kirche alle vom Staat bezahlt (und damit auch von Leuten die mit der christlichen Kirche 0,0 am Hut haben)?
Religion wird auch in den Ersatzfächern behandelt, denn sie gibt es schon sehr lange auf der Welt und sie haben die ganze Menschheitsgeschichte beeinflusst. Sie jetzt aus dem Unterricht zu streichen wäre schon irgendwie seltsam oder? Pflicht ist das Fach übrigens schon lange nicht mehr, die Eltern können schon bei einem 1. Klässler entscheiden ob er Religion macht oder nicht.

Mosher
2016-12-14, 14:30:42
Ein Fach über Religion im Sinne von Kulturgeschichte/Erdkunde fände ich noch angemessen.

In Ethik haben wir auch oft über Religion geredet, aber eben aus einem anderen Standpunkt.


Ich weiß nicht, wie Religionsunterricht heutzutage aussieht, aber bei mir war das so:

Lehrer = Pfarrer. In meinem Fall war es mein direkter Nachbar.
Inhalt = Bibel ist eine wahre Geschichte, Gott straft böse Kinder, geh' gefälligst zur Beichte vor der Kommunion

Die "Kommunionsproben" waren wie eine Prüfung. Warum kniest du? Falsches Gebet. Kau die Hostie nicht so laut.

Kam man zu spät zur "Kindermesse", die der Pfarrer / Lehrer in der Kirche hielt, wurde man in der Schule vor der Klasse zusammengeschissen. Der Fußweg dorthin dauerte 30 Minuten. Wieso durfte man uns überhaupt dazu zwingen, Nachmittags in diese Messe zu gehen?

Im Beichtstuhl saß man dann seinem Nachbar (Religionslehrer) gegenüber, der genau wusste, wer man war. Wenn man einen Fehler bei seinem Spruch gemacht hat (In meinem Fall sagte ich "Dies ist meine dritte Beichte", hören wollte er aber "Meine letzte Beichte war am...") wurde man im Beichtstuhl namentlich zusammengeschissen.

Jede "Sünde" wurde kommentiert. (Man hatte besser was zu beichten, denn ohne Sünden war man ein Lügner)

Dann bekam man endlich seine Strafe. 10 Ave Maria oder so.

Den Eltern hat man aus Angst vor Bestrafung wegen Gotteslästerung oder so lieber nichts von den Zuständen erzählt. "Und wie wars in der Kirche?" "Schön. Wir haben gesungen"

Das hat sicher die ein oder andere Spur hinterlassen.

Korfox
2016-12-14, 14:52:16
Im Beichtstuhl saß man dann seinem Nachbar (Religionslehrer) gegenüber, der genau wusste, wer man war. Wenn man einen Fehler bei seinem Spruch gemacht hat (In meinem Fall sagte ich "Dies ist meine dritte Beichte", hören wollte er aber "Meine letzte Beichte war am...") wurde man im Beichtstuhl namentlich zusammengeschissen.

Jede "Sünde" wurde kommentiert. (Man hatte besser was zu beichten, denn ohne Sünden war man ein Lügner)

Dann bekam man endlich seine Strafe. 10 Ave Maria oder so.

Bei uns kannte der Pfarrer einen auch persönlich, aber:
- Was in der Kirche war blieb in der Kirche.
- Keine Kommentare
- Keine Strafe

Einfach nur dein Spruch, der Pfarrer hat aha, hmm gesagt und seinen Spruch aufgesagt und fertig.
Wer wollte konnte ein persönliches Gespräch mit jenem außerhalb des Beichtstuhl suchen, in dem er einem dann etwas... half. "Kannst du dir vorstellen, was dich dazu verführt hat, ...?" und so. Einfach, dass man mal selbst nachdenkt, wieso und was man da dann blahblah...

Von daher: Jeder mensch ist anders und der Pfarrer, der es dem Gläubigen unangenehm macht ist meines erachtens im falschen Beruf/in der falschen Berufung unterwegs.

NiCoSt
2016-12-14, 16:28:32
Du möchtest das Kind also so früh wie möglich Gehirnwaschen? Na super.

Wenn ein Kind irgendeiner Religion betreten möchte, kann es das gerne machen.....wenn es 18 und damit Volljährig wird.

Was du Ansprichst ist gesetzlich geregelt und beginnt in Deutschland mit 10 Jahren schrittweise ->
https://de.wikipedia.org/wiki/Religionsm%C3%BCndigkeit#Deutschland




Bei uns kannte der Pfarrer einen auch persönlich, aber:
- Was in der Kirche war blieb in der Kirche.
- Keine Kommentare
- Keine Strafe

Einfach nur dein Spruch, der Pfarrer hat aha, hmm gesagt und seinen Spruch aufgesagt und fertig.
Wer wollte konnte ein persönliches Gespräch mit jenem außerhalb des Beichtstuhl suchen, in dem er einem dann etwas... half. "Kannst du dir vorstellen, was dich dazu verführt hat, ...?" und so. Einfach, dass man mal selbst nachdenkt, wieso und was man da dann blahblah...

