Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : NAS welches RAID-Level?
Ph03n!X
2020-12-29, 14:20:22
Hallo,
Wir haben aktuell eine 8 Bay NAS die mit 4x4 TB NAS Platten im RAID 5 läuft.
Die Tage kommen vier weitere 4x4 TB NAS Platten um die restlichen 4 Bays zu bestücken in der NAS.
Die 8x4 im RAID 5 laufen lassen oder habt Ihr bessere Ideen.
Und ja wir haben sehr viele TB an Daten hier auf der privaten NAS.
U.a. Dokumente , viele viele Bilder da kommen schnell mal 10 TB zusammen.
Gruß
HarryHirsch
2020-12-29, 16:02:56
raid 6, dann habt ihr 24tb zur verfügung und eine höhere redundanz.
maximus_hertus
2020-12-29, 16:23:07
Bei 8 Platten auf jeden Fall mindestens ein RAID 6. Wie HarryHirsch schon geschrieben hat, habt ihr dann immer noch 24 TB netto Kapazität.
Viel spannender ist da die Frage der Backup-Strategie ;) Ein RAID ist schließlich nur für die Verfügbarkeit da, nicht für die Sicherheit... ;)
Viel spannender ist da die Frage der Backup-Strategie ;) Ein RAID ist schließlich nur für die Verfügbarkeit da, nicht für die Sicherheit... ;)
+1
raumfahrer
2020-12-29, 22:04:33
Zunächst möchte ich meinen Vorpostern beipflichten, dass ein Raid einzig der Verfügbarkeit hilft (aber auch mit Einschränkung, später mehr) und nicht als Backup taugt.
Zu den Einschränkungen empfehle ich https://de.wikipedia.org/wiki/RAID#Probleme einmal zu schmökern.
Zum einen die statistische Fehlerrate (google "unrecoverable read error" für mehr Infos) kann in deinem Fall schon (statistisch, nicht garantiert) zum Problem werden. Bei der Wiederherstellung bei Raid 5/6 im Falle eines Ausfalls müssen die restlichen Platten gelesen werden, kommt es dabei zu einem URE können nicht alle Daten korrekt wiederhergestellt werden. Außerdem werden dabei alle Platten relativ stark belastet, was zu weiteren Ausfällen führen kann und das ganze Raidverbund unbrauchbar macht.
Ein weiteres Problem bei Raid 5/6 ist die Dauer der Wiederherstellung. Das kann bei den angestrebten Kapazitäten ewig dauern (hab mal beispielhaft was rausgesucht: https://community.synology.com/enu/forum/1/post/126486), Größenordnung mehrere Tage.
Summa summarum würde ich, sofern Verfügbarkeit wirklich erwünscht ist, wenn ein Raid 1 (evtl. Raid 10) empfehlen, ansonsten vollständig darauf verzichten. Außerdem ist Raid kein Backup.
Morpheus2200
2020-12-30, 08:19:29
Welches Nas hast du den?
Würde auch auf Raid 6 gehen bei der Plattenanzahl.
Alternativ wäre ein zweiter Raid 5aber auch möglich.
Ich würde mir an deiner Stelle aber auch überlegen ob es vielleicht Sinn macht 1-2 Hdds als hotspare Platten vorrätig zu halten falls sich eine Platte verabschiedet kann die Reparatur gleich beginnen.
Meiner Erfahrung nach ist ein Raid 5/6 nur mit einer stabilen Stromversorgung zuverlässig. Ich wohne in einer Gegend wo es mindestens 10mal im Jahr zu kurzen Aussetzern kommt, dabei hat es mir schon 2 mal den Raid 5 in meiner Ds918+ gekillt. Seit ich eine USV einsetze ist aber Schluss damit.
Mein Backup Nas ohne usv habe ich aus dem Grund als Jbod konfiguriert. Das geht nicht gleich hops bei einem Stromausfall.
myMind
2020-12-30, 12:15:28
Welches Nas hast du den?
Würde auch auf Raid 6 gehen bei der Plattenanzahl.
Alternativ wäre ein zweiter Raid 5aber auch möglich.
Ich würde mir an deiner Stelle aber auch überlegen ob es vielleicht Sinn macht 1-2 Hdds als hotspare Platten vorrätig zu halten falls sich eine Platte verabschiedet kann die Reparatur gleich beginnen.
Es ist auf jeden Fall sinnvoll Ersatzplatten gleichen Typs vorrätig zu haben. Ob man die jetzt direkt einbaut ist bei der Heim-IT eher Geschmackssache. Steckplätze sind in der Regel Mangelware. Daher muss man abwägen, was einem wichtiger ist, Hotspare oder eine weitere RAID-Disk.
Wenn man es sich leisten kann, dann würde ich auch zu RAID6 raten. Ein Rebuild wird ggf. zuverlässiger und schneller durchlaufen. Die Leseperformance sinkt ca. um die Leistung einer Disk, was bei einer großen Anzahl von HDDs im RAID nicht so sehr ins Gewicht fällt. Jedenfalls nicht so sehr, wenn man es der Gefahr eines fehlschlagenden 24 TB Datenstore-Rebuilds gegenüberstellt.