Von daher: Jeder mensch ist anders und der Pfarrer, der es dem Gläubigen unangenehm macht ist meines erachtens im falschen Beruf/in der falschen Berufung unterwegs.

So war es bei uns auch, wobei die "Strafe" ja die soundsoviel Gebete darstellen. Das warbei dir sicher auch so.

Dass der Pfarrer, wie Moscher es bescheibt, im Beichtstuhl persönlich wird ist meines Erachtens nach ein komplettes Fehlverhalten und dürfte auch nicht den Regeln der katholischen Kirche entsprechen. Stichwort Beichtgeheimnis etc. Ein "Tipp" beim zuständigen Bischhof wäre hier angebracht gewesen. Wenn das keine Niete ist, dürfte das durchaus zu Sanktionen bis Berufsverbot führen.

Korfox
2016-12-14, 18:50:57
Nein, bei uns gab es keine "Strafe". Ich meinte das ernst.
Vielleicht habe ich auch nichts gemacht, das mehr als ein "du, du, du" rechtfertigte.

PHuV
2016-12-15, 03:07:45
Ein Kind im Glauben zu erziehen bedeutet erstmal keinerlei Kontakt zu irgendeiner Religion und/oder Kirche. Es bedeutet lediglich, dass man dem Kind beibringt, gewisse moralische Vorstellungen anzunehmen. Viel mehr ist der Glaube heutzutage in erster Linie nicht (mehr).
Moralische Vorstellungen bzw. Ethik zu vermitteln geht auch ohne Religion. ;) Mystischer Quatsch mit Projektionen von Allmachtsfantasien auf eine vermeidliche Vaterfigur oder Schöpfer braucht heute wirklich niemand mehr, genausowenig wie Opfer, Rituale und Gebete, die alle letztlich nur dafür da sind, um sich das Wohlwollen dieser Entität durch kriecherisches Einschleimen zu sichern. Die große und eigentliche Leistung des Christentums war, daß dieses Opfergetue deutlich reduziert wurde auf eine rituelle Ersatzhandlung, die als ebenso gleichwertig und ebenbürtig gegenüber den Blutopfern wurde, und dank Paulus (der eigentlich das heute Christentum so formte) keine Vorhaut oder andere Körperteile mehr geopfert werden mußten.

Korfox
2016-12-15, 07:12:12
U no say.
Und wenn du deinem Kind moralische Vorstellungen bzw. Ethik ohne Religion vermittelst wird dir jeder moderne christliche Geistliche sagen, dass du dein Kind im Glauben erzogen hast.
(Im Endeffekt steht oben exakt das, was ich schon in dem Beitrag schrieb, den du zitiert hast, aber vielleicht ist es so verständlicher).
Zumindest dem christlichen Glauben geht es vielerorts schon lange nichtmehr um den tollen imaginären Freund.

ux-3
2016-12-15, 07:19:45
Ein Verbot von Religion öffnet Missbrauch Tür und Tor. Da folgt dann bald die Gedankenpolizei.

Und Dummheit lässt sich leider nicht verbieten.

derpinguin
2016-12-15, 07:58:28
Da die kirchenbediensteten auch nicht schlecht im missbrauchen und Gedankenpolizei spielen sind sehe ich da keinen Unterschied.

Haarmann
2016-12-15, 11:39:44
Drum hat man bei uns in der Reformation die Kirchen abgeschafft und einfach aus den Pfaffen Staatsangestellte gemacht. Da werden dann die Regeln vorgegeben und es gibt eigentlich keine Probleme.

Wie man in einem Staat Leute dulden kann, die sich für "Uantastbar" und über dem Gesetz stehend halten - mir ein Rätsel...

d2kx
2016-12-15, 20:56:17
Als ich vor etwa fünf Jahren aus der (evangelischen) Kirche ausgetreten bin, hat das für mich zuständige Amtsgericht mich währenddessen gleich darauf aufmerksam gemacht, dass es sehr wichtig ist, die unterschriebene Austrittserklärung sorgfältig aufzubewahren, da es häufiger vorkomme, dass die Kirche sich (teilweise erst nach vielen Jahren) irgendwann meldet und vorgibt, dass man in ihren Unterlagen noch auftauchen würde und zahlen müsste und man dann besser die Austrittserklärung besitzen sollte. Ich war sehr dankbar über den Hinweis.

PC-Kurbel
2017-01-05, 02:09:05
Ich finde es doch immer wieder schön zu sehen, dass diejenigen, die von sich behaupten moralisch Überlegen und die Guten zu sein oft das genaue Gegenteil sind. Man sieht es ja auch in der Politik. Diejenigen, die nach der AfD am lautesten gegen Flüchtlinge gewettert haben, waren die Parteien mit dem C im Namen.