Meiner Erfahrung nach ist ein Raid 5/6 nur mit einer stabilen Stromversorgung zuverlässig. Ich wohne in einer Gegend wo es mindestens 10mal im Jahr zu kurzen Aussetzern kommt, dabei hat es mir schon 2 mal den Raid 5 in meiner Ds918+ gekillt. Seit ich eine USV einsetze ist aber Schluss damit.
Das ist ja echt krass. Dass in den NAS keine echten Hardware-RAID-Controller mit Backup-Batterie verbaut werden war mir schon klar, aber ich hätte vermutet, dass das implementierte RAID doch wesentlich robuster gegen Stromausfall konfiguriert ist. Es kommt ja auch durchaus auch mal vor, dass ein Netzteil kaputt geht. Dagegen hilft dann auch keine USV.
Da ist prinzipiell einiges möglich:
https://serverfault.com/questions/844791/write-hole-which-raid-levels-are-affected
https://www.heise.de/ct/artikel/Die-Neuerungen-von-Linux-4-12-3712705.html?seite=all#nav__a__7
https://www.heise.de/forum/c-t/Kommentare-zu-c-t-Artikeln/Linux-5-5-freigegeben-Wireguard-Fundament-und-Performance-Verbesserungen/Write-hole-bei-Btrfs-und-Mdraid-was-Re-Finger-weg-von-Btrfs-mit-RAID/posting-35901078/show/
https://www.unixsheikh.com/articles/battle-testing-data-integrity-verification-with-zfs-btrfs-and-mdadm-dm-integrity.html#btrfs-the-write-hole-issue
Von einem NAS würde ich genau erwarten, dass es den Nutzer an die Hand nimmt und zu einer sicheren Konfiguration führt.
Manchmal gibt es in der RAID-Konfigurationssoftware Schalter zur Auswahl zwischen "sicher" oder "schnell". Da sollte man immer auf "sicher" gehen, wenn die Daten wertvoll sind.
Ph03n!X
2020-12-31, 10:13:37
Das RAID bzw. NAS kein Backup ist .. ist schon klar.
Ich mache parallel lokale Backups als auch in die Cloud.
Es handelt sich um eine QNAP TS-873 NAS.
Die Platten sollten heute ankommen.
Kann man ohne weiteres von RAID 5 auf 6 switchen?
Oder muss ich die neuen auch erst in RAID 5 konfigurieren und dann auf 6?
Im Thema RAID bin ich noch relativ jungfräulich unterwegs.
Morpheus2200
2020-12-31, 12:12:49
Das sollte gehen
https://docs.qnap.com/nas-outdated/QTS4.3.4/de/GUID-65CE6D6C-4BDD-411A-B856-4D6CAC2B255C.html
Ph03n!X
2020-12-31, 13:39:15
Ok danke dir.
Was nutzt Ihr so für Online Backup ( Cloud ) und was zahlt Ihr für wieviel Daten ( MB , GB , TB, gar unlimited upload) ?
Gruß
The_Invisible
2020-12-31, 14:05:33
Zunächst möchte ich meinen Vorpostern beipflichten, dass ein Raid einzig der Verfügbarkeit hilft (aber auch mit Einschränkung, später mehr) und nicht als Backup taugt.
Zu den Einschränkungen empfehle ich https://de.wikipedia.org/wiki/RAID#Probleme einmal zu schmökern.
Zum einen die statistische Fehlerrate (google "unrecoverable read error" für mehr Infos) kann in deinem Fall schon (statistisch, nicht garantiert) zum Problem werden. Bei der Wiederherstellung bei Raid 5/6 im Falle eines Ausfalls müssen die restlichen Platten gelesen werden, kommt es dabei zu einem URE können nicht alle Daten korrekt wiederhergestellt werden. Außerdem werden dabei alle Platten relativ stark belastet, was zu weiteren Ausfällen führen kann und das ganze Raidverbund unbrauchbar macht.
Ein weiteres Problem bei Raid 5/6 ist die Dauer der Wiederherstellung. Das kann bei den angestrebten Kapazitäten ewig dauern (hab mal beispielhaft was rausgesucht: https://community.synology.com/enu/forum/1/post/126486), Größenordnung mehrere Tage.
Summa summarum würde ich, sofern Verfügbarkeit wirklich erwünscht ist, wenn ein Raid 1 (evtl. Raid 10) empfehlen, ansonsten vollständig darauf verzichten. Außerdem ist Raid kein Backup.
Da ich mir jetzt selber eine NAS daheim mit recht großen Einzelplatten (4TB) einrichte habe ich mir damit auch genauer beschäftigt, eigentlich sind die Kapazitäten schon zu groß für die heutigen Platten, vor allem bei >10TB ist das eigentlich nur mehr unsinnig auf klassische RAID-Level zu setzen. Die eigentlich sehr hohen Abstände zwischen Fehlern der HDDs werden da immer mehr zum Problem, früher mit ein paar 100GB war das noch ziemlich egal.
Zumindest scheint das einzig vernünftige hier auf Softwarebasis ZFS zu sein da es auch Datenintegrität mitbringt und bei Syncs nicht die ganze Platte blockweise kopiert werden muss sondern nur deren Inhalt. Idealerweise braucht man da auch ECC-RAM dazu um Bitflips zu verhindern.
Die Home&Office-Fertig-NAS bieten halt meist nur SoftwareRAID auf LinuxMD Basis, für ZFS braucht man schon ein wenig CPU Leistung und RAM.
Ph03n!X
2020-12-31, 14:31:39
Kurze Frage habe noch nie bisher ein bestehendes RAID erweitert.
https://www.bilder-upload.eu/bild-113a61-1609421484.png.html
https://www.bilder-upload.eu/bild-fadf9f-1609421517.png.html
Werden da wirklich alle Dateien gelöscht also auch die die schon auf den 4 bestehenden Platten im RAID 5 sind?
Falls ja, müsste ich ja erst die Dateien von den 4 Platten auf eine große externe packen bevor ich das RAID um 4 weitere HDD's auf 8 HDD's erweiter?
myMind
2020-12-31, 15:26:49
Kurze Frage habe noch nie bisher ein bestehendes RAID erweitert.
https://www.bilder-upload.eu/bild-113a61-1609421484.png.html
https://www.bilder-upload.eu/bild-fadf9f-1609421517.png.html
Sind das Screenshots von dir? Ich sehe da 8 Datenträger + RAID5. Falls Du noch auf RAID6 konvertieren möchtest, dann benötigst du dazu eine freie Disk! (siehe Link von Morpheus2200). Ich hätte gedacht, das geht eventuell in einem Rutsch. Also Erweiterung und Änderung des RAID-Levels.
Bei deiner Frage muss ich leider passen, da ich kein Qnap nutze.
Ph03n!X
2020-12-31, 18:24:44
Das sind Screenshots von meiner QNAP NAS.
Argo Zero
2020-12-31, 18:28:01
Viel spannender ist da die Frage der Backup-Strategie ;) Ein RAID ist schließlich nur für die Verfügbarkeit da, nicht für die Sicherheit... ;)
Hmh. Wie man es sieht.
Wenn ich auf einem NAS eine VM laufen hab im Raid 6 Verbund (oder was vergleichbares) und mir fliegt das NAS um die Ohren, dann ist die Verfügbarkeit nur dann gegeben, wenn ich 1:1 das selbe NAS nochmal habe, ansonsten musst 1-2 Tage warten bis das selbe NAS nachbestellt wurde.
Also ein Backup gewährleistet dann auch keine Verfügbarkeit. Für den Heimgebrauch allerdings fast schon unwichtig. Da stirbt man nicht, wenn man mal 1-2 Tage aufs NAS wartet bei Defekt.
Badesalz
2021-01-02, 11:18:16
Ich warte immernoch auf die Zeiten wo es zum Allgemeinwissen gehört, daß ein NAS ein "Netzwerkdatenspeicher" ist. Also, ein Dateisserver.
Und nichts mit "Sichern" oder Backup zu tun hat.
Viel spannender ist da die Frage der Backup-Strategie ;)Daheim?
Backupplatten die so groß sind wie jeweils meine Raid0, externes Gehäuse mit eSATA und/oder USB3.x, NAS mit eben diesen Anschlüssen, USB UASP überall, externes Gehäuse in der Art von ib-366-c31 u.ä., und ein NAS mit einem OS welcher inkrementelle Kopierfunktion bringt.
HDs die immer so groß sind wie der jeweilige Raid0 und fertig. Platte rein, über Webinterface aufs NAS, Kopieren anwerfen, fertig. Danach Platte raus und weggepackt. Ende.
Privat mach ich kein riesen Chichi draus. Ich komme bisher aber auch mit einem NAS und 2x Raid0 mit jeweils 2x4TB aus. 16TB reichen hier genauso aus zum Leben und überleben wie die beiden 8TB Backupplatten.
Genauso verhält es sich in der Workstation (Sig). Die WDgreen sichert den 860pro Raid0, fertig.
edit:
Da wir aber mittlerweile wohl alle in der Ära "FI-Schutzschalter-Everywhere" angekommen sind :rolleyes: hat sich hier als die allerbeste Datenschutzstartegie die USV herausgestellt :wink: Die Workstation läuft wie unten über die Pro900, die NAS-Infrastruktur über eine schlichte CS500.
Das hat hier die RAIDs im Gegensatz zu bisher nie defekten HDs (tok tok tok), schon vor mehreren Attacken von Staubsaugern, Mikrowellen, Wasserkochern und Kaffeemaschinen gerettet.
